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Weltweite Nutzerorganisation für offene IoT-Plattform MindSphere gegründet

| Redakteur: Michael Eckstein

Vorbild Android: Mit 18 Industriepartnern hat Siemens die weltweite Anwenderorganisation „MindSphere World“ gegründet. Damit wollen die Münchener erreichen, dass die Standards für das industrielle IoT in Deutschland gesetzt werden.

Gründergeist: Mindsphere World will das offene Cloud-Betriebssystem Mindsphere als weltweiten Standard etablieren. Die Gründungsmitglieder der Nutzerorganisation sind zuversichtlich.
Gründergeist: Mindsphere World will das offene Cloud-Betriebssystem Mindsphere als weltweiten Standard etablieren. Die Gründungsmitglieder der Nutzerorganisation sind zuversichtlich.
(Bild: www.siemens.com/press)

Mit „Mindsphere World“ wollen sich die bislang überwiegend deutschen Unternehmen gemeinsam als Innovationsführer für industrielle Cloud-Lösungen positionieren. Die neue Community soll die weltweite Verbreitung des Cloud-basierten, offenen IoT-Betriebssystems MindSphere samt dem darauf basierenden Ökosystem vorantreiben.

Der Verein will seine Mitglieder beim Entwickeln und Optimieren von IoT-Lösungen auf Basis von MindSphere sowie beim Erschließen neuer Märkte unterstützen. Gemeinsam will man Anforderungen an das IoT-Betriebssystem MindSphere sowie einheitliche Spielregeln für die Datennutzung definieren. Der Verein soll darüber hinaus Wissenschaft, Forschung und Lehre rund um MindSphere fördern.

Ziel ist die weltweite Verbreitung des Mindsphere-Ökosystems

„Die Gründung von MindSphere World ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die weltweite Verbreitung des Ökosystems rund um MindSphere als offene IoT-Plattform zu fördern. Das breite Know-how und Angebot aller Partner in der MindSphere World eröffnet Anwendern weltweit neue Potenziale in der Digitalisierung“, sagt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

Wie so etwas konkret aussehen kann, beschreibt Helmrich so: Mindsphere-basierte IoT-Geräte ermitteln Daten wie Feuchtigkeit, Temperatur und Salzgehalt eines Rasens und bestimmen daraus seinen Zustand. Die App ermittelt daraus die optimalen Zeitpunkte zum Düngen und Beleuchten, damit der Reasen bestmöglich gedeiht. Tatsächlich soll der Platzwart des FC Bayern München bald mit dieser App optimierte Rasenpflege betreiben können.

Jan Mrosik, Vorstandsvorsitzender von MindSphere World und CEO der Siemens-Division Digital Factory, erklärt: „Wir wollen mit einer Community von Industrie- und IT-Unternehmen jeder Größe und Branche sowie Start-Ups weltweit ein Ökosystem basierend auf MindSphere etablieren und vorantreiben.“ Zu diesem Zweck sollen sich interessierte Firmen in der MindSphere World zusammenschließen – zunächst in Deutschland und im nächsten Schritt auch auf internationaler Ebene.

Offene Struktur für herstellerunabhängige Anbindung von Maschinen und Anlagen

Die Mitglieder befassen sich in Ausschüssen unter anderem mit Themen wie den Anforderungen der Industrie an MindSphere, Ideen zur Daten-Governance sowie der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. „Die offene Struktur von MindSphere hat für uns als Anwender Vorteile, insbesondere durch die herstellerunabhängige Anbindung von Maschinen und Anlagen und bei der Entwicklung von Apps“, erläutert sagte Bruno Geiger, Mitglied des Vorstands von MindSphere World und COO/CTO von Eisenmann.

Vermittler: Das Cloud-basiert IoT-Betriebssystem Mindsphere übernimmt das Sammeln und Übermitteln von Daten, die in industriellen Anlagen erfasst werden.
Vermittler: Das Cloud-basiert IoT-Betriebssystem Mindsphere übernimmt das Sammeln und Übermitteln von Daten, die in industriellen Anlagen erfasst werden.
(Bild: www.siemens.com/press)

Im Rahmen von MindSphere World könne man nun mit anderen Nutzern darüber diskutieren, wie disruptive Technologien die Wirtschaft verändern und welche Geschäftspotenziale für IoT-basierte Lösungen sich daraus ergeben könnten.

Weltweite Ökosysteme brauchen Standards

Für den Aufbau eines weltweiten Ökosystems spiele die Entwicklung von Standards eine entscheidende Rolle, ist Andreas Oroszi überzeugt. Er ist Mitglied des Vorstands von MindSphere World und Senior Vice President Digital Business von Festo. Daher würden die Mitglieder von MindSphere World gemeinsam Empfehlungen für Standards für MindSphere-basierte Anwendungen erarbeiten. „Zudem werden wir Lösungsvorschläge erstellen, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen MindSphere-basierten Lösungen zu ermöglichen.“

„Als Nutzer stehen wir alle vor ähnlichen Herausforderungen: Dazu zählen die Daten-Governance, also Zugang, Nutzung und Verwertung von Daten, aber auch die App-Architektur sowie die einheitliche Verwendung von MindSphere-Komponenten“, sagt Michael Haag, Mitglied des Beirats von MindSphere World und Senior Vice President R&D von Kuka. Diese könne man fortan mitgestalten und eigene spezifischen Anforderungen an MindSphere einbringen.

Zu den Gründungsmitgliedern von „MindSphere World“ gehören neben der Siemens AG die Unternehmen ASM Assembly Systems, Chiron Group, Eisenmann, Festo, Gebr. Heller Maschinenfabrik, Grob-Werke, Heitec, Index-Werke, J. Schmalz, Kampf Schneid- und Wickeltechnik, Kolbus, Kuka, FFG Europe & Americas (MAG IAS), Nordischer Maschinenbau Rud. Baader, Rittal, Sick, Trumpf Werkzeugmaschinen und Michael Weinig.

„Mindsphere OpenSpace“ als Inkubator für IIoT-Innovationen

Die Gründungsveranstaltung der MindSphere World fand im neu eröffneten „MindSphere OpenSpace“, einer innovativen Entwicklungs- und Arbeitsumgebung, statt. Der „MindSphere OpenSpace“ ist Teil der neuen Dependance der Factory Berlin. Auf über 13.000 Quadratmetern Bürofläche bringt die von der Bundesregierung, Siemens und weiteren Unternehmen geförderte Factory Berlin etablierte Technologieunternehmen mit Entwicklern und Startups zusammen.

Inhaltlicher Schwerpunkt des neuen Startup-Campus ist das Internet of Things. Der „MindSphere OpenSpace“ schafft somit im Zeitalter der Digitalisierung optimale Voraussetzungen für die MindSphere World-Mitglieder und andere Anwender wie Startups, die Entwicklung von Apps und digitalen Services sowie die Erschließung neuer Märkte voranzutreiben.

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