Wichtige Kriterien an Softwarelösungen zur Prozessoptimierung

| Autor / Redakteur: Stephan Häfele* / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Prozessoptimierung in der Elektronikfertigung: Basis sind lernenden digitale Systeme, die aus Störgrößen die richtigen Rückschlüsse ziehen und entsprechend agieren.
Prozessoptimierung in der Elektronikfertigung: Basis sind lernenden digitale Systeme, die aus Störgrößen die richtigen Rückschlüsse ziehen und entsprechend agieren. (Bild: Aegis)

Für eine effizientere Fertigung mit Hilfe von digitaler Produktionsdatenerfassung und -weiterverarbeitung ist eine geeignete Softwareplattform nötig. Das Angebot ist jedoch groß und wenig vergleichbar. Nach welchen Kriterien sollte also die Auswahl erfolgen?

Die digitale Produktionsdatenerfassung und -weiterverarbeitung ist vieler Orts bereits Arbeitsalltag. Welchen realen Nutzen kann eine Elektronikfertigung heute schon aus den erfassten Daten ziehen? Und wie können die vielen digitalen Informationen aus den Prozessen für eine verbesserte und effizientere Fertigung genutzt werden? Prozessoptimierungen auf der Basis einer modularen digitalen Plattformlösung werden anhand von Beispielen aufgezeigt.

Datenintegration mit einer Plattformlösung

Basis für eine spätere Prozessoptimierung ist die Anbindung der Elektronikfertigung an eine geeignete Softwareplattform, die es ermöglicht, sowohl die kritischen Prozesskenngrößen vorzugeben als auch die in der Fertigung erfassten tatsächlichen Prozesswerte zeitnah auszuwerten. Das Angebot an Softwareprodukten für die Elektronikfertigung ist groß, in funktionaler Sicht wenig vergleichbar und wirtschaftlich in den wenigsten Anwendungsfällen rentabel.

Nach welchen Kriterien sollte also die Auswahl für eine Software erfolgen, die bei der anstehenden Digitalisierung der Fertigung unterstützt? Wichtig ist es, folgende Aspekte besonders zu berücksichtigen, um sich für eine Lösung zu entscheiden:

modulare Software-Plattform, die schrittweise eingeführt werden kann,

fertig programmierte Software, die bereits im Einsatz ist und nicht erst entwickelt wird,

geeignete offene Architektur für eigene spezifische Erweiterungen mit IT-Zugriff,

Abkehr von Pflichtenheften und Lastenheften hin zum Softwareproduktkauf,

Einkauf eines Produktes mit verbindlicher Leistungsbeschreibung zu einem festen Preis bei kurzfristiger Inbetriebnahme.

Jeder Aspekt hat dabei wirtschaftliche und technische Bedeutung bei der Einführung einer digitalisierten Lösung in der Elektronikfertigung. Ohne ausreichende Produktmodularität können sich kleine und mittelständische Betriebe die Einführung nicht leisten.

Auch lässt sich die digitale Lösung ohne Modularität nicht an die unterschiedlichen Anforderungen der Betriebe in funktionaler Hinsicht anpassen. Eine nur begrenzte Kernfunktion, die durch kundenspezifische Erweiterung ergänzt werden muss, führt hier nicht zum Ziel. Vielmehr sollte das digitale Konzept aus einer Verknüpfung von fertigen Standardmodulen bestehen, die weitgehend beliebig konfiguriert und schrittweise installiert werden können.

Welche Software ist die Richtige für meine Fertigung?

Warum ist die Verwendung von Standardsoftware-Produkten der richtige Ansatz für die digitale Zukunft der Elektronikfertigung? Hierauf gibt es mehrere Antworten:

  • Die Erstellung von aufwändigen Pflichtenheften und Leistungstabellen (Tic-Listen) wird eingespart.
  • Ohne Entwicklung und Inbetriebnahme von kundenspezifischer Software erspart man sich das „Berliner-Flughafen-Syndrom“.
  • Nachweislich wird eine viel kürzere Inbetriebnahmezeit und damit frühere Nutzung der digitalen Lösung erreicht.
  • Kundenspezifische Lösungen erschweren Weiterentwicklungen erheblich und machen Softwareupdates fast unmöglich. Bleibt der Betrieb bei Standardmodulen, so sind Updates jederzeit möglich und die Elektronikfertigung profitiert von zukünftigen Weiterentwicklungen.

Natürlich kann eine modulare Softwarelösung nicht das gesamte Spektrum an möglichen Anforderungen aus den verschiedenen Betrieben und Anwendungsfällen abdecken. Auch gibt es besonderes Knowhow bei innerbetrieblichen Abläufen oder im Produktionsprozess, die ein Elektronikfertiger als Wettbewerbsvorteil sieht und nicht in einer Standardlösung integrieren möchte.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bietet sich das modulare Plattformkonzept besonders an. Es bietet neben den schon erwähnten Vorteilen der Standardlösungsmodule auch die Bereitstellung von Standard­kommunikations­bausteinen an, über die eigene Module angebunden werden können.

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