Mutmacher Wenn Projekte komplett wegfallen, aber das Design-in ansteigt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Geschlossene Fertigungsstätten, wegfallende Projekte in Europa und steigende Design-in-Aufträge: Auf den Displayhersteller Holitech hatte sich die Pandemie unterschiedlich ausgewirkt.

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Thomas de Laar von Holitech Europe: „Verschobene Aufträge führen zu kurzfristigen Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent.“
Thomas de Laar von Holitech Europe: „Verschobene Aufträge führen zu kurzfristigen Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent.“
(Bild: Holitech)

Die Corona-Pandemie hat sich weltweit auf die Industrie ausgewirkt. So auch bei Holitech Europe, einem Hersteller und Lösungsanbieter für Displays. Thomas de Laar, Managing Director bei Holitech Europe, berichtet, wie sich das Virus auf das Displaysgeschäft ausgewirkt hat.

Laufende Projekte in Europa fielen komplett weg

Seit Mitte Mai normalisiert sich die Situation seit Beginn der Corona-Krise und die Lieferketten stabilisieren sich auf ein normales Niveau. Insgesamt waren die chinesischen Fertigungsstätten zwei Wochen komplett geschlossen, nicht nur in Wuhan, sondern in ganz China. Während des Lockdown in Europa waren die Fertigungen der Kunden fast zu 100 Prozent geschlossen. Italien ist für Holitech einer der Fokusmärkte. Dort waren die Firmen über mehrere Wochen komplett heruntergefahren. In Frankreich als einer der weiteren wichtigen Märkte herrschte eine ähnliche Situation wie in Deutschland, was die Besetzung der Firmen anbelangt.

Alles in allem fielen laufende Projekte in Europa komplett weg. Generell kann man davon ausgehen, dass Aufträge bis zu zwei Quartale nach hinten verschoben werden, was kurzfristig ungefähr 70 Prozent Umsatzeinbußen zur Folge hat. Nachdem in Europa die Fertigungen nahezu stillstanden, erholte sich die Situation in China. Dadurch wurde viel Geschäft in Asien getätigt, wenn der Kunde seinen Sitz in Europa hat aber über Sub-Contractors in Asien fertigen lässt. Als ein Beispiel für eine Verschiebung von einem sehr wichtigen Kunden für Holitech aus Russland zu nennen, das auf Ende Juni/Anfang Juli verschoben wurde.

Schutzmasken und Mobiltelefone

Was auffiel war der Anstieg der Anfragen auf Design-in-Projekte, wobei dieser Anstieg leicht zu erklären ist. Viele Mitarbeiter der Kunden befanden sich im Homeoffice. Von dort aus lassen sich solche neuen Projekte betreuen, da man nicht vor Ort in der Firma sein muss. Das Büro von Holitech Europe war die komplette Zeit besetzt. Die großzügigen Räumlichkeiten in Düsseldorf lassen eine komplette Trennung der Arbeitsplätze zu.

Außerdem wurden Schutzmaßnahmen ergriffen. So ist beispielsweise Desinfektionsmittel in ausreichendem Maße vorhanden. Die meisten Lieferketten stehen heute wieder und das Geschäft normalisiert sich. In Italien zieht das Geschäft langsam wieder an. Die Lieferzeiten sinken auf acht bis zehn Wochen, in Ausnahmefällen auf maximal 14 Wochen. Holitech hat die Produktion von medizinischen Artikeln aufgebaut. So werden jetzt in den firmeneigenen Produktionsstätten beispielsweise Schutzmasken hergestellt. Bei den Mobiltelefonen ist immer noch ein starker Umsatzeinbruch zu verzeichnen.

Ein Anbieter von Human-Machine-Interfaces

Bei Holitech in China werden die Fertigungsstätten von Shenzhen zum Teil in das Headquarter nach JiangXi aus Kostengründen umgezogen. Die Fokussierung der Fertigungen in Shenzhen liegt an den vielen Akquisen, die Holitech in den Jahren 2016 und 2017 getätigt hat. Das Fokusprodukt ePaper wurde immer im Headquarter in JiangXi produziert. Als Systemlieferant ist Holitech nach eigenen Angaben führender Hersteller und Lösungsanbieter für die vollständige Entwicklung von Human-Interface-Produkten und -Anwendungen.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 15/2020 (Download PDF)

Zur Produktpalette zählen Anzeigemodule, Touch, Kompaktkameramodule, biometrische Erkennungssysteme sowie Kernkomponenten von drahtlosen Lademodulen (Wireless Charging Modules). Neben passiven Displays und TFT-Displays bietet das Unternehmen auch ein breites Sortiment an ePaper-Produkten. Die HINK Entwicklungsabteilung unterhält eine strategische Partnerschaft mit E-Ink und bietet seinen Kunden modernste Technologien für diesen Produktbereich an.

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