Materialflussrechner Wie ältere Anlagen für Industrie 4.0 fit gemacht werden

Redakteur: Johann Wiesböck

Viele Mittelständler erachten größere Neuinvestitionen als zu riskant und möchten lieber bestehende Anlagen fit für Industrie 4.0 machen. Eine sinnvolle Lösung bieten Schnittstellen, die alte und neue Anlagen intelligent verknüpfen.

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Rainer Schulz, sysmat: „Bei der Überführung von alten Anlagen hin zu neuen Technologien gibt es einige Fallstricke zu beachten“
Rainer Schulz, sysmat: „Bei der Überführung von alten Anlagen hin zu neuen Technologien gibt es einige Fallstricke zu beachten“
(Bild: sysmat)

Unternehmen am Puls der Zeit: Software und Maschinen müssen immer auf dem neusten Stand sein, damit der Betrieb im Wettbewerb besteht. Nur wer neuste Technik besitzt, kann die Anforderungen des Marktes erfüllen, Wachstum generieren und innovativ handeln.

Gleichzeitig nehmen diese Neuanschaffungen viel Kapital in Anspruch. Investitionen in Wachstum müssen getätigt und eventuell Kredite dafür aufgenommen werden. Für viele Unternehmen ein Risiko.

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Praxisseminare Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbau

Ein neues Industrie-4.0-Seminar von ELEKTRONIKPRAXIS zeigt Konzeption und Entwicklung von intelligenten, adaptiven und miteinander kommunizierenden Produktionssystemen für Ihr Unternehmen – inklusive Data-Mining-Techniken.

Industrie 4.0 kommt in breiter Front auf Industrie und Mittelstand zu. Aber was kann Ihr Unternehmen davon nutzen? Was ist Industrie 4.0 und was nicht? Welche Aspekte sind naheliegend und welche Roadmap ist für Ihr Unternehmen sinnvoll? Was sind Voraussetzungen für Industrie 4.0, insbesondere für Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus?

Die steigende Individualisierung von Produkten und die Umsetzung von zusätzlichen Funktionen von Produktionsanlagen bei der gleichzeitigen Forderung nach vertretbaren Preisen verlangen nach intelligenten, adaptiven miteinander kommunizierenden Produktionssystemen. Die Entwicklung solcher Systeme oder auch Teilsysteme wie Sensoren und Aktoren bzw. die Anbindung bereits vorhandener Anlagen an diese Systeme sind die Herausforderungen für Entwickler in Zeitalter von Industrie 4.0.

„Industrie 4.0 – das Seminar“ von ELEKTRONIKPRAXIS wird durchgeführt von Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser und ihrem Team von der Technischen Universität München. Das Seminar gibt es als 1-tägige Version in Vortragsform am 24.09.2015 und als 2-tägige Variante mit Hand-on-Elementen am 06./07.10.2015.

Modernisierungsmaßnahmen sind daher stark nachgefragt – einerseits um Anlagen und Maschinen in einem annehmbaren Zustand zu halten, andererseits können so neue Entwicklungen in die Supply-Chain integriert werden. Doch bei der Überführung von alten Anlagen hin zu neuen Technologien gibt es einige Fallstricke, die es zu beachten gilt, erklärt Rainer Schulz, Experte für Anlagen- und Lagermodernisierung und Geschäftsführer der sysmat GmbH.

Bestehende, autarke Anlagen in Sinne von Industrie 4.0 verknüpfen

Gerade mittelständische Betriebe kennen das Problem: Verschiede Anlagen arbeiten autark, obwohl sie gemeinsam das Supply-Chain-Management bedienen. In der Regel verwenden kleine mittelständische Unternehmen bereits ERP-Software, um die Supply-Chain und damit auch den Materialfluss zu überwachen. Bestehende Anlagen zu modernisieren, birgt häufig Probleme.

Aus Kostengründen müssen Modernisierungen möglichst ohne den Systemlieferanten durchgeführt werden. Teilweise gibt es keine Ersatzteile mehr für die Anlagen, was Modernisierungsmaßnahmen zusätzlich erschwert. Um vorhandene Schnittstellen zu nutzen, werden sogenannte Schnittstellen-Dokumentationen benötigt. Gerade bei älteren Anlagen sind diese entweder nicht mehr vorhanden oder nicht mehr zeitgemäß, um sie beispielsweise in vorhandene ERP-Systeme zu integrieren.

Mitarbeiter, die dieses Wissen besitzen, haben zudem das Unternehmen vielleicht schon verlassen – was auch Störungsbehebungen an der Anlage erschwert. „Bei der Anlagenmodernisierung bin ich schon auf viele Probleme gestoßen, von denen die Unternehmer anfangs gar nicht wussten, dass sie existieren. Trotz moderner Software in Form von ERP- und WMS-Systemen arbeiten weiterhin einige Anlagen autark. Da geht viel Potenzial verloren“, so Schulz.

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