Autosalon Paris 2014 Weltpremiere des Passat GTE mit Plug-In-Hybridantrieb

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Auf dem Pariser Autosalon zeigt Volkswagen den Passat GTE – den ersten Passat mit Plug-In-Hybridantrieb. Er ist Zero-Emission- und Langstrecken-Fahrzeug in einem und hat eine Systemleistung von 160 kW sowie mehr als 1000 km Reichweite.

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(Bild: Volkswagen AG)

Der Passat GTE ist der erste als Plug-In-Hybrid angebotene Passat und kommt mit einer Kombination aus einem TSI-Motor und einer E-Maschine. Im „E-Mode" legt der Passat GTE bis zu 50 km rein elektrisch und damit emissionsfrei zurück. Arbeiten Verbrennungsmotor und E-Motor zusammen entwickelt der Passat GTE eine Systemleistung von 160 kW PS und kommt auf eine Reichweite von über 1000 km. Das maximale Drehmoment des Plug-In-Hybridantriebs liegt bei 400 Nm. Der umweltschonende und effiziente NEFZ-Verbrauch liegt unter 2,0 l/100 km und 13,0 kWh/100km (analog weniger als 45 g/km CO2). Der frontangetriebene Passat GTE mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe beschleunigt in 8,0 s von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 220 km/h. Im rein elektrischen Fahrmodus sind bis zu 130 km/h möglich.

Der Fahrer kann den rein elektrischen Modus (E-Mode) über eine Taste neben dem Schaltknauf auch gezielt manuell ansteuern – etwa am Ende einer langen Fahrt, wenn das Ziel im urbanen Umfeld liegt. Beispiel London: Wer hier mit einem Plug-In-Hybrid wie dem Passat GTE oder einem Elektrofahrzeug wie dem e-up! in die Stadt fährt, ist von der ansonsten üblichen City-Maut befreit.

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160 kW und mehr als 1000 km Reichweite

Das Kontrastprogramm zum E-Mode bietet der ebenfalls per Tastendruck abrufbare GTE-Mode, in dem der Passat die maximale Systemleistung von 160 kW zur Verfügung stellt; verschiedenste Parameter wie die Gaspedal- und Lenkungskennlinien sind in diesem Modus zudem sportlicher ausgelegt. Der 1,4 Liter große TSI-Motor entwickelt eine Leistung von 115 kW (ab 5000 U/min), die E-Maschine liefert 85 kW. Das maximale Drehmoment des Plug-In-Hybridantriebs beträgt 400 Nm.

Leistung und Kraft werden extrem umweltschonend und effizient genutzt: Der NEFZ-Verbrauch (für Hybridfahrzeuge) wird unter 2,0 l/100 km und 13,0 kWh/100 km liegen; diese Werte entsprechen einer CO2-Emission von weniger als 45 g/km. In Kombination mit dem TSI ergibt sich bei komplett gefüllten 50-Liter-Tank und voll aufgeladener Batterie eine Reichweite von über 1000 km – damit schafft der Passat GTE zum Beispiel die Strecke von Paris nach London und wieder zurück in die französische Hauptstadt ohne Tankstopp.

130 km/h elektrisch, über 220 km/h per TSI

Den niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten stehen souveräne Fahrleistungen gegenüber: Der Passat GTE, stets frontgetrieben und serienmäßig mit einem eigens für den Hybridantrieb entwickelten 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, beschleunigt in unter 8,0 s auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 220 km/h; im E-Mode sind es 130 km/h.

Umfassende Elektromobilitätsstrategie

Auf den Markt kommen wird der Passat GTE in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres. Und zwar zeitgleich als Limousine und Variant. Mit der Markteinführung des Plug-In-Hybrids werden für die europäische Version des Passat insgesamt neun Antriebsversionen mit einem Leistungsspektrum von 92 kW bis 206 kW zur Verfügung stehen. Alle Versionen erfüllen die Abgasnorm EU-6. Zudem gilt, dass der Passat GTE einen wichtigen Baustein der Elektromobilitätsstrategie von Volkswagen darstellt. Nach dem XL1, dem e-up!, e-Golf und Golf GTE ist der Passat GTE bereits das fünfte respektive sechste Modell (Limousine und Variant), das via E-Maschine über die täglichen Distanzen komplett emissionsfrei betrieben werden kann.

Hightech-Features und GTE-Design

Der Passat GTE ist eine eigenständige Ausstattungslinie. Zum Umfang der Serienausstattung gehören einerseits Features, die auch für andere Modelle der Baureihe als Option oder je nach Ausstattungsversion aufpreisfrei erhältlich sind. Dazu zählen die LED-Scheinwerfer (für Abblend- und Fernlicht), die Müdigkeitserkennung, die Multikollisionsbremse, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive City-Notbremsfunktion, ein Regensensor, der ParkPilot für den Front- und Heckbereich, Chromleisten an den Seitenfenstern und vorn Komfortsitze.

Konzeptionell auf das neue Antriebssystem abgestimmt wurde auch das Interieur. Hier schnitten die Ingenieure und Interface-Designer vom technischen Entwicklungszentrum Features wie das Kombiinstrument (u.a. mit Powermeter) und das serienmäßige Infotainmentsystem Composition Media mit einer Menümatrix für die antriebsspezifischen Funktionen und Anzeigen speziell auf den Plug-In-Hybridantrieb zu. Optional wird es darüber hinaus auch für den Passat GTE das innovative Active Info Display mit spezifischen Anzeigen geben.

Funktionen via App steuern

Für die Besitzer des neuen Passat GTE wird die App CAR-NET e-Remote zur Verfügung stehen, über die via Smartphone zum Beispiel das Laden der Batterie gestartet werden kann. Ebenso ist es möglich, die Klimafunktionen über das Smartphone zu aktivieren. Zudem können Informationen über den Fahrzeugstatus, den Ladestatus der Batterie, die letzten Fahrdaten oder die letzte Parkposition abgerufen werden. Ein Check, ob die Türen geschlossen und Licht aus ist, wird ebenso ermöglicht.

Die spezifischen Anzeigen des Passat GTE

Der neue Passat GTE wird mit dem hochauflösenden 6,5-Zoll-Display des serienmäßigen Infotainmentsystems Composition Media durchstarten. Optional erhältlich: die Radio-Navigationssysteme Discover Media (ebenfalls mit 6,5-Zoll-Display) und Discover Pro (mit einem 8,0 Zoll großen Display). Beide Geräte sind im Passat GTE mit zahlreichen Zusatzfunktionen ausgestattet. Dazu gehören ein Reichweitenmonitor, eine Energieflussanzeige, eine Zero-Emission-Statistik, der e-Manager und – mit Navigationssystem an Bord – die 360°-Reichweite:

  • Reichweitenmonitor: Er illustriert die aktuelle elektrische Reichweite des Passat GTE; zudem wird das zusätzliche Reichweitenpotenzial durch das Abschalten etwaiger genutzter Nebenverbraucher angezeigt.
  • Energieflussanzeige: Sie stellt mittels einer animierten Grafik den Leistungsfluss beim Beschleunigen (blaue Pfeile) sowie Bremsen respektive Rekuperieren (grüne Pfeile) dar.
  • e-Manager: Hier können bis zu drei Abfahrts- und Ladezeiten programmiert und kann das Heizen oder Kühlen des Innenraumes via serienmäßiger Standklimatisierung aktiviert werden.
  • 360°-Reichweite: Der aktuelle Aktionsradius im E-Mode wird durch die 360°-Reichweite in der Umgebungslandkarte dargestellt. Der markierte Bereich beschreibt die rein elektrische Reichweite bei einfacher Fahrstrecke. Ladestationen können angezeigt und von der Routenberechnung verwendet werden.

Powermeter als zentrales Instrument

Auf der linken Seite im Kombiinstrument ergänzt das Powermeter den Drehzahlmesser; es zeigt unter anderem an, ob die Hochvoltbatterie via Rekuperation geladen oder Energie abgerufen wird. Sprich: Der Fahrer sieht über diese Leistungsanzeige, wieviel Systemleistung er abruft respektive wie stark die Rekuperationsintensität ist. Der Tacho befindet sich nach wie vor rechts. In dem zwischen Powermeter und Tacho angeordneten Farbdisplay (Multifunktionsanzeige Premium) gibt es unter anderem eine permanente Anzeige der elektrischen Reichweite und des jeweiligen Betriebsmodus. Im unteren Segment der Multifunkti-onsanzeige erscheint in einem separaten LED-Feld – nach dem Starten des Motors – zudem der Hinweis READY für die Fahrbereitschaft des Elektromotors, da der im Stand nicht zu hören ist.

Active Info Display

Auch für den neuen Passat GTE wird Volkswagen optional ein als Volldisplay aufgebautes Kombiinstrument mit interaktiver Darstellung anbieten: das Active Info Display. Alle Instrumente – und damit auch die spezifischen Anzeigen des Passat GTE – werden dabei rein virtuell über Software realisiert. Die Navigationsinformationen können in 2D und 3D dargestellt werden; das Display ist 12,3 Zoll groß. Die Auflösung von 1440 x 540 Pixel erlaubt eine äußerst präzise, grafisch hochwertige und interaktive Darstellung aller Details. Beispiel Navigationsmodus: Hier rücken Powermeter und Tacho an den seitlichen Rand, um der Kartendarstellung mehr Raum zu geben. Je nach Bedarf können zudem Informationen wie Fahr-, Navigations- und Assistenzfunktionen in die Grafikflächen des Tachos und Drehzahlmessers integriert werden. In der Mittelkonsole via Infotainmentsystem darstellbare Daten wie Telefon-Kontaktbilder oder CD-Cover können auch im Active Info Display des Passat dargestellt werden. Fakt ist, dass der Fahrer alle fahrrelevanten Informationen im direkten Blickbereich vorfindet. Wie skizziert, kann er aus einer hohen Informationsdichte die wichtigen Infos heranziehen, die er situativ benötigt und diese dann in einer individuell ausgewählten Darstellung nutzen.

TSI, E-Maschine, DSG, Batterie

Antriebsseitig setzt Volkswagen im Passat GTE wie skizziert einen Turbobenzin-Direkteinspritzer (1.4 TSI) und als Elektromotor eine dreiphasige permanentmagneterregte Synchronmaschine ein. Die E-Maschine dreht aus dem Stand heraus turbinenartig hoch und stellt ein maximales Drehmoment von 330 Nm zur Verfügung. Der Elektromotor wird über die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit Energie versorgt; ihr Energieinhalt beträgt 9,9 kWh. Als Getriebe setzt Volkswagen ein automatisch schaltendes und speziell für den Hybrideinsatz entwickeltes 6-Gang-DSG mit einer Dreifachkupplung ein (Doppelkupplung plus Trennkupplung). Die Trennkupplung koppelt den TSI wann immer möglich von der angetriebenen Vorderachse ab und schaltet ihn aus – zum Bei-spiel in Phasen des sogenanntes Segelns; hier nutzt der Passat GTE die kinetische Energie und rollt ohne Antriebskraft. Der Elektromotor wurde von Volkswagen in das Getriebegehäuse integriert. Zu den weiteren Komponenten des Hybridantriebs gehören unter anderem eine Leistungselektronik (sie wandelt den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Elektromotor um) und ein Ladegerät. Ein elektromechanischer Bremskraftverstärker und ein elektrischer Klimakompressor sichern zudem auch im E-Modus eine optimale und energieeffiziente Funktion von Bremsen und Klimaanlage.

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Von E-Mode bis GTE

Der Passat GTE kann in vier verschiedenen Modi gefahren werden, deren Nutzung sich intuitiv erschließt: E-Mode, ,Hybrid,Battery Charge und GTE. In der Multifunktionsanzeige des Kombiinstruments sieht der Fahrer dabei stets, welcher Modus aktiv ist. Nach dem Anlassen fährt der Passat GTE automatisch im E-Mode an (lediglich bei nicht ausreichend geladener Batterie oder sehr niedrigen Außentemperaturen übernimmt sofort der TSI-Motor die Regie). Beim Erreichen eines minimalen Ladezustandes der Batterie oder bei einer sehr hohen Leistungsanforderung wechselt das Antriebssystem automatisch in den Mode Hybrid. Sprich: Der E-Mode wird deaktiviert; der Passat GTE verhält sich jetzt wie ein klassischer Vollhybrid, der beim Verzögern via Rekuperation die Batterie lädt und je nach Antriebssituation automatisch den TSI und / oder die E-Maschine nutzt. In diesem Modus wird der Ladezustand der Batterie auf einem konstanten Wert gehalten. Mittels E-Mode-Taste (links vom Schaltknauf) wechselt der Fahrer bei Bedarf manuell in den E-Mode. Diese Taste öffnet gleichzeitig ein Auswahlfenster im Infotainmentsystem, in dem die drei Modi

E-Mode, Hybrid und Battery Charge direkt ausgewählt werden können.

Battery Charge via Menü

Zusätzlich zu den Modi E-Mode und Hybrid kann über die Menüführung des Infotainmentsystems wie skizziert ein weiterer Modi eingestellt werden: Battery Charge (Batterie laden). Hierbei wird die Hochvoltbatterie während der Fahrt geladen.

Sportlich im GTE-Modus

Über die GTE-Taste (ebenfalls links vom Schaltknauf) wechselt der Fahrer in den gleichnamigen Modus und aktiviert damit die besonders agile Seite des Passat GTE. Für den Fahrer (und alle Passagiere) spürbar: Gaspedal-, Getriebe- und Lenkungskennlinie sind sportlicher; die Abstimmung des TSI wird zudem leistungsorientierter. Darüber hinaus arbeiten der TSI und die E-Maschine im GTE-Modus beim sogenannten Boosten zusammen, um die volle Systemleistung und das größte maximale Systemdrehmoment abzurufen.

Das Laden der Batterie

Es gibt zwei verschiedene Arten, die Batterie des Passat GTE extern über die im Kühlergrill integrierte Ladedose zu laden. Erstens: Das serienmäßige Ladekabel wird in eine 230-Volt-Steckdose gesteckt. Die Batterie ist dann – wäre sie komplett leer – mit einer Ladeleistung von 2,3 kW Wechselstrom (AC) aus dem Netz in vier Stunden und 15 Minuten geladen (100% Batterieladezustand). Zweitens: Optional bietet Volkswagen für die Garage oder das Carport eine Wallbox an, die mit 3,6 kW lädt; die Batterie ist so nach nur zwei Stunden und 30 Minuten wieder bei 100%. Wie die Wallbox, gibt es auch öffentliche Ladestationen, die mit 3,6 kW auftanken.

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