Gedankensteuerung

Wie Brain-Computer-Interfaces die Mensch-Maschine-Kommunikation revolutionieren

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Was noch nicht geht: Probleme der Brain-Computer-Interfaces

BCIs haben noch ein paar Pferdefüße, denen sich die Forschung aktuell mit besonderer Sorgfalt widmet:

  • Funktionierende BCIs sind noch vergleichsweise teuer: Der Hersteller Emotive bietet derzeit ein BCI und eine Handvoll Programme an, die sich damit bedienen lassen - der Preis für ein Exemplar liegt bei etwa 700 Dollar. Ein hoher Preis - der aber nicht mehr allzu weit von Regionen entfernt ist, in denen es spannend wird für den Mainstream. Noch im Versuchsstadium ist die Telepathiesteuerung des Autos, an der die Autonomos-Labs arbeiten.
  • Das Usability-Problem: Dieses Problem hat gleich mehrere Facetten. So sind für die Verwendung außerhalb der Medizin nur nicht-invasive Techniken der Signalabnahme denkbar. Sprich: Es ist undenkbar, Geräte herauszubringen, für die der Schädel des Nutzers aufgebohrt werden muss. Die nicht-invasiven Modelle (wie die Kontaktkappe im Titelbild dieses Artikels) liefern jeodch eine deutlich schwächere Signalqualität, da die Gehirnimpulse durch die Schädeldecke hindurch gemessen werden müssen. Das erfordert teure Verstärkertechnologie. Obendrein sind sich überlappende Signale nur schwer zu trennen. Bis zur Gedankenkappe mit Plug-and-Play-Funktion ist es noch ein Stück.

"Wir arbeiten im Forschungsbetrieb mit bis zu 120 Sensoren, die am Kopf des Patienten angebracht werden", sagt Gernot Müller-Putz von der Technischen Universität Graz. "Da dauert allein die Montage des BCIs schon anderthalb Stunden."

Welche Branchen von BCIs profitieren können - und wann

Trotz dieser Hindernisse: In die BCI-Technologie wird schon in den nächsten paar Jahren viel Bewegung kommen, zeigt sich Klaus Robert Müller von der Technischen Universität Berlin überzeugt: "Es wird nicht mehr lange dauern, bis BCIs Einzug in die Computerspiele-Branche halten - ich weiß von ersten Unternehmen, die konkret daran arbeiten."

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* * ist Redakteur beim Online-Portal iBusiness.de, wo dieser Artikel zuerst in einer Langfassung erschienen ist.

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