3-D-Scan Weitere Geheimnisse der Terrakotta-Armee gelüftet

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Knochen von jungen Frauen aus dem Umfeld des Mausoleums von Kaiser Qin Shihuangdi wurden mit modernen Handscannern abgetastet. Damit war es möglich, die Gesichter zu rekonstruieren.

Firmen zum Thema

Ein Schädel aus dem Umfeld der Terrakotta-Arme: Mit modernen Scanner war es den Wissenschaftlern möglich, die Gesichter zu rekonstruieren.
Ein Schädel aus dem Umfeld der Terrakotta-Arme: Mit modernen Scanner war es den Wissenschaftlern möglich, die Gesichter zu rekonstruieren.
(Bild: Artec 3D)

Die Terrakotta-Arme des Mausoleums von Kaiser Qin Shihuangdi birgt immer noch Geheimnisse: Forscher der Universität Nordwestchinas haben Form und Textur der Schädel und Knochen junger Frauen aus den Gräbern im Umfeld des Mausoleums erfasst. Zum Einsatz kamen handgeführe Streifenlichtscanner von Artec. Die Grabanlage hatte weltweite Berühmtheit erlangt, als die ersten, das Mausoleum des Kaisers bewachenden Kriegerstatuen entdeckt worden

Bildergalerie

Zeitgleich wurden neue Forschungsergebnisse bekannt, denen zufolge altgriechische Künstler an der Gestaltung der berühmten chinesischen Terrakotta-Armee beteiligt gewesen sein könnten. Diese neuen Erkenntnisse und die mithilfe der Artec-Technik erstellten Scans wurden in der jüngsten BBC-Dokumentation mit dem Titel „The Greatest Tomb on Earth: Secrets of Ancient China.” (Das größte Grab der Welt: Geheimnisse des alten China) veröffentlicht.

Rekonstruktion der Gesichter

Die Uni-Mitarbeiter legten eine medizinische Datenbank von mehr als 2000 CT-Bildern an, die von den Köpfen chinesischer Patienten aufgenommen wurden. Diese 2000 Bilder wurden in 3-D-Polygonnetzmodelle menschlicher Gesichter und Schädel umgewandelt. Sie sollen bei der Rekonstruktion der Gesichter nicht identifizierbarer Schädel helfen, die beispielsweise bei Ausgrabungen oder bei Verbrechen gefunden wurden.

Die Farb-Streifenlichtscanner von Artec erfassen die Geometrie eines Objekts, indem sie ein Lichtmuster auf das Objekt projizieren, mit dem die Distanz per Triangulation gemessen werden kann. Der für dieses Projekt ausgewählte Scanner „Spider“ weist eine 3-D-Auflösung von bis zu 0,1 mm und eine Messgenauigkeit von 0,05 mm auf. Damit können komplexe Texturen wie die von Knochen mit äußerster Detailgenauigkeit erfasst werden. Die große Präzision der hochauflösenden 3-D-Scanner ist der hybriden Geometrie- und Farbdatenerfassung zu verdanken. Auf diese Weise lässt sich das Aufbringen von Zielmarken am Scan-Objekt vermeiden, bei dem historische Artefakte beschädigt werden können.

3-D-Scanner bei historisch bedeutenden Projekten

Artec 3-D-Scanner unterstützen nicht nur die Forschungsarbeiten der Universität Nordwestchinas, sondern auch andere historisch bedeutsame Projekte. So wurden beispielsweise zahlreiche Exponate von Museen auf der ganzen Welt mit Artec 3-D-Scannern digitalisiert. Zum Einsatz kamen die Scanner auch bei der Ausgrabung und Dokumentation des Frühmenschen Homo naledi im südafrikanischen Rising-Star-Höhlensystem, bei der Erstellung einer Büste des amerikanischen Präsidenten Obama und bei der Dokumentation 1,8 Millionen Jahre alter Fossilien im kenianischen Turkana-Becken – ein Projekt, das gemeinsam mit der renommierten Paläontologin Louise Leakey durchgeführt wurde.

(ID:44334064)