Managementseminar Was Elektronikmanager unbedingt wissen sollten

Redakteur: Johann Wiesböck

Was sind die wirtschaftlichen Trends in der Elektrotechnik- und Elektronik-Industrie? Wie hebt man den Schatz der Mitarbeiterideen? Führen uns Brexit und Trump zu Protektionismus und Deglobalisierung? Wie erkenne ich meinen Bedarf an digitaler Transformation?

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Dr. Andreas Gontermann eröffnet den 15. EMS-Tag. Er leitet die Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur & Märkte beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.
Dr. Andreas Gontermann eröffnet den 15. EMS-Tag. Er leitet die Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur & Märkte beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.
(Bild: ZVEI)

Trends in der Elektrotechnik- und Elektronik-Industrie, Mitarbeiterideen für Innovation nutzen, Brexit und Trump verstehen sowie digitaler Transformation und ihre Umsetzung sind vier von acht wichtigen Themen auf dem 15. Würzburger EMS-Tag 2017 am 22. Juni: www.ems-tag.de.

Und das sind die andern vier wichtigen Vorträge: Lean Production und die Vermeidung von Verschwendung, Kostenoptimierung und Preistreiber im Leiterplattendesign, Laterales Führen bzw. Führen ohne Macht sowie Stand der Technik bei 3D-gedrukter Elektronik. Abgerundet wird das Managementseminar von einer Diskussion zum Thema „Webbasierte Best-Preisrecherche und ihre Auswirkungen auf Geschäftsprozesse und die Wertschöpfungskette der Baugruppenkalkulation“. Es diskutieren Hersteller von entsprechenden Softwarelösungen mit Bauelemente-Distributoren und mit erfahrenen Anwendern aus der Branche.

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Der EMS-Tag gilt als eine der wichtigsten Managementveranstaltungen und Networking-Plattformen für Führungskräfte in der OEM-Elektronikfertigung und bei EMS-Provider. Geschäftsführer und Führungskräfte von OEM und EMS und deren Zulieferern treffen sich in Würzburg, um sich über Themen zu informieren, die die Elektronikbranche bewegen. Das Programm für 2017 ist von besondere Relevanz und Brisanz für alle Marktteilnehmer: www.ems-tag.de

Wirtschaftliche Trends fordern Innovation und Effizienz

Mit dem Thema „Wirtschaftliche Trends in der Elektrotechnik- und Elektronik-Industrie weltweit und in Deutschland“ eröffnet Referent Dr. Andreas Gontermann vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI die Vortragsreihe am Morgen. Der Vortrag widmet sich der wirtschaftlichen Lage weltweit mit besonderem Fokus auf die Elektroindustrie.

„Mehr Innovationen braucht das Land – unterschätzte Ressource Mitarbeiterideen“ ist das Thema von Dr. Consuela Utsch von Acuroc. Innovation, Disruption und Digitale Transformation sind in aller Munde und werden die Geschäftsmodelle nachhaltig beeinflussen und ändern. Pilgerfahrten nach Silicon Valley sind angesagt, Startups werden gefeiert. Haben wir tatsächlich zu wenige Innovationen in unseren Unternehmen oder unterschätzen wir diese nur? Dieser Vortrag gibt Handlungsempfehlungen, um die Innovationskraft unserer Mitarbeiter zu fördern und zu steigern.

„Kostenoptimierung und Preistreiber im Leiterplattendesign“ ist das Thema von Referent Marc Nikutowski von der NCAB Group. Im Vortrag wird anhand von Industriekundenbeispielen die Kostenstruktur der Leiterplatte analysiert sowie Kostenoptimierungspotentielle im Bereich Leiterplatte aufgezeigt, die in der Designphase zu berücksichtigen sind.

Stehen wir vor Protektionismus und Deglobalisierung?

Die Frage „Brexit und Trump – stehen wir vor Protektionismus und Deglobalisierung?“ stellt Prof. Dr. Gerald Mann vom FOM Hochschulzentrum München nach der Mittagspause. Durch den Brexit verlässt der drittgrößte Nettozahler, einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und ein freihandelsfreudiges Land mit wirtschaftsliberaler Tradition die EU.

Der neue US-Präsident Donald Trump hat sich bislang glaubwürdig als Gegner des Freihandels geoutet. Die Desintegration der Weltwirtschaft während der Weltwirtschaftskrise 1929 ff. hat den Wohlstandsverlust, die Arbeitslosigkeit und die Armut und damit den politischen Extremismus verstärkt. Und Trump ist keineswegs der einzige Freihandelsgegner, sondern erfährt gerade in Europa gleichgerichtete Unterstützung.

Selbst der EU-Binnenmarkt wird von wachsenden politischen Strömungen in Frage gestellt. Droht uns ein Ende der Globalisierung durch „Populismus“ und „Nationalismus“ mit disruptiven Eingriffen in weltweite, arbeitsteilige Wertschöpfungsketten?

3D-gedrukte Elektronik – Stand der Technik und Best Practice

Nach einer kurzen Übersicht über die additiven Fertigungsverfahren, die für den 3D-Druck von Elektronikbauteilen genutzt werden können, beschreibt Referent Friedrich Proes vom LZN Laser Zentrum Nord die Entwicklung der Prozesse. Diese Prozessevolution ist eng mit den Designfreiheiten für Elektronikbauteile verknüpft, was anhand von Designbeispielen dargestellt wird.

In der Elektronikindustrie bestehen hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien. Gegensätzlich dazu ist in der additiven Fertigung die Auswahl der verfügbaren Werkstoffe noch begrenzt. In Bezug dazu, werden das bestehende Materialportfolio und die bevorstehenden Materialentwicklungen aufgezeigt. Schließlich werden verschiedene Beispiele aus Anwendungen 3D-gedruckter Elektronik vorgestellt und die Potentiale für zukünftige Anwendungen betrachtet.

Und das lernen die Teilnehmer im Vortrag: Welche 3D-Druck-Technologien sind für die Herstellung von Elektronikbauteilen anwendbar? Welche Designrestriktionen bringen die 3D-Druck-Technologien im Hinblick auf Elektronik mit sich? Und welche Materialien sind für die Herstellung von 3D-Druck von Elektronikbauteilen verfügbar?

Webbasierte Best-Preisrecherche und Geschäftsprozesse

Wie verändert sich die Wertschöpfungskette durch die Möglichkeit der webbasierten Best-Price-Recherche und welche Möglichkeiten bestehen für EMS-Firmen, sich von ihren Marktbegleitern abzuheben? Die Internettechnologie Web-Service ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit für hunderte Komponenten weltweit bei verschiedenen Distributoren und Herstellern die besten Preise (inkl. Preisstaffeln, Rabatte, Verfügbarkeit, technische Merkmale, EOL etc.) zu ermitteln.

Entscheidend ist nicht der niedrigste Preis, sondern der beste Preis. Das sind die einzelnen Themen in dieser Diskussionsrunde:

  • Beeinflussung der Internettechnologie auf die Supply-Chain
  • Markttransparenz durch webbasierte Systeme
  • Sensibilisierung für neue Technologien
  • Entwicklung der Distribution
  • Anforderungen der Zukunft
  • Veränderung der Distributionslandschaft

Geplante Diskussionsteilnehmer sind Helmut Krautwurm von Bay-Soft, Hermann Reiter von Digi-Key sowie mindestens zwei Vertreter von erfahrenen EMS-Unternehmen und natürlich die Seminarteilnehmer.

Den eigenen Bedarf an digitaler Transformation erkennen

Webbasierte Best-Preisrecherche und ihr Einfluss auf die Geschäftsprozesse ist ein gutes Beispiel für aber nur einer von vielen Aspekten der digitalen Transformation. Digitale Transformation ist Herausforderung und Chance zugleich und kommt unaufhaltsam auf jeden von uns zu – sie hat bereits begonnen und gewinnt zunehmen an Fahrt.

Wie Sie ihren spezifischen Bedarf an Digitalisierung erkennen können und wie Sie die Erfolgsaussichten bei der Umsetzung steigern können ist das Thema des Abschlussvortrages von Sanjay Sauldie. Er unterstützt Unternehmen dabei, die Herausforderungen der digitalen Zeit zu meistern. Als Business Consultant begleitet er Unternehmen auf der Digitalen Reise von der Erarbeitung der individuellen Digitalen Strategie bis hin zur kompletten Umsetzung der einzelnen Bausteine.

Der bekannte Internet-Guru tritt seit vielen Jahren auf Veranstaltungen von ELEKTRONIKPRAXIS auf und ist neben seinen inspirierenden Einblicken in die digitale Welt immer auch ein Erlebnis als Sprecher. Er zeichnet keine erschreckend komplexe Szenarien sondern motiviert mit klarem Blick auf das Wesentliche und das Warum?

Alle Informationen zum 15. Würzburger EMS-Tag sowie Preise und Anmeldung finden Sie auf www.ems-tag.de. Da zwei Menschen immer mehr aufnehmen und verstehen sowie besser networken können als einer, hat der EMS-Tag ein besonders interessantes Preismodell für den Zweitanmelder. Deshalb nehmen viel Unternehmen mit zwei Führungskräften teil.

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