Weltweit stärkster Supercomputer ist ARM-basiert

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Top 500 der weltweit stärksten Supercomputer hat einen neuen Spitzenreiter. Der von RIKEN und Fujitsu entwickelte HPC Fugaku stützt sich auf eine ARMv8-A-Prozessorarchitektur und bringt es auf 415,53 Petaflops Rechenleistung.

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Mit Fungaku (hier ein Bild aus der Installationsphase am japanischen RIKEN-Institut) belegt erstmals ein ARM-basiertes System den ersten Platz der weltweit 500 leistungsstärksten Supercomputer.
Mit Fungaku (hier ein Bild aus der Installationsphase am japanischen RIKEN-Institut) belegt erstmals ein ARM-basiertes System den ersten Platz der weltweit 500 leistungsstärksten Supercomputer.
(Bild: RIKEN)

Das Fugaku genannte System ist am Forschungszentrum RIKEN im japanischen Kobe im Einsatz. Herzstück des Rechners ist der 48-Core A64FX SoC von Fujitsu, ein ARM-basierter Prozessor für High Performance Computing, der in insgesamt 396 Racks zum Einsatz kommt. Die Gesamtzahl an Nodes in dem System beträgt 7.299.072. Die LINPACK-Leistung des Supercomputers beträgt 415,53 PFLOPS (Petaflops) mit einer Recheneffizienz von 80,87 %.

Erstmals ein ARM-basiertes System auf Platz 1

Fugaku nahm auch den ersten Platz in der internationalen Rangliste der HPCG (High Performance Conjugate Gradient) ein, die die Verarbeitungsgeschwindigkeit der konjugierten Gradientenmethode misst. Es ist der erste ARM-basierte Supercomputer seit Bestehen der zwei Bestenlisten, der den ersten Platz im Ranking der Supercomputer einnimmt.

Weltstärkster HPC auf ARM-Basis

Japan hatte zuletzt im November 2011 den ersten Platz des Top500-Rankings für sich beansprucht. Damaliger Spitzenreiter war der HPC 'K', Fungakus Vorgänger am RIKEN.

Fungaku bringt es auf eine um den Faktor 2,8 bessere Leistung als der letzte Spitzenreiter unter den Supercomputern: Das von IBM gebaute System 'Summit" verfügt über 4356 Nodes, die sich auf zwei 22-Kern Power9-CPUs und sechs NVIDIA Tesla V100 GPUs stützen (insgesamt 2.414.592 Nodes) und damit eine Leistung von 148.8 PFLOPS erzielen.

Die meisten Supercomputer arbeiten in China

Das Top500-Projekt ermittelt alle sechs Monate den leistungsstärksten Supercomputer, der weltweit im Einsatz ist. Die 500 stärksten HPCs der Welt kommen demnach derzeit auch eine durchschnittliche Leistung von 2,23 Exaflops - vor sechs Monaten hatte die Marke noch bei 1,65 Exaflops gelegen.

Die mit weitem Abstand meisten Supercomputer in dieser Liste (226) arbeiten derzeit in China, gefolgt von den USA (114), Japan (30) und Frankreich (18). Deutschland ist mit 16 Supercomputern am fünfthäufigsten in dieser Liste vertreten.

Deutschlands Stärkster in München, Europas Bester in Italien

Deutschlands stärkster Supercomputer, der am Leibniz-Rechenzentrum in München arbeitende SuperMUC-NG, kommt nach diversen Upgrades im Laufe der letzten Jahre auf aktuell 305,856 Nodes (6336 Thin Nodes mit Intel Xeon Platinum 8174-CPUs zu je 48 Kernen und 96 GByte Speicher und 144 Fat Nodes mit Intel Omni-Path Prozessoren zu je 48 Kernen und 768 Gbyte Speicher Pro Knoten) und eine Leistung von 19,476 PFLOPS, was ihm im TOP500-Ranking Platz 13 einbringt.

Der leistungsstärkste Supercomputer Europas ist aktuell das Intel Xeon Gold 6253-basierte 'HPC5'-System des italienischen Öl-Konortiums Eni S.P.A. (669.760 Nodes, 35,45 PFLOPS Rechenleistung).

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