Autos, Autos, Autos Was Ingenieurstudenten bei der Arbeitgeberwahl bewegt

Autor / Redakteur: Jörn Klick, Annekatrin Buhl / David Franz

Fünf der sechs beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieurstudierenden sind Automobilhersteller. Und sie werden immer beliebter. Trotz attraktiver Produktmarken müssen die Unternehmen in ihr Personalmarketing investieren, um auch bei künftigen Arbeitnehmern auf der Wunschliste zu stehen.

(Bild: trendence)

Geld oder Spaß an der Arbeit?

Was ist es, das die Automobilindustrie als Arbeitgeber so beliebt macht? Ingenieurabsolventen erwarten ein hohes Gehalt: 47.000 Euro brutto Jahresgehalt schwebt den Absolventen zum Einstieg vor. Doch das allein ist nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Das Gehalt rangiert vielmehr im unteren Drittel der Rangliste der relevantesten Faktoren, so eines der Ergebnisse des trendence Graduate Barometers, Deutschlands größter Absolventenstudie.

Viel wichtiger sind den Ingenieuren attraktive Arbeitsaufgaben und die Möglichkeit, sich im Job persönlich weiterzuentwickeln. Aber auch die Unternehmenskultur ist ausschlaggebend bei der Arbeitgeberwahl: ein guter Führungsstil, Wertschätzung der Mitarbeiter und Kollegialität stehen weit oben auf der Wunschliste der Studierenden. Mehr als 9 von 10 Studierenden suchen sich danach ihr Wunschunternehmen aus. Die Automobilhersteller verstehen es besonders gut, mit diesen Eigenschaften zu überzeugen.

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Erfolgsstory Volkswagen

Seit 2002 wird das trendence-Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieure von Automobilern angeführt. BMW und Audi wechseln sich an der Spitze ab, aber auch Porsche, Daimler und Volkswagen spielen vorne mit. Eine besonders bemerkenswerte Entwicklung hat Volkswagen vorzuweisen. 2007 lag das Unternehmen noch auf Rang 11. Damals wollten 5,2 Prozent der deutschen Ingenieurstudierenden bei dem Wolfsburger Konzern arbeiten. Heute sind es mit 12 Prozent mehr als doppelt so viel.

Das Beispiel Volkswagen zeigt, wie ein Unternehmen mithilfe einer durchdachten Employer-Branding-Strategie zu einem attraktiven Arbeitgeber werden kann. Ende 2007 hat der Vorstand des Volkswagen-Konzerns das Ziel ausgerufen, bis 2018 ein Top-Arbeitgeber zu sein. Der Konzern hat eine ausdrucksstarke Arbeitgebermarke entwickelt, die eine große Bandbreite an attraktiven Leistungen vermittelt. Diese Leistungen, allen voran spannende Arbeitsaufgaben, vermittelt Volkswagen systematisch in seiner Kommunikation mit den potenziellen Bewerbern, beispielsweise direkt vor Ort an den Hochschulen. Dass diese Strategie wirkt, zeigt der Aufstieg im trendence-Ranking.

Auch Informatiker zieht es in die Automobilbranche

Nicht nur bei den Ingenieuren, auch bei den IT-Studierenden werden Volkswagen und andere Automobiler als Arbeitgeber immer beliebter. Kein Wunder, schließlich werden Autos immer mehr zu fahrenden Robotern. Der Bedarf an IT-Spezialisten steigt in Zeiten der Digitalisierung. Deshalb werben die Konzerne deutlich aktiver um IT-Absolventen als noch vor einigen Jahren. Sie zeigen, dass spannende Jobs und interessante Aufgaben in der Automobilindustrie warten – und überzeugen mit diesem Argument auch den IT-Nachwuchs.

Über das trendence Graduate Barometer

Das trendence Graduate Barometer ist Deutschlands größte Absolventen-Studie mit rund 35.000 Teilnehmern von 125 Hochschulen. Seit 1999 befragt das trendence Institut jedes Jahr abschlussnahe Studierende zu ihren Karriereplänen und Wunscharbeitgebern und berät Unternehmen auf der Basis dieser Daten zu ihrem Employer Branding und Personalmarketing.

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