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Was Sie bei Open-Source-Lizenzen beachten müssen

| Autor / Redakteur: Andreas Pfeiffer * / Margit Kuther

Etliche Unternehmen wollen Open Source Software einsetzen, fürchten aber lizenzrechtliche Tücken und Abmahnanwälte. Lesen Sie, wie Sie Open Source Software bedenkenlos in Ihren Entwicklungen nutzen können.

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Open Source: Es gilt, einiges zu beachten.
Open Source: Es gilt, einiges zu beachten.
(Bild: Clipdealer)

Entwickler sind zumeist große Open-Source-Fans, bietet das Internet doch eine schier unerschöpfliche Quelle an Software-Schätzen, um Aufgaben zu lösen. Entscheider sind jedoch oft noch skeptisch, birgt der Einsatz von Open Source für sie die Gefahr, lizenzrechtlich angreifbar zu werden oder gar alle eigenen Software-Teile offenlegen zu müssen. Auch wenn immer wieder über Abmahnanwälte und Lizenztrolle berichtet wird – diese Angst ist unbegründet, wenn man weiß, was man tut und dabei die passenden Werkzeuge einsetzt.

Die Idee hinter Open Source Software ist, dass sich viele Softwareentwickler auf der Welt den Aufwand teilen, neue Software zu schaffen. Dabei handelt es sich nicht nur um Nerds, die in der Freitzeit programmieren, sondern auch um viele große Unternehmen die bewusst ihren Beitrag leisten und große Aufwände investieren. Um eine möglichst breite Basis an weltweiten Entwicklern für Open Source Software zu schaffen, wurden unterschiedliche Lizenzmodelle entwickelt.

Die Lizenzbedingungen sind zu befolgen

Beim Einsatz von Open-Source-Software-Komponenten muss man wissen, unter welchen Lizenzen diese zur Verfügung gestellt werden. Diesen Lizenzbedingungen muss man als Nutzer folgen. Zumeist handelt es sich um Pflichten zur Verwendung, Dokumentation und Offenlegung.

Wenn Sie in den Tiefen Ihres Mobiltelefons nach Lizenzinformationen suchen, finden Sie einen sehr langen Text mit genauer Auflistung der verwendeten Softwarekomponenten. Hier steht, unter welcher Lizenz diese verwendet werden, wo man diese beziehen kann und welche Möglichkeiten der Handyhersteller bietet, um Änderungen vorzunehmen. Es wird zwar selten jemand sein Handy umprogrammieren wollen wie bei Lineage, dank Open-Source-Lizenzbedingungen ist es aber grundsätzlich möglich.

Planen Sie Open-Source-Komponenten einzusetzen, ist es zunächst essenziell, schon vorab zu wissen, welche Komponenten Sie unter welchen Lizenzbedingungen nützen dürfen. GELin, die Embedded Linux Distribution von Ginzinger electronic systems, beinhaltet beispielsweise Werkzeuge, um aus Ihrem Projekt automatisch eine Art „Stückliste“ mit der Auflistung aller Open-Source-Komponenten und ihrer Lizenzarten zu generieren.

Gemäß den Lizenzbedingungen müssen Sie nun befolgen, wie Sie die einzelnen Komponenten einsetzen dürfen. Sie müssen beachten, ob Sie statisch oder dynamisch Linken dürfen, wie Sie den Einsatz dokumentieren müssen und bei manchen Lizenzarten auch die notwendigen Werkzeuge und Quellcodes auf Nachfrage zur Verfügung stellen. Die „Software-Stückliste“ ermöglicht es Ihnen auch rasch festzustellen, ob eine Ihrer eingesetzten Komponenten betroffen ist, wenn ein neuer Security Threat veröffentlicht wird.

Die Lizenz-Werkzeuge in GELin erzeugen Ihnen außerdem den kompletten Lizenztext mit Auflistung aller verwendeten Komponenten und Lizenzen zur Weitergabe mit Ihrem Produkt. GELin vereinfacht es den Entwicklern von Embedded-Linux-Anwendungen, Lizenzpflichten zu erfüllen und reduziert das Risiko für Unternehmen beim Einsatz von Open Source Software in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten.

* Andreas Pfeiffer ... ist Mitarbeiter bei Ginzinger electronic systems.

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