Weltneuheit: NOR-Flash-Speicher mit Embedded-MAC-Adressen

| Redakteur: Michael Eckstein

Eindeutige Sache: NOR-Flash-Speicher mit einprogrammierten MAC-Adressen sollen Produzenten kleiner Serien das Leben erleichtern.
Eindeutige Sache: NOR-Flash-Speicher mit einprogrammierten MAC-Adressen sollen Produzenten kleiner Serien das Leben erleichtern. (Bild: Microchip)

NOR-Flash mit vorprogrammierten MAC-Adressen soll Unternehmen von der Aufgabe befreien, eindeutige IEEE-RA-Kennungen selbst beschaffen zu müssen. Das soll die Fertigungskosten senken und die Markteinführung beschleunigen.

Microchip hat neue NOR-Flash-Bausteine auf Basis seiner „SuperFlash“-Technologie vorgestellt. Ihre Besonderheit: Die 3V-Flash-Speicher der Serie SST26VF mit seriellem Serial-Quad-I/O-Interface (SQI) enthalten bereits einprogrammierte EUI-48- und EUI-64-MAC-Adressen. Nach eigenen Angaben ist Microchip der erste Hersteller, der diesen Service für NOR-Speicher anbiete.

Das rasante Wachstum des Internet der Dinge (IoT) bringt einige Herausforderungen mit sich. So müssen Entwickler von Embedded-Systemen derzeit für vernetzte Produkte MAC-Adressen (Media Access Control) von der IEEE Registration Authority (RA) beziehen, programmieren und verwalten. Der Haken dabei: Die IEEE-RA verkauft Adressblöcke nur in der Größenordnung zwischen 4000 und 16 Mio. Stück. Unternehmen, die lediglich kleine Serien oder Einzelprodukte fertigen, zahlen dadurch möglicherweise drauf.

An dieser Stelle springt Microchip ein: Der Chiphersteller ordert große MAC-Adress-Pakete, programmiert mit den eindeutigen IDs seine Speicherchips und verkauft diese an seine Kunden – zum Beispiel Entwickler von Embedded Systemen. Eine Mindestbestellmenge gibt es nicht. Microchip sieht das Haupteinsatzgebiet seiner neuen NOR-Speicher denn auch bei kleinen bis mittelgroßen Serien: Hier könnten Hersteller die Markteinführung ihrer Produkte beschleunigen, da sie sich nicht mehr selbst eindeutige Kennungen von der IEEE-RA beschaffen und verwalten müssten.

Bis zu 64 Bit lange eindeutige EUI-MAC-Adressen

MAC-Adressen sind der Sicherungsschicht, also Schicht 2, des OSI-Modells zugeordnet. Netzwerkgeräte brauchen eine MAC-Adresse, wenn sie explizit auf Schicht 2 adressiert werden sollen – etwa, um Dienste auf höheren Schichten anzubieten. EUI, Kurzform für „Extended Unique Identifier“, ist ein vom IEEE standardisiertes MAC-Adressformat zum eindeutigen Identifizieren von Netzwerkgeräten.

Die EUI-48- und EUI-64-Knotenadressen bestehen aus zwei Teilen: einem Organisational Unique Identifier (OUI) und einem Extension Identifier (EI). Beispiel EUI-64-Adresse: Sie ist, wie der Name impliziert, 64 Bit lang. Die ersten 24, 28 oder 36 Bit identifizieren den Hardwarehersteller, die restlichen Bits sind für die eindeutige Identifikation des Geräts vorgesehen.

Während der OUI von Einzelunternehmen über das IEEE erworben wird, wird der EI den Unternehmen zugewiesen und von diesen verwaltet. Jedes Produkt erhält einen eindeutigen EI. Auf diese Weise ist für jedes verwendete oder gelieferte Gerät eine weltweit eindeutige EUI-Knotenadresse (Extended Unique Identifier) sichergestellt. Damit lassen sich Geräte mit einer weltweit eindeutigen Kennung versehen – wichtig zum Beispiel für Applikationen in der Medizintechnik, Industrie, Automotive oder Gebäudeautomatisierung.

4-Bit-SQI-I/O-Schnittstelle und kompakte Gehäuse

Laut Microchip sind die MAC-Adressen nicht sequentiell auf die Chips etwa in Tapes/Reels für die automatische Bestückung verteilt. Vielmehr erfolgt die Zuordnung mehr oder weniger zufällig, je nachdem, wie die Chips nach dem Schneiden des Wafers weiterverarbeitet werden. Von aufeinander folgenden Produkten aus der Fertigung lässt sich daher nicht auf ihre MAC-Adresse schließen, auch wenn die eines Geräts bekannt sein sollte. Die MAC-Adresse lässt sich während oder nach der Produktion aus dem Produkt auslesen. Microchip bietet auch eine Vorprogrammierung für die Firmware seiner Kunden an.

Die Bausteine SST26VF064BEUI, SST26VF032BEUI und SST26VF016BEUI verfügen über eine 4-Bit-I/O-Schnittstelle mit 6 Anschlüssen. Laut Microchip soll damit ein stromsparender und leistungsstarker Betrieb in einem Gehäuse mit niedriger Pinzahl möglich sein. Die Speicher sind in 8-poligen SOIC- und 8-poligen WSON-Gehäusen erhältlich und benötigen wenig Platz auf der Platine.

Die Bausteine sind mit Kapazitäten von 16, 32 oder 64 MBit erhältlich und sind mit einem Schreibschutz ausgestattet. Die hauseigene SuperFlash-Technologie sorge zudem für eine hohe Lebensdauer, niedrige Betriebsströme und einen geringen Stromverbrauch. So gerüstet, würden sich die Flash-Speicher beispielsweise für Cloud-Anwendungen in der Industrie und im Consumer-Bereich eignen, z.B. intelligente Hubs für Privathaushalte, intelligente Haushaltsgeräte, Gebäudeleittechnik, Automatisierungstechnik, Sicherheits- und Überwachungstechnik.

Neben den NOR-Flash-Bausteinen bietet Microchip auch EEPROMs mit eindeutigen, vorprogrammierten EUI an.

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