Suchen

Touchdisplays aus Deutschland

Welche Vorteile das optische Bonding für die Industrie bietet

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Folienverklebung (OCA) und Flüssigverklebung (LOCA)

Etabliert haben sich zwei Bonding-Techniken: Folienverklebung (OCA) und Flüssigverklebung (LOCA). Bei OCA (Optical Clear Adhesive) wird häufig mit Klebefolien gearbeitet, die mit Rolllamination Touch und Gläser verbinden. Im Nachgang werden über einen Autoklaven mögliche Luftblasen entfernt. Im Gegensatz dazu ist LOCA (Liquid Optical Clear Adhesive) eine Flüssigverklebung. Bei dieser Technik wird im ersten Schritt die zu verbindende Komponente mit einem Damm abgedichtet. Im Anschluss wird flüssiger Kleber so dosiert, dass sich dieser lückenlos zwischen Glas und Touch ausbreiten kann.

Die Aushärtung erfolgt über UV-Licht. Beide Klebeverfahren haben das Ziel, Covergläser, Touches und TFTs optisch zu verbinden sowie Reflexionen zu vermindern. Wird zwischen Glas und PCAP-Touch fast ausschließlich gebondet, sind beim Zusammenbringen von Display und Deckglas-Toucheinheit zwei Arten des Verklebens üblich: Bei dem sogenannten „Air Bonding“ wird die Toucheinheit umlaufend mit dem Rahmen des Displays verklebt.

Bildergalerie

Der Luftspalt zwischen Display und Touch Screen erzeugt zusätzliche Lichtbrechung und vermindert die optische Performance des darunterliegenden Displays. Beim „Full Optical Bonding“ wird der Luftspalt zwischen Toucheinheit und Display durch einen vollflächigen, optisch durchlässigen Kleber eliminiert. Im Ergebnis kommt es zu einem höheren Kontrast. Durch die hellere Darstellung kann das TFT-Modul mit einer niedrigeren Hintergrundhelligkeit betrieben werden. Das Verfahren des „Full Optical Bondings“ stellt die Königsdisziplin dar.

Das schonende Bonding-Verfahren „LOCA“

Am Fertigungsstandort Weikersheim verklebt Data Modul nach dem LOCA-Verfahren und härtet den flüssigen Kleber unter UV-Licht aus. Dabei werden, anders als bei der Roll- oder Heißlamination, weder Touch noch TFT mechanisch oder mit Temperatur beansprucht, was sich in der Yieldrate deutlich bemerkbar macht. Der Flüssigkleber breitet sich nach erfolgreichem Maschinensetup blasenfrei aus und gleicht bei verschiedenen Covermaterialen auch Unebenheiten aus.

Auch bei Full-Bonding-Produkten eignet sich das Klebeverfahren besser als Folienverklebung. Der Höhenunterschied zwischen der eigentlichen TFT-Zelle und des Metal Bezels bei den Industriedisplays wird problemlos ausgeglichen. Für Außenanwendungen müssen Verklebungen stabil gegenüber schwankenden Temperaturen und auch bei Sonneneinstrahlung sein. Die LOCA-Verbindungen sind spezifiziert von -40 bis 100 °C. Sie vergilben nicht und sind, einmal ausgehärtet, eine unzerstörbare Verbindung.

Optical Bonding eignet sich grundsätzlich für alle Standard-Displayformate. Am Standort in Weikersheim kann Data Modul PCAP-Lösungen bis zu einer Diagonale von 32'' und TFTs bis 17'' vollautomatisch bonden. Größere Displayformate bis zu einer Diagonalen von 55'' und Displays in Sonderformaten fertigt der Hersteller semi-automatisch mit manueller Endmontage mit Positionierungshilfen. Auch OLED- und transparente OLED-Panels (wie von Samsung) können und sollten unbedingt gebondet werden. Gerade transparente OLED-Displays kommen mit einer Stärke von 1,6 mm aus der Fertigung und wären ab einer gewissen Größe ohne gebondetes Deckglas nicht mehr bruchsicher und ließen sich deshalb auch nicht praktisch verwenden.

* Philipp Meinhardt ist bei dem Display-Spezialisten Data Modul in München für die Unternehmenskommunikation zuständig.

(ID:43947323)