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Siemens Weltrekord-Windturbine geht erstmals Offshore in Betrieb

| Redakteur: Peter Koller

Mit einem speziell dafür konstruierten Schiff hat Siemens die ersten beiden Windturbinen mit dem weltgrößten Rotor-Durchmesser vor der britischen Küste installiert.

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Geschafft: In weniger als 24 Stunden und somit in Rekordzeit hat das Team von Siemens und DONG Energy die leistungsfähigste Windturbinengeneration auf See installiert. Im Demonstrationsprojekt Gunfleet Sands III werden die beiden 6-MW-Maschinen ab sofort offshore getestet.
Geschafft: In weniger als 24 Stunden und somit in Rekordzeit hat das Team von Siemens und DONG Energy die leistungsfähigste Windturbinengeneration auf See installiert. Im Demonstrationsprojekt Gunfleet Sands III werden die beiden 6-MW-Maschinen ab sofort offshore getestet.
(Siemens)

Die beiden Turbinen verfügen über einen Rotordurchmesser von 154 Meter und erzeugen eine Leistung von jeweils 6 Megawatt – genug, um etwa 6000 Haushalte zu versorgen. Durch den Einsatz einer Direct-Drive-Technologie mit Verzicht auf ein Getriebe konnte das Gewicht der Turbinengondel auf lediglich 200 Tonnen gedrückt werden.

Die Technologie der SWT-6.0-Turbine wird bereits seit dem vergangenen Herbst im dänischen Østerild erprobt. Die Verwendung der beiden Prototypen vor der Küste von Essex im Windpark Gunfleet Sands III ist nun der erste Offshore-Einsatz der Weltrekord-Turbine.

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Zur Installation auf hoher See wurde das Schiff SEA INSTALLER entwickelt. Es gehört dem Unternehmen A2Sea, an dem Siemens knapp zur Hälfte beteiligt ist. Siemens hat auch Antriebs- und Steuertechnik für das Schiff geliefert. Mit einer Länge von 132 Metern und einer Ladekapazität von 5000 Tonnen kann die SEA INSTALLER bis zu zehn Windturbinen gleichzeitig transportieren. Die Installation einer Windturbine auf See dauert lediglich 24 Stunden und kann bis zu einer Wassertiefe von 45 Meter erfolgen.

Dass Siemens eigens Schiffe für bestimmte Spezialaufgaben bauen lässt, ist übrigens kein Novum, sondern hat eine lange Tradition: Bereits 1874 wurde die von William Siemens konstruierte "Faraday" in Dienst gestellt. Aufgabe des Dampfers war die Verlegung eines Transatlantikkabels von Irland bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika.

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