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ELEKTRONIKPRAXIS-Umfrage

Was die Elektronikbranche von 2012 erwartet

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Kurt Sievers, Senior Vice President & General Manager Automotive, NXP Semiconductors Germany

Auf der Productronica 2011 in München habe ich in meiner Rolle als Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands ‚Electronic Components and Systems‘ gerade die Zahlen hierzu auf der Jahrespressekonferenz präsentiert: Der ZVEI geht für das kommende Jahr für Elektronikkomponenten in Deutschland von einem Wachstum von knapp fünf Prozent aus, es wird mit einem Umsatz von 19 Mrd. Euro gerechnet. Damit liegt das erwartete Marktwachstum 2012 unter dem für 2011 erwarteten Wert von gut 7% Steigerung. Ursache für das verringerte Wachstum ist nach Berechnungen des ZVEI im Wesentlichen das erwartete verlangsamte Wachstum der deutschen Wirtschaft sowie die Tatsache, dass die Vorratsbestände weitgehend aufgefüllt sind. Weltweit wird mit einem Plus von 5,7 Prozent gerechnet.

Für einen großen Risikofaktor halte ich die anhaltende Unsicherheit auf den Finanzmärkten in den USA und im Euroraum mit den entsprechenden Auswirkungen auf Konjunktur und Konsumentenverhalten. Aber auch Naturkatastrophen werden immer mehr zu Unwägbarkeiten mit gigantischen Kettenreaktionen. Die Situation in Thailand und in Japan hat dies wieder deutlich vor Augen geführt.

Die ganz übergeordneten gesellschaftlichen Trends Energieeffizienz, Vernetzung, Daten-Sicherheit und Gesundheit werden auch 2012 die Marktentwicklung bestimmen. Darauf sind die Entwicklungsschwerpunkte auch bei NXP ausgerichtet. Im Automobilbereich beispielsweise stehen die zunehmende Vernetzung von Auto, Mensch und Umwelt und weiterhin die Minimierung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund. Sicherheit rückt dabei zunehmend in den Fokus – wobei wir die klassische Definition von Sicherheit für Fahrer und Insassen vor allem um das Thema Schutz gegen Hacking, Manipulation und Fälschung erweitern müssen. TK

Holger Ruban, Regional Sales Director Central Europe, Farnell

Es wird sicher nicht einfach werden und hängt sicherlich auch von der gesamtwirtschaftlichen Situation ab. Doch derzeit rechnen wir mit einem moderaten Wachstum, auch wenn sich das Marktwachstum abschwächen wird.

Wir gehen nicht davon aus, aber die Eurokrise wäre der größte Risikofaktor. Die Auswirkungen sind unvorhersehbar, denn diese Krise wäre für alle Neuland, in dem wir uns bewegen und agieren müssten. Aus unserer Sicht haben wir hingegen die Naturkatastrophen sehr gut gemeistert. Die Kommunikation zum Kunden war klar, eindeutig und schnell und die logistischen Herausforderungen während dieser Zeit sind gut gemeistert worden.

Ich denke, dass alle Entwicklungen im Bereich erneuerbare Energien weiter im Fokus stehen. Auch der Bereich der eMobility wird immer interessanter werden, wie wir ja bereits dieses zweite Halbjahr gesehen haben. MK

Ulrich Eckenberger, Niederlassungsleiter Süd bei Rohde & Schwarz

Für Rohde & Schwarz hat sich die Lage auf dem Markt nach der Krise stabilisiert. Man spricht sogar von einem weltweiten Aufwärtstrend. Der Supportbedarf der Kunden ist weiterhin hoch. Sie wollen mit der bereits vorhandenen Messtechniklösung das Bestmögliche aus ihren Entwicklungen herausholen, fasst es Ulrich Eckenberger von Rohde & Schwarz zusammen.

Für die Zukunft liegt auch bei Rohde & Schwarz der Schwerpunkt eindeutig in der Kommunikationsbranche. Ein Stichwort sei hier Multi Standard Radio. Der effizienten Funkübertragung wird eine immer wichtigere Rolle eingeräumt, denn die Zukunft wird bestimmt von hohen Bandbreiten und komplexen Signalen. Es gilt, die beschränkte Resource "Frequenz" optimal zu nutzen. Laut Aussage von Eckenberger wird sich das Datenaufkommen in den nächsten Jahren verzehnfachen, was einen entsprechenden Bedarf an hochwertiger Hochfrequenz-Messtechnik nach sich zieht. Für die kommenden Jahre sieht sich Rohde & Schwarz ebenfalls gut aufgestellt. Hier kommen dem Elektronikspezialisten eine flexible Personalpolitik und eine flexible Produktion zu gute. Das Unternehmen hat unter anderem die Möglichkeit der Kurzarbeit von staatlicher Seite während der Krise optimal genutzt. Das stellte sicher, dass keine Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt werden mussten. Allerdings gibt es keine absolute Sicherheit und ein gewisses Restrisiko lässt sich auch in Zukunft nicht vermeiden. Ein stabiles Fundament bilden die vier Standbeine: Messtechnik, Sichere Kommunikation, Rundfunktechnik sowie Funküberwachung.

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