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Autonomes Fahren Wenn das Universaltalent Auto auf den Angsthasen Mensch trifft

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Wohin geht die Reise mit dem selbstfahrenden und vernetzten Auto? Vorfreude und Angst geben sich einer neuen Emnid-Studie folgend, die Klinke in die Hand. Bosch hat währenddessen die Effekte von Zukunfts-Technologien im Jahr 2025 für den privaten Personenkraftverkehr betrachtet und bemerkenswerte Zahlen vorgelegt.

480 Millionen Kilometer Fahrstrecke könnten durch vernetzte Parktechnologien jährlich in den USA, China und Deutschland summiert eingespart werden. Zur Verdeutlichung: Das entspricht ungefähr dem Weg von der Erde bis zur Venus und zurück.
480 Millionen Kilometer Fahrstrecke könnten durch vernetzte Parktechnologien jährlich in den USA, China und Deutschland summiert eingespart werden. Zur Verdeutlichung: Das entspricht ungefähr dem Weg von der Erde bis zur Venus und zurück.
(Bild: Bosch)

Die Digitalisierung wird mehr Mobilitätsangebote bringen. Die Bevölkerung blickt jedoch gespalten auf selbstfahrende Autos und Busse. Es gibt Realismus und Begeisterung, aber Skepsis und Ängste überwiegen. Das ist das Fazit einer repräsentativen Emnid-Umfrage, wie die Menschen in Zukunft von A nach B kommen.

Autonom ja gerne, aber bitte ohne mich

Selbstfahrende Autos, Busse oder Bahnen werden in 10 bis 20 Jahren Realität sein. In dieser Vorhersage sind sich die Deutschen einig. Auch den Nutzen, den die digitale Technik für eher wenig mobile Bevölkerungsgruppen hat, betrachten Bürger und Experten ähnlich positiv.

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Und doch zeigt sich beim Thema Straßenverkehr ein gespaltenes Verhältnis der Deutschen zur Digitalisierung. Auch wenn das automatisierte Fahren Vorteile bietet, betrachtet es die große Mehrheit sehr skeptisch. Zwei Drittel der Befragten sagen in der Umfrage, sie stünden der Technik des autonomen Fahrens grundsätzlich misstrauisch gegenüber.

Begeisterung signalisiert hingegen nur etwa jeder Vierte. Dementsprechend können sich 61 Prozent auch nicht vorstellen, ein selbstfahrendes Auto zu nutzen. Dabei sehen die Befragten durchaus für etliche Gruppen einen möglichen Gewinn an Mobilität: Am häufigsten genannt werden Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Menschen ohne Führerschein, Touristen und Stadtbewohner.

Selbst ein Auto zu nutzen, das per Computer gesteuert wird, kann sich die Mehrheit der Befragten am ehesten bei längeren Autobahnfahrten (59 Prozent) und Nachtfahrten in den Urlaub (51%) vorstellen. Bei der täglichen Fahrt zur Arbeit wäre das immerhin noch für 44 Prozent denkbar.

Die Hoffnung auf weniger Stress im Straßenverkehr spiegelt sich in den Einstellungen von Vielfahrern und Großfamilien. Wer viel Zeit im Auto verbringt, oder sich oft mit anderen einigen muss, wer wann das Auto nutzen kann, ist von der neuen Technologie wesentlich häufiger begeistert.

Da scheint es nur logisch, wie die Befragten am liebsten die gewonnene Zeit verbringen möchten, während das Auto sich selbst steuert: Auf Platz eins steht "aus dem Fenster schauen" (73 Prozent), gefolgt von "entspannen" (59%), "lesen" (47%) und "im Internet surfen" (39%).

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