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Farbraum CIE 2015 10° Weiße LEDs mit besserer Farbwiedergabe und Farbkonsistenz

| Autor / Redakteur: Alexander Wilm* / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit dem Farbraum CIE 2015 10° hat die internationale Beleuchtungskommission den Farbraum überarbeitet. Darauf baut Osram sein Weißbinning „TEN°“ für realistischere Farben auf.

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Bessere Farbwahrnehmung: Mit dem neuen Weißbinning „TEN°“ erhöht Osram die Qualität einer LED-Beleuchtung.
Bessere Farbwahrnehmung: Mit dem neuen Weißbinning „TEN°“ erhöht Osram die Qualität einer LED-Beleuchtung.
(Bild: Osram Opto Semiconductors)

Bisher galt in der Allgemeinbeleuchtung und anderen Lichtanwendungen der Farbraum CIE 1931 2° als der weltweit übliche. Veröffentlicht wurde er von der Internationalen Beleuchtungskommission bereits 1931. Doch hat sich in den 85 Jahren in der Beleuchtungsindustrie einiges getan.

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Die Glühlampe als einzige Lichtquelle wurde um die Halogen-, Kompaktleuchtstoff- und Hochdruckentladungslampe ergänzt, dann kamen LED und LED-Retrofits – und schließlich wurde die Glühlampe aus Energieeffizienzgründen sogar wieder abgeschafft. In den vergangenen 85 Jahren wurde die Farbmetrik angepasst. Bereits 1964 wurde von der internationalen Beleuchtungskommission ein neuer Farbraum mit 10°-Beobachter definiert und veröffentlicht. Dieser hat jedoch bis heute in der Beleuchtungsbranche keine Anwendung gefunden.

2015 wagte die internationale Beleuchtungskommission einen neuen Versuch und präsentierte den Farbraum CIE 2015 10° u'v'– nach 1964 also der zweite 10°-Farbraum. Osram Opto Semiconductors ist davon überzeugt und überführte den neuen Farbraum in ein neues 10°-Binning für weiße LED.

Gleicher Farbort, unterschiedliche Farbwahrnehmung

Warum ist das 10-Grad-Binning so interessant? Im bisher üblichen Farbraum CIE 1931 2° können zwei LED trotz exakt gleicher Farbkoordinaten unterschiedliche, wahrnehmbare Weißtöne aufweisen. Bei weißen Chip-on-Board-LED, die als einzelne Lichtquellen beispielsweise in Wallwashern, Spots und Downlights eingesetzt werden, können die Farbunterschiede besonders unangenehm auffallen. Mit dem steigenden Anspruch an die Lichtqualität der LED kam es in den letzten Jahren zu Diskussionen bezüglich der Farbkonsistenz. Um diesem Problem zu begegnen, entwickelte Osram Opto Semiconductors auf Basis des Farbraums CIE 2015 10° u'v' der internationalen Beleuchtungskommission das neue Weißbinning „TEN°“.

Realistischere Wiedergabe der Farbwahrnehmung

Der große Vorteil: es ermöglicht eine richtige und realistischere Wiedergabe der Farbwahrnehmung. Denn Ursache für die mangelnde Farbkonsistenz von weißen LED ist die Diskrepanz zwischen dem im Farbraum CIE 1931 2° ermittelten Farbort und der realen Farbwahrnehmung. Bei diesem Farbraum wird davon ausgegangen, dass die für den Farbeindruck verantwortlichen blauen, grünen und roten Zapfen in unseren Augen gleichmäßig verteilt sind. Das ist in der Realität jedoch nicht der Fall, da die Dichte der Pigmente unter anderem stark über die Größe des Blickfeldes variiert: Im Zentrum existiert ein kleiner Bereich, in dem keinerlei blaue Zapfen vorhanden sind.

Gleichzeitig umfasst der 2°-Farbraum auf eine Entfernung von 0,5 m lediglich ein Blickfeld von 17 mm im Durchmesser. Dabei werden die meisten Anwendungen für Allgemeinbeleuchtung mit einem Sichtfeld von 10° (etwa 90 mm im Durchmesser) und mehr beurteilt. Die unterschiedlichen Zapfenverhältnisse bei 2° und 10° führen deshalb zu Verzerrungen der Farbwahrnehmung.

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