Weltweit erstes MXM-GPU-Modul mit Nvidias Turing-Technologie

| Redakteur: Margit Kuther

Visualisierung: Hochleistungs-GPUs erobern die Edge.
Visualisierung: Hochleistungs-GPUs erobern die Edge. (Bild: Clipdealer)

Adlinks MXM-GPU-Module nutzen Nvidias Embedded-GPUs Quadro RTX mit Turing-Architektur. Die Module bringen High-Performance an die Edge und in KI-Anwendungen.

Adlinks MXM-GPU-Module verbessern dank Nvidias neuer, leistungsfähiger Mikroarchitektur für Grafikprozessoren, genannt Turing, High-Performance-Computing, Computergrafik sowie künstliche Intelligenz (KI). Darüber hinaus adressiert die Architektur bisherige Herausforderungen hinsichtlich Größe, Gewicht und Leistung (SWaP), denen sich Embedded-Anwendungen gegenübersehen. Adlink präsentiert die Module erstmals auf der Embedded World in Nürnberg (Halle 1-540).

Ein Grafikprozessor (GPU) bringt mehr Sicherheit in Embedded-Systeme

Adlink sieht eine gesteigerte Nachfrage nach GPU-beschleunigtem Computing insbesondere in der sicherheitskritischen Gesundheitsbranche. „Bei der medizinischen Bildgebung beispielsweise werden enorme Datenmengen parallel verarbeitet. Die erforderlichen Rechenkapazitäten zu integrieren und die strengen SWaP-Anforderungen mobiler medizinischer Bildgebungsinstrumente zu erfüllen, kann eine Herausforderung sein“, erklärt Zane Tsai, Director, Platform Product Center at the Embedded Platform & Module Business Unit, Adlink. „Deshalb benötigen diese Anwendungen MXM-GPU-Module auf Basis von Nvidias Turing-Architektur.“

Edge-Systeme mit integrierten GPUs können deutlich schneller reagieren und in Anwendungen unter realen Bedingungen besser funktionieren. Neben der medizinischen Bildgebung eignen sich die MXM-GPU-Modul etwa auch für die Inspektion von Fertigungsfehlern und die Verkehrsflussanalyse in Smart Cities.

Die Vorteile von Nvidias Turing-Architektur

Nvidia präsentierte die Turing-Architektur für High-End-Quattro-RTX-Workstations und Gamer-Grafikkarten im Sommer 2018. Die Turing-Architektur steht für die ersten Consumer-Produkte, die Raytracing in Echtzeit durchzuführen konnten. Die Turing-Technologie verwendet Tensor-Recheneinheiten, die KI-Algorithmen in Echtzeit ausführen und so gestochen scharfe, lebensechte Bilder und Spezialeffekte schaffen können.

Desweiteren nutzt Turing eine einheitliche Architektur für einen gemeinsamen Speicher, wodurch sich die gelieferte Leistung pro CUDA-Kern im Vergleich zur Vorgängerarchitektur Pascal um 50% steigern lassen soll. Nvidias CUDA-Plattform ermöglicht ein kontinuierliches Upgrade des Grafikprozessors für zusätzliche Leistungssteigerungen bei minimalen Software-Updates.

„Zuverlässigkeit auf Enterprise-Niveau sind von großer Bedeutung für ein schnell wachsendes Ökosystem an grafikintensiven Anwendungen. Sie benötigen die Funktionen der Nvidia Quadro GPUs, arbeiten aber in Systemen, die die Standard-PCI-Express-Grafikkarten nicht unterstützen“, erläutert Scott Fitzpatrick, Vice President, Quadro Product Marketing, Nvidia. „Die Embedded-Module mit Adlinks MXM GPUs bieten Performance und Funktionen in einem maßgeschneiderten, aufrüstbaren Formfaktor mit einer langfristen Verfügbarkeit.“

Als Anbieter von Edge Computing und Nvidia Quadro Embedded Preferred Partner will Adlink GPU-fähige Produkte in einer Vielzahl unterschiedlicher Formfaktoren anbieten und während des gesamten Lebenszyklus mit Firmware und heterogenen Computing-Plattformen unterstützen.

Alan Turing: Meister der Rechenmaschinen Nvidia nannte seine Mikroarchitektur für Grafikprozessoren Turing, nach dem britischen Mathematiker und Kryptoanalytiker Alan Turing (*1912 bis 1945). Alan Turing gilt vielen als Vater der Computerwissenschaft und der Künstlichen Intelligenz. Eine seiner zentralen Fragen lautete: „Kann eine Maschine denken?“ Turings Berechenbarkeitsmodell der Turingmaschine etwa zählt zu den Grundlagen der theoretischen Informatik. Eines der herausragenden Verdienste Turings bestand darin, im Zweiten Weltkrieg die Codierung, also den jeweiligen Tagesschlüssel der Enigma-Maschine für den deutschen U-Bootfunk zu knacken. Diese Leistung Turings soll entscheidend zum Verlauf und Ausgang des Zweiten Weltkriegs beigetragen haben. Für Turing stand bereits damals fest, dass nicht die Hardware, sondern erst die Software das Maximum aus einer Maschine herausholen kann. Die Leistungen des Genies Turing wurden jedoch erst posthum gewürdigt: zum einen behielt die englische Regierung einen Großteil seiner Arbeiten auch nach Kriegsende unter Verschluss – seine Tätigkeit für den britischen Geheimdienst wurde bis 1975 geheim gehalten. Online einzusehen ist eine 2017 gefundene Briefsammlung Turings. Zum anderen wurde Alan Turing wegen seiner Homosexualität, damals noch eine Straftat, 1952 angeklagt. Turing wollte nicht ins Gefängnis und entschied sich für eine „Therapie“. Die chemische Kastration machte ihn depressiv. Sein Tod ist nicht einwandfrei geklärt, doch es ist davon auszugehen, dass er sich 1954 mit 41 Jahren das Leben nahm. Erst 2009 entschuldigte sich die britische Regierung offiziell für die „entsetzliche Behandlung“ und würdigte Turings „außerordentliche Verdienste“ während des Zweiten Weltkriegs. Eine Begnadigung erfolgte nicht. Erst 2013 sprach Königin Elisabeth II. ein „Royal Pardon“, eine Königliche Begnadigung, aus.

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