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Autonomes Fahren

Wenn das Universaltalent Auto auf den Angsthasen Mensch trifft

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Die Experten der Fraunhofer-Gesellschaft halten es für wahrscheinlich, dass das automatisierte Fahren zwischen 2027 und 2037 zumindest auf vorgegebenen Routen funktioniert. Autonome Shuttles verkehren dann als Linienbus, Schulbus oder Zubringer zum nächstgelegenen Bahnhof.

"Wenn der Personen-Nahverkehr durch Automatisierung günstiger und das gesparte Geld in bessere Taktung und mehr Angebote investiert würde, würde das den ländlichen Raum erheblich attraktiver machen", sagt Brigitte Mohn. Allerdings teilen laut Emnid-Umfrage nur 45 Prozent der Deutschen diese Erwartung.

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Und während die Experten in ihren Zukunftsszenarien insbesondere für Kinder und Jugendliche Chancen sehen, mit autonomen Shuttles unproblematisch zum Unterricht, zum Sport oder ins Kino zu kommen, unterstützen das lediglich 34 Prozent der Befragten.

Diese Zurückhaltung mag mit den Gründen zu tun haben, warum die Deutschen selbstfahrenden Autos misstrauen: Am häufigsten genannt wird die Angst vor Unfällen (84 Prozent). Es folgt die Sorge vor Kontrollverlust über das Auto (83%) und vor Hacker-Angriffen (74%).

Das Fahrzeug als Universaltalent

Den Ängsten entgegensteuern will Bosch in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Prognos. Für sie verhindert automatisiertes Fahren zu langsame Reaktionszeiten, Müdigkeit, Ablenkungen und weitere menschliche Faktoren, die Unfälle verursachen. Untersucht wurde, was vernetzte Fahrzeuge mit Technologien wie hochautomatisiertem Fahren, Notbremsassistent oder Smartphone-Integration im Jahr 2025 zu leisten im Stande sein könnten.

Das Ergebnis der Studie, die Deutschland, die USA und China betrachtet: Die Effekte der Vernetzung werden bereits 2025 für jeden Autofahrer spürbare Auswirkungen haben. „Heute gehören Computer, Smartphone und Internet in unserer Gesellschaft zum Alltag. Genauso wird es im Jahr 2025 mit vernetzten Autos sein“, sagt Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Grundlage für die Berechnungen bildete die Annahme, dass die Verbreitung von intelligenten Assistenz-Systemen bis zum Jahr 2025 erheblich zunimmt. So würden demnach 40 Prozent aller Fahrzeuge über einen automatischen Bremsassistenten verfügen und ein Viertel aller Pkw besitzt ein vernetztes Cockpit. Durchaus realistisch ist die Annahme, dass im Jahr 2025 nur zwei Prozent aller Pkw vollkommen autonom und somit auf Stufe vier bis fünf unterwegs sind.

Rettungsassistenten

Etwa 11.000 Menschenleben könnten durch vernetzte Assistenzsysteme pro Jahr gerettet werden, davon 300 in Deutschland. In den USA wären es bereits 4.000 Personen und in China jährlich sogar prognostizierte 7.000. Zudem könnten in Summe jährlich über eine viertel Million Unfälle mit Personenschaden (Deutschland: 30.000, USA: 210.000, China: 20.000) vermieden werden.

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