Netzfilter Wenn teure geschirmte Motorleitungen überflüssig werden

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

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(Fuss EMV)

Jeder kennt die hochfrequenten Störverhältnisse im elektrischen Antriebssystem, die vom Frequenzumrichter ausgehen. Um diese hochfrequenten, leitungsgebundenen Störungen normgerecht vom Netz fernzuhalten, werden Netzfilter eingebaut. Verfolgt man jedoch die Störpfade etwas genauer, stellt man fest, dass die Quelle die IGBTs im Frequenzumrichter sind, und die Störungen direkt auf die Ausgangsleitungen gelangen. Gleichtaktstörungen, in englisch Common mode Suppressions. Diese Erkenntnis führte dazu, einen Sinusfilter mit einer zusätzlichen Eigenschaft auszustatten, nämlich die Common Mode Suppressions mit Hilfe einer Gleichtaktdrossel zu bedämpfen. Die auf Erde geleiteten Störsignale werden deutlich minimiert.

Die Bezeichnung dieser Sinusfilter mit Gleichtaktdrossel bezeichnet man als Allpolige Sinusfilter. Auf Grund der Bedämpfung der Störungen an der Quelle gelangen diese Störungen gar nicht erst in das System, und eine aufwändige Entstörung am Netzanschluss kann geringer gehalten werden. Und die wichtigste Eigenschaft ist, dass teure geschirmte Motorleitungen überflüssig sind, der Motor kann mit normalen Kabel angeschlossen werden. Und das in unbegrenzter Länge. Die Motoren laufen geräuscharm, Lagerströme treten nicht mehr auf, Motorkabel können ungeschirmt in beliebiger Länge verwendet werden und die netzseitige EMV-Filterung wird weniger. Eine kleine Einschränkung gibt es: Die Taktfrequenz des Frequenzumrichters muss mindestens 6 kHz betragen. Kleinere oder oszillierende Taktfrequenzen führen zur Zerstörung des Alpoligen Sinusfilters.

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