Nach VW jetzt auch Daimler Wegen Chipmangel: Tausende Mercedes-Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit

Autor / Redakteur: dpa / Michael Eckstein

Fehlende Elektronikbauteile machen deutschen Autobauern weiterhin zu schaffen: Nach VW schickt nun auch Daimler an mehrere Standorten seine Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Fahren auf Sicht: Zunächst für eine Woche schickt Daimler tausende Mitarbeiter an zwei Standorten in Kurzarbeit.
Fahren auf Sicht: Zunächst für eine Woche schickt Daimler tausende Mitarbeiter an zwei Standorten in Kurzarbeit.
(Bild: Daimler)

Angesichts weltweiter Lieferengpässe von wichtigen elektronischen Bauteilen schickt der Autobauer Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter wieder in die Kurzarbeit. Betroffen ist nach dpa-Informationen ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, für die betroffenen Mitarbeiter an beiden Standorten sei Kurzarbeit jeweils von diesem Freitag an zunächst bis Ende kommender Woche beantragt worden.

In Bremer Werk sind mehr als 12 000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6500. Ausgenommen von der Kurzarbeit sind nach Unternehmensangaben an beiden Standorten Mitarbeiter in „strategischen Projekten“ und sogenannten Grundfunktionen, dazu zählt Daimler etwa die Bereiche Instandhaltung und Versorgung sowie Qualifizierungsthemen. Zunächst hatten lokale Medien über die Kurzarbeitspläne an den jeweiligen Standorten berichtet.

Unsichere Versorgungssituation, Daimler „fährt auf Sicht“

Die Mitarbeiter beider Werke sowie des Standorts im ungarischen Kecskemét waren bereits Anfang des Jahres wegen der Chipkrise in die Kurzarbeit geschickt worden. Daimler äußerte sich auf Anfrage nicht im Detail zu der Frage, ob nun auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe „falls nötig die Fahrweisen in einzelnen Werken an“, hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

Die weltweiten Probleme beim Nachschub von Elektronik-Chips zwingen auch andere Autokonzerne seit Wochen zu Unterbrechungen der Produktion. Zuletzt hatte beispielsweise Volkswagen Tausende Beschäftigte im Werk in Emden in die Kurzarbeit geschickt.

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