ELEKTRONIKPRAXIS-Umfrage

Was die Elektronikbranche von 2012 erwartet

| Redakteur: Peter Koller

Christoph Caselitz, Chief of Customer Operations, Rittal

Wir sind vorsichtig zuversichtlich. Gemäß unserer Wachstumsstragie soll unser Jahresum-satz bis 2015 auf 3 Milliarden Euro steigen. Um diese Wachstumsziele zu erreichen, will Rittal insbesondere auch international weiter wachsen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Wachstumsregionen wie Brasilien, Russland, China und Indien. Die Umsetzung dieser Strategie werden wir in 2012 Schritt für Schritt konsequent verfolgen.

Es wird viel über gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht, Finanzmarktkrise et cetera in den Medien berichtet und geredet. Wir sind natürlich wie alle anderen Industrieunternehmen vorsichtig, allerdings vorsichtig zuversichtlich. Ich denke, wir sollten uns auf die Realwirtschaft konzentrieren, denn diese war auch nach der letzten Wirtschaftskrise der Motor des Wachstums. Die Industrie hat es bisher weitgehend geschafft, sich von den Turbulenzen um die Staatsschulden und Währungen abzukoppeln. Es wird weiterhin investiert. Unsere Kunden und die Branchen, in denen Rittal unterwegs ist, wachsen.

Integration ist eines der großen aktuellen und zukünftigen Themen. Mit unserem Programm „Rittal – Das System.“ zeigen wir, dass wir dieses Thema konsequent verfolgen. Erhebliches Potenzial gibt es speziell bei der Frage nach einer besseren Integration von Kühl- und Schaltschranktechnik. Denkbar sind Konzepte, die über die klassische Lösung „Kühlgerät am Schaltschrank“ hinausgehen. Die größten Unterscheidungsmerkmale werden sich in Zukunft aber beim Komplettsystem zeigen. Je nachdem wie intelligent und adaptiv die Aspekte Integration und Regelung gelöst sind, trennt sich in Sachen Effizienz die Spreu vom Weizen.

Darüber hinaus wird die Energieeffizienz auch weiterhin eines der technologischen Trendthemen sein. Weitere Veränderungen bei der Schaltschrankttechnik kommen durch wachsende Packungsdichten zum Beispiel in der Antriebstechnik. Während früher in der Industrie Verlustleistungen von 3 bis 4 kW in der Regel die Obergrenze im Schaltschrank darstellten, gibt es mittlerweile immer mehr Anwendungen mit noch höheren Verlustleistungen. Wir stoßen mittlerweile in Größenordnungen von 10 bis 20 kW, die wir bisher nur aus dem Bereich der Serverkühlung in der IT kannten. Auf der SPS/IPC/Drives hat Rittal mit dem „LCP Industrie“ eine flüssigkeitsbasierte Kühllösung vorgestellt, die zukünftigen Anforderungen gerecht wird.

Rahman Jamal, Technical & Marketing Director Europe, National Instruments

Globaler Wettbewerb und schnell wechselnde Technologien setzen Entwickler und Firmen dermaßen unter Druck, dass sie sich in einer unaufhaltsamen „Technologie-Tretmühle“ befinden. Verzweifelt versuchen sie, mit den Anforderungen Schritt zu halten, um wettbewerbsfähige Produkte entwickeln zu können. Will man von diesen disruptiven Kräften nicht vom Markt weggefegt werden, muss man sich auf eine solide Basis stützen, die einerseits die zunehmende Komplexität abstrahiert und sich andererseits die modernsten Technologien zunutze macht.

Diese konzeptionelle Grundlage heißt bei National Instruments „Graphical System Design“ und kann gerade in Krisenzeiten wie 2009 beispielsweise war ihre Stärke so richtig ausspielen: Bei immer knapper werdenden Budgets und Ressourcen liegt das Hauptaugenmerk auf Flexibilität, Offenheit und reduzierten Kosten. Diese sich eigentlich widersprechenden Anforderungen können nur mit Graphical System Design als methodisches Fundament erfüllt werden. Als Hard- und Softwareplattformen hierfür kommen die Designsoftware wie NI LabVIEW sowie PXI und die RIO-Plattformen von NI für die Erstellung von Mess-, Steuer-, Regel- und Embedded-Anwendungen zum Einsatz. Für 2012 mögen die Einen mit Krisen rechnen oder diese heraufbeschwören – wir hingegen sehen mit Graphical System Design eine solide Grundlage, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. HEH

Dipl.-Ing. Rainer Kurtz, Geschäftsführer, Ersa GmbH

Konjunturell erwarten wir eine Beruhigung des Marktes, d.h. Stagnation oder leichter Rückgang. Technologische Treiber laufen hier positiv entgegen. Wir erwarten keine dramatischen Ausschläge. Weder positiv noch negativ.

Das größte Risiko ist die fortdauernde Berichterstattung über längst bekannte Risiken. Dies führt zu Nervosität im Finanzmarkt und dies wirkt sich möglicherweise auf das Konsum- und Investitionsverhalten aus.

Ein paar Beispiele für Technologien, die 2012 den Markt befeuern könnten: Die Automobilelektronik wird weiter wachsen z. B. durch verstärkte Produktion von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, Dezentrale Energieerzeugung versus zentraler Großkraftwerke erhöht den Bedarf an Steuerungstechnik. Die Erhöhung von Energieeffizienz erfordert Intelligente Regelungstechnik. TK

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