Was Sie beim Laden von Blei­batterien beachten sollten

| Redakteur: Thomas Kuther

Raphael Eckert, Group Sales Manager bei der GS YUASA Battery Germany: „Die richtige Ladetechnik ist ein wesentlicher Faktor für die Gebrauchsdauer einer VRLA-Batterie.“
Raphael Eckert, Group Sales Manager bei der GS YUASA Battery Germany: „Die richtige Ladetechnik ist ein wesentlicher Faktor für die Gebrauchsdauer einer VRLA-Batterie.“ (Bild: GS YUASA)

Wiederaufladbare Batterien gibt es in vielen Technologien. Wie aber lädt man welche Technologie am sinnvollsten? Raphael Eckert vom Batteriehersteller GS YUASA gibt Tipps zum Laden von Bleibatterien.

ELEKTRONIKPRAXIS: Welchen Stellenwert nehmen die Bleibatterien am Batteriemarkt ein?

Raphael Eckert: Bleibasierende Batterien beherrschen laut EUROBAT als eine von vier Technologien den Markt für Industrie- und Automotive-Batterien. Daneben gibt es noch Lithium-, Nickel- und Natrium-Batterien. Bleibatterien zählen wohl zu den weltweit am meisten genutzten und kommen in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen vor, zum Beispiel als Pufferbatterie für Notstromversorgungen, als Antriebsbatterie für Förderfahrzeuge, Bewegungshilfen und Freizeitmobilität oder als Starterbatterie für Nutzfahrzeuge, Pkw und Motorräder. Innerhalb der Bleibatterien kann man noch einmal zwischen wartungsfreien und wartungspflichtigen Typen unterscheiden.

Sind die wartungsfreien Bleibatterien tatsächlich komplett wartungsfrei?

Raphael Eckert: Bei den wartungsfreien Batterien gibt es Blei-/Gel- und Blei-/Vlies-Batterien. Die modernste am Markt befindliche Technologie ist die VRLA-Batterie, das bedeutet Valve-Regulated Lead-Acid Batterie mit AGM-Technik, also eine ventilgesteuerte Blei-Säure-Batterie für industrielle Anwendungen. Bei der AGM-Technik ist die Säure, der Elektrolyt, in einem Glasfaservlies gebunden, dieses befindet sich als Separator zwischen den negativen und den positiven Platten. Alles steckt wiederum in einem verschlossen Batteriegehäuse aus Kunststoff mit Ventil an der Oberseite, wo das überschüssige Gas entweichen kann. VRLA-Batterien sind genau genommen also fast wartungsfrei und gasen im Normalfall dank Rekombinationszyklus nicht. Geschehen kann das aber bei falscher Handhabung trotzdem, beispielsweise bei falscher Ladetechnik. Man muss die Batterien eben richtig laden, korrekt lagern und darf sie nicht im teilentladenen Zustand sich selbst überlassen.

Wie wirkt sich die Ladetechnik auf die Gebrauchsdauer der Bleibatterie aus?

Die richtige Ladetechnik ist ein wesentlicher Faktor für die Gebrauchsdauer einer VRLA-Batterie. Der Begriff Gebrauchsdauer leitet sich aus den Bestimmungen der EUROBAT-Richtlinie ab, wonach jeder Batteriehersteller seine Batterien klassifiziert. Diese reichen von „Standard Commercial“, also drei bis fünf Jahre, über „General Purpose“ mit sechs bis neun Jahren bis hin zu „Long Life“ mit zehn bis zwölf Jahren und „Very Long Life“ mit über zwölf Jahren. Dabei beziehen sich die Angaben auf den Batteriebetrieb bei Erhaltungsladung bei 20 °C. Beim Laden der Batterien können schnell unwissentlich Fehler entstehen. Diese verkürzen dann die Gebrauchsdauer und können unter Umständen die Batterie zerstören.

Wie lassen sich solche Fehler beim Laden einfach vermeiden?

GS YUASA gibt baureihenabhängig vor, die Batterie mit einer selbstbegrenzenden Konstant-Strom/Spannungs(I/U)-Lademethode bei 20 °C zu laden. Der Ladestrom sollte 0,1 C nicht übersteigen und die Ladespannung sollte bei Umschaltung auf Erhaltungsladung 2,275 V pro Zelle nicht überschreiten. Bei Temperaturveränderungen zu den empfohlenen 20 °C ist es notwendig, die im Standby-Betrieb anliegende Ladespannung zu kompensieren. Hier empfehlen wir –3 mV pro Zelle und pro Kelvin. Prinzipiell unterscheidet man für industrielle Anwendungen mit VRLA-Batterien zwei Ladeverfahren, nämlich für den zyklischen Betrieb und für den Bereitschaftsbetrieb.

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Es gibt bereits fortschrittlichere Ladeverfahren mit Puls Step down Ladetechnik um Bleibatterien...  lesen
posted am 29.12.2017 um 00:27 von Unregistriert


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