Was ist Medizintechnik? Definition, Beispiele und Karriere!

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Medizintechnik studieren in Deutschland

Welche Ausbildung muss man eigentlich absolvieren, um in der Medizintechnik zu arbeiten? Neben klassischen Ingenieursdisziplinen wie Maschinenbau, Elektrotechnik etc. ist hier vor allem das Studium der Medizintechnik zu nennen. Das Portal Studycheck nennt 45 Studiengänge Medizintechnik an 31 Hochschulen in Deutschland.

Aber Achtung: Nicht alle diese Studiengänge tragen auch tatsächlich den Namen Medizintechnik. Wer sich also über ein Studium oder ein duales Studium der Medizintechnik informieren möchte, tut gut daran, nicht nur nach dem Stichwort Medizintechnik zu suchen. Und: Manch eine Hochschule bietet sogar gleich mehrere Studiengänge zu Medizintechnik an. Eine Suche über Portale wie Studycheck kann deshalb helfen, alle relevanten Studiengänge zu erfassen.

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Bestes Beispiel hierfür ist die HFU Hochschule Furtwangen (Villingen-Schwenningen). Sie unterhält unter anderem einen Standort in Tuttlingen, bekannt als „Welthauptstadt der Medizintechnik“ und Unternehmenssitz von prominenten Vertretern der Medizintechnik-Branche wie Aesculap und Karl Storz Endoskope.

Der Standort kommt also nicht von ungefähr, leidet die Region mit ihren fast 600 Medizintechnik-Firmen doch ebenso unter Fachkräftemangel wie die Medizintechnik-Branche in Deutschland insgesamt. In Tuttlingen und Umgebung begegnet man diesem Fachkräftemangel unter anderem mit einem Studienangebot, das Medizintechnik-Firmen qualifizierten Nachwuchs verschafft.

An der HFU sind dies beispielsweise die Bachelor-Studiengänge Industrial Medtec, Molekulare und Technische Medizin oder auch Medical Engineering sowie die Master-Studiengänge Biomedical Engineering, Medical Diagnostic Technologies, Mikromedizin und Physikalisch-technische Medizin. An der FAU – Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hingegen – und damit unweit der Siemens-Medizintechnik-Sparte Siemens Healthineers – heißt der Studiengang schlicht Medizintechnik.

Studieninhalte und -abschlüsse in Deutschland

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Medizintechnikstudium das Richtige ist, kann es zuerst einmal mit einem Praktikum bei einem Medizintechnikunternehmen versuchen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Absolventen eines Studiums Medizintechnik nicht nur aufgrund des Fachkräftemangels, sondern auch aufgrund der demografischen Entwicklung in den meisten Industrieländern glänzende Berufsaussichten bevorstehen.

Doch was genau studiert man da eigentlich? Was die äußeren Formalien anbelangt, so dauert ein Medizintechnikstudium drei bis neun Semester, je nachdem, ob man es mit einem Bachelor, einem Master oder einem Diplom abschließt, ob man in Vollzeit oder berufsbegleitend studiert oder ob man es an einer Fachhochschule oder einer Universität absolviert.

Zwar gibt es zahlreiche Berührungspunkte mit der Medizin, doch beim Studiengang Medizintechnik handelt es sich nicht um ein medizinisches Studium. Medizin macht, auch wenn der Name Medizintechnik gegebenenfalls anderes vermuten lässt, gerade einmal 5 bis 10 Prozent der Inhalte aus. Das Fach richtet sich vielmehr an Technikbegeisterte und vereint naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Disziplinen und Fächer.

Definiertes Ziel ist, die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Menschen mittels Technik zu verbessern. So vermitteln die Grundlagenfächer üblicherweise Wissen im Bereich der Naturwissenschaften sowie in den Disziplinen Werkstoffkunde und Maschinenbau. Gängige Module im Studiengang Medizintechnik beschäftigen sich mit Elektrotechnik, Informatik, Physik, Mathematik und eben auch den eher medizinischen Disziplinen Anatomie und Physiologie.

Berufsaussichten und Gehälter in der Medizintechnikbranche

Die Berufsaussichten von Studierenden mit einem Abschluss in medizintechnischen Fächern sind, wie bereits erwähnt, glänzend: Zwar ist das Gesundheitswesen in den meisten Industrieländern – und auch in Deutschland – massiven Sparzwängen unterworfen. Doch aufgrund des demografischen Wandels, das heißt einer alternden Gesellschaft, hält sich die Nachfrage nach Medizinprodukten auch in Zukunft konstant hoch.

Reizvoll ist außerdem, dass sich die Begeisterung für Technik mit einem Dienst am Menschen verbinden lässt. Ob man also Medizingeräte oder Medizinprodukte entwickelt, herstellt, wartet, vermarktet oder vertreibt – in jedem Fall geht es in diesen Jobs um Technik im Dienste der Gesundheit von Menschen. Hinzu kommt: In der Medizintechnik herrscht seit Jahren Fachkräftemangel. Folglich sind die Einstiegschancen sowie der Verdienst gut. Laut dem Portal Studycheck liegt das Einstiegsgehalt in kleinen Firmen bei zirka 3.300 Euro brutto, in großen Firmen sogar bei 4.200 Euro.

Der Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Partnerportal DeviceMed.

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 Kathrin Schäfer

Kathrin Schäfer

Redakteurin