Gehäuselose LED Wicop2 soll den globalen Beleuchtungsmarkt verändern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit seiner gehäuselosen LED Wicop2, die direkt auf die Leiterplatte gelötet wird, zielt der südkoreanische LED-Spezialist Seoul Semiconductor auf den globalen Beleuchtungsmarkt ab.

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Flutlichtmodul des LED-Systems Wicop2 von Seoul Semiconductor.
Flutlichtmodul des LED-Systems Wicop2 von Seoul Semiconductor.
(Bild: Seoul Semiconductor)

Ende September hatte Seoul Semiconductor mit der Wicop2-LED eine verbesserte Variante der Wicop-LED herausgebracht. Sie ist für die Allgemeinbeleuchtung konzipiert, sehr kompakt und bietet eine hohe Lichtausbeute.

Seoul Semiconductor hat 2012 die erste Generation der Wicop-LEDs auf den Markt gebracht, die vor allem LC-Displays hinterleuchtet hatten. Bei diesem Typ von LED wird der Chip zusammen mit ICs und anderen Komponenten direkt auf die Leiterplatte gelötet. Wicop kommt ohne Leadframes, Bonddrähte und anderen Gehäusematerialien aus und ist somit tatsächlich ohne Gehäuse. Wicop hat darüber hinaus den LED-Herstellungsprozess stark verändert, so dass Bonding, Drahtbonding, Dispensing und andere Packaging-Prozesse entfallen.

Doppelte Helligkeit bei einem Viertel der Fläche

Im Vergleich zum weitverbreiteten LED-Package vom Typ 3030 mit Abmessungen von 3,0 mm x 3,0 mm, belegt Wicop2 bei doppelter Helligkeit nur ein Viertel der Fläche. Aufgrund des Wegfalls zuvor erforderlicher Leadframes und Substrate besitzt Wicop2 zudem einen um mehr als 30 Prozent geringeren Wärmewiderstand gegenüber herkömmlichen LEDs.

Dieser vereinfachte Ansatz liefert eine konstruktionsbedingt hohe Zuverlässigkeit und senkt die Herstellungskosten. Eine LED-Beleuchtungsanwendung mit einer Leistung von 12 W benötigt beispielsweise acht LED-Packages vom Typ 3030, wohingegen Wicop2 für dieselbe Leistung nur vier Wicop2-Packages und damit die Hälfte der Fläche benötigt.

Über 100 Hersteller setzen auf Wicop2

Aufgrund der Kosten-Nutzen-Relation wird Wicop2 inzwischen bei über 100 Herstellern in vielen Beleuchtungssystemen eingesetzt, von denen einige jetzt in die Serienproduktion gehen. First System, ein japanisches Beleuchtungsunternehmen, hat seine LED-Außenleuchten auf der Grundlage von Wicop2 entwickelt und plant die schnellstmögliche Einführung dieser Produktlinie. Der chinesische LED-Modulhersteller LITI hat sie ebenfalls in die Serienfertigung seiner fünf verschiedenen LED-Flutlichtmodule integriert.

Die optische Dichte und Flächenausnutzung von Wicop2 hat zudem das Interesse von europäischen und amerikanischen Herstellern von Innen- und Dekorationsbeleuchtungen geweckt. Wicop2 wird derzeit bei TCP, einem Unternehmen für Innenbeleuchtungen, erprobt. Sie werden zudem in Wandflutern von Fiberli eingesetzt. Darüber hinaus haben mehr als 50 Unternehmen in Europa und den USA den Einsatz von Wicop2 bestätigt und planen Prototypen noch im Laufe dieses Jahres.

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