Smarte Lichtsteuerung

Was intelligente Komponenten in einem LED-Modul bieten

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Leitungslänge von bis zu 1,2 km

Das genaue Gegenteil wurde bei der Entwicklung des digitalen Steuerprotokolls DMX-512 angestrebt. Hier wurde Wert auf schnelle und individuelle Lichtwechsel gelegt. Basierend auf dem Physical Layer RS485 wird ein symmetrisches Übertragungsverfahren verwendet, das mit einer Ansteuerung im SELV- (Safety-Extra-Low-Voltage-)Standard arbeitet. Die Adresse der Teilnehmer wird direkt an der Leuchte eingestellt und jede Leuchte wird nacheinander an die Busleitung angeschlossen. Es müssen separate Leitungen für das Bussystem verwendet werden und die letzte Leuchte an der Busleitung mit einem Abschlusswiderstand von 120 Ohm abgeschlossen werden.

Bei einer normgerechten Leitung können so, selbst ohne den Einsatz von Leitungsverstärkern, bis zu 1,2 km Leitungslänge zwischen Sendeeinheit und der letzten von maximal 512 Empfangseinheiten verwendet werden. Die Datenrate beträgt 250 kBit/s dies ergibt eine Wiederholungsrate des Signals für jede Leuchte von etwa 44 Wiederholungen pro Sekunde. Ein Nachteil der beiden Verfahren DALI und DMX ist, dass zur Übertragung der Steuersignale eine separate Leitung notwendig ist. Hier setzen weitere mögliche Verfahren an, die die Information direkt auf die Versorgungsleitung aufprägen.

Bildergalerie

Industrieoffener Standard zum dimmen

Dazu gehört das Verfahren der LEDOTRON Allianz, die sich zur Aufgabe gemacht hat, einen neuen industrieoffenen Standard zur Dimmung von LED-Leuchten über die bestehende Gebäudeinstallation zu etablieren. Der Austausch eines Lichtschalters oder Phasen-Dimmers gegen ein LEDOTRON-Steuergerät kann ohne ein teures und aufwändiges Neuverlegen von Leitungen in Bestandsgebäuden erfolgen.

Die Besonderheit liegt darin, dass die Dimmeinheit keinen N-Leiter zur eigenen Versorgung benötigt. Die Energie für die Versorgung der Dimmeinheit wird in 2-Drahttechnik aus dem Strom der zur Leuchte fließt entnommen. Dazu wird ein kleiner Teil der sinusförmigen Versorgungsspannung ähnlich wie bei einem Phasenanschnittsdimmer angeschnitten.

In dieser kurzen Zeit steigt die Spannung an der Dimmeinheit an und wird dort so gespeichert, dass genügend Spannung für den Rest der Periodendauer zur Verfügung steht. Das Datensignal selbst wird auf die fallende Flanke der Versorgungsspannung aufmoduliert, ähnlich wie bei einer Powerlinekommunikation.

Die maximale Leitungslänge beläuft sich auf bis zu 100 m mit einer Datenrate von 200 Bit/s. Die Dimmauflösung ist auf 8 Bit festgelegt. Die Übertragung der Information zur Dimmung benötigt 80 ms, um der Leuchte zur Verfügung zu stehen. Ähnlich wie beim DALI-Protokoll können auch im LEDOTRON-Standard Leuchtengruppen gebildet oder aber alle Leuchten gleichzeitig angesprochen werden.

Modulare Komponenten, Sensoren und Funktionen

Hat sich der Leuchtenhersteller für ein Übertragungsverfahren entschieden, kann zusätzlich weitere Sensorik in das LED-Modul integriert werden. Umgebungslichtsensoren können die Leuchte dimmen, wenn die Helligkeit im Raum durch Sonneneinstrahlung ausreichend ist. Bewegungs- oder auch Präsenzmelder können die Leuchte auf eine minimale Helligkeit dimmen, sobald keine Bewegung mehr im Raum detektiert wird. Der Vorteil aller genannten Verfahren liegt darin, dass sich standardisierte Protokolle und genormte Hardware nutzen lassen. Der Anwender erhält eine große Auswahl an Produkten und der Leuchtenhersteller profitiert von der Standardisierung. Die Vorteile überwiegen gegenüber einer Insellösung.

Hier verbindet TURCK duotec verschiedene modulare Komponenten, Sensoren und Funktionen miteinander, so dass der Leuchtenhersteller ein System erhält, welches mit Hilfe von smarten LED-Modulen Licht neu definiert.

* Lukas Joslowski ist Entwicklungsleiter bei TURCK duotec in Halver.

(ID:43297862)