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ELEKTRONIKPRAXIS-Umfrage

Was die Elektronikbranche von 2012 erwartet

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Dipl.-Ing. Erich Fischer, Leiter der Sparte Industry, Energy & Equipment bei E-T-A

Grundsätzlich bewegt sich die Branche in einem zunehmend schwereren gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Gleichzeitig bringt gerade die deutsche Wirtschaft aus diesem Jahr ausreichend Schwung mit, um diesen Rahmenbedingungen nach Kräften trotzen zu können. Deshalb sehen wir das Jahr 2012 durchaus verhalten positiv.

Auf und Abs in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind so alt wie wirtschaftliches Handeln selbst. Deshalb ist aus unserer Sicht nur die bereits seit so langer Zeit schwelende Euro-Krise ein echter Risikofaktor. Der Übergriff dieser Problematik auf die reale Wirtschaft wird immer wahrscheinlicher, je länger die Politik braucht, um hier ihre Hausaufgaben zu machen.

Als Trend sehen wir vor allem die Elektromobilität. Durch eine Ausweitung dieser Technologie auf immer mehr Anwendungen und damit auch breitere Anwenderschichten kann sich dies zu einer echten Branchenlokomotive entwickeln. KU

Eric Keim, Geschäftsführer ET System

Aus meiner Sicht wird sich Markt für innovative, kundenspezifische Produkte moderat wachsen.

Die größten Risiken für das Jahr 2012 bilden die Euro-Krise, die US-Verschuldung und die Wachstumsabschwächung auf dem chinesischen Markt.

Aus meiner Sicht werden die neuen technologischen Trends von Geräten gesetzt, die dank einem sehr hohen Wirkungsgrad der internen Komponenten eine bislang unerreichte Leistungsdichte erzielen: Die Zukunft gehört maximaler Power auf minimalem Raum. TK

Hermann Püthe, Geschäftsführender Gesellschafter, INPOTRON

Nach dem Hype 2011 erwarte ich eine deutliche Abschwächung, wobei ich nach wie vor von einem Wachstum in der verarbeitenden Industrie ausgehe. Distributoren und Bauteilehersteller werden es sicher schwer haben, denn die Lager sind gut gefüllt. Diversifizierungen über die klassischen Abnehmerbranchen hinaus (z.B. LED Lighting) werden zu einer positiven Entwicklung beitragen können.

Die Euro-Krise sehe ich als maßgeblich für die Abschwächung der Märkte. Das liegt an der weiterhin fehlenden Strategie der Politik. Alle Unternehmen, die mit einer vergleichbaren "Hinhaltetaktik" agieren, würden vom Markt verschwinden. Im Business zählen klare Vorgaben bzw. Ziele und nachvollziehbare Strategien.

Der angesprochene Schweinezyklus trifft sicher einige Branchen, ich habe es bereits beschrieben. Natürlich ist die für Industrieprodukte wirtschaftlich immer schwächer werdende USA ein fehlender Motor, wobei für die Realwirtschaft die Impulse aus den USA schon länger fehlen. Die Probleme in der Finanzwelt können sich natürlich auch wieder auf die anderen Industriezweige nieder schlagen. Das gilt für die Probleme in Europa, Japan und USA im gleichen Maße. Vereinzelt gibt es noch Lieferengpässe aufgrund der Naturkatastrophen, die aber die Gesamtwirtschaft nur wenig betreffen.

Ich erwarte eine stark wachsende LED-Lichttechnik-Branche, sowohl für die Innen- wie auch die Außenbeleuchtung. Si-Carbid-Transistoren könnten – falls die Preise deutlich fallen – breiten Einzug in die Stromversorgungstechnik erhalten und Netzteile mit Leistungen >200W deutlich effizienter und somit auch kleiner werden lassen. TK

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