Konjunkturradar Weltwirtschaft erholt sich moderate – die Fragezeichen für 2017 bleiben

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Weltwirtschaft hat ihre moderate Erholung insgesamt fortgesetzt – aber große Unsicherheiten bleiben. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturradar Ausland der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hervor.

Bertram Brossardt ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Bertram Brossardt ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
(Bild: Hans-Rudolf Schulz)

„In der EU stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,5 Prozent. Impulse kamen sowohl von der Inlandsnachfrage als auch vom Außenhandel, der Export stieg spürbar um 1,9 Prozent. Die stabile Konjunktur zeigt sich auch in der Industrieproduktion.

Diese stieg EU-weit im vierten Quartal 2016 um ein Prozent gegenüber dem Vorquartal“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. In den USA hat sich das Wachstum im vierten Quartal 2016 etwas verlangsamt, bleibt aber sehr robust. „Spürbar zulegen konnte dort zuletzt die Industrie: Im Durchschnitt des vierten Quartals stieg der industrielle Output um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal“, so Brossardt.

Die japanische Wirtschaft setzte ihr moderates Wachstum im vierten Quartal 2016 fort. Das BIP stieg wie bereits im Vorquartal um 0,3 Prozent. Die stärksten Impulse kamen von den Exporten, die um 2,6 Prozent zunahmen. Das Wachstum in Südkorea ist stabil: Im vierten Quartal 2016 stieg das BIP um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

„Entscheidende Wachstumsimpulse gingen dabei von den Ausrüstungsinvestitionen aus, die um 4,1 Prozent gestiegen sind, was zum Teil aber auch die Gegenbewegung zum sehr schwachen dritten Quartal war“, sagt Brossardt. In den Schwellenländern war die Entwicklung im vierten Quartal 2016 differenziert:

Das Wirtschaftswachstum in China hat sich erneut leicht abgeschwächt und wuchs um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das indische BIP ist um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken und die brasilianische Wirtschaft verharrte in der Rezession.

Protektionistischen Bestrebungen entgegentreten

„Die Perspektiven für das laufende Jahr sind mit einem großen Fragezeichen versehen, denn die Unsicherheiten sind zahlreich: Die vielen geopolitischen Krisen belasten die Weltwirtschaft ebenso wie die drohende Rückkehr des Protektionismus“, fasst Brossardt zusammen. „Gerade eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland oder Bayern ist auf den Freihandel angewiesen. Deshalb gilt es, protektionistischen Bestrebungen entschlossen entgegenzutreten.“ Weitere Infos finden Sie unter www.ibw-bayern.de.

Mit dem Thema Protektionismus befasst sich auch Prof. Dr. Gerald Mann von der FOM Hochschule München auf dem EMS-Tag am 22. Juni in Würzburg. In seinem Vortrag ‚Brexit und Trump – stehen wir vor Protektionismus und Deglobalisierung?‘ analysiert er die aktuelle Situation und erklärt die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge sowie die Folgen für die Wirtschaft.

Und vor welchen wirtschaftlichen Gegebenheiten in der Elektrotechnik- und Elektronik-Industrie sich dies alles abspielt erklärt Dr. Andreas Gontermann vom ZVEI e. V. auf der selben Veranstaltung von ELEKTRONIKPRAXIS. Das komplette Programm dieses Managementseminars – nicht nur für EMS-Führungskräfte – finden Sie unter www.ems-tag.de.

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