Extreme Physik

Warum Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind

| Redakteur: Katharina Juschkat

Traurige Nachricht für alle Science-Ficiton-Fans: In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins der Goethe-Universität „Forschung Frankfurt“ erklären zwei Physiker, warum Zeitreisen in die Vergangenheit nicht möglich sind.

Als Marty McFly vor über 30 Jahren mit Doc Brown in die Vergangenheit reiste, um die Zukunft zu retten, träumten zahlreiche Menschen von den Möglichkeiten der Zeitreise. Heute, zwei Jahre, nachdem Marty und Doc aus der Vergangenheit hätten auftauchen sollen, schreibt der Physiker Roger Erb, dass Zeitreisen gar nicht möglich sind – zumindest nicht in die Vergangenheit. Das liegt unter anderem an der Entropie.

Unordnung nimmt stetig zu

Wenn man zwei Billiardkugeln filmt, die zusammenstoßen, kann man den Film rückwärts abspielen, ohne dass es auffällt. Anders ist es bei vielen natürlichen Vorgängen, zum Beispiel eine abbrennende Kerze. Jeder würde erkennen, dass ein rückwärtsgedrehtes Video der Kerze nicht richtig ist. Solche Prozesse nennen Physiker irreversibel und beschreiben sie mit einer besonderen Größe, der Entropie.

Roger Erb erklärt die Entropie anhand eines Experiments mit einem Wasser gefüllten Gefäß, das durch eine herausnehmbare Wand unterteilt ist. Auf der einen Seite ist das Wasser mit Farbe verrührt. Wird die Trennwand herausgezogen, so mischen sich die beiden Wassermengen, und die Farbe verteilt sich nach einiger Zeit gleichmäßig in beiden Hälften. Für jedes Farbstoffteilchen ist dann die Wahrscheinlichkeit, in der linken oder rechten Hälfte zu sein, gleich groß. Es wird sich jedoch nie mehr der Zustand einstellen, dass alle Farbteilchen in nur einer Hälfte versammelt sind.

Wenn ein System von einem Zustand mit wenigen Realisierungsmöglichkeiten in einen mit vielen Möglichkeiten übergeht, dann wächst die Entropie. Das ist bei den allermeisten natürlich ablaufenden Prozessen der Fall. Vereinfacht sagt man daher auch, dass in einem geschlossenen System die Unordnung niemals abnehmen kann und meistens zunimmt.

„Interstellar“ zeigt realistische Zeitreise

Physikalisch korrekter soll dagegen der Film „Interstellar“ sein, in dem Menschen mit einem Raumschiff durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie reisen. In deren Mitte befindet sich ein riesiges Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen. Auf den Planeten, die das Schwarze Loch umkreisen, läuft die Zeit deutlich langsamer ab als auf dem weit entfernten Raumschiff. Das ist physikalisch realistisch, denn in der Nähe großer Massen vergeht die Zeit tatsächlich langsamer – in gewisser Weise handelt es sich für die Menschen auf dem Planeten um eine Zeitreise in die Zukunft. Dies ist eine der Folgen der allgemeinen Relativitätstheorie und ist experimentell bestätigt.

Übrigens kommt in dem Film das Bild eines Schwarzen Lochs vor, das physikalisch vollkommen korrekt berechnet wurde. Die wissenschaftlichen Berater haben dabei sogar neue Erkenntnisse gewonnen. Hollywood kann also durchaus mehr als nur unterhalten.

Der Beitrag wurde von unserem Schwesterportal elektrotechnik übernommen.

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Betreffend Kommentar vom 07.07.2017 12:01 (s.o., nicht registrierter User) Herzlichen...  lesen
posted am 24.07.2017 um 09:01 von HieronymusFischer

Streng genommen ist die Überschrift falsch, denn Zeitreisen in die Zukunft sind nach der...  lesen
posted am 24.07.2017 um 08:57 von HieronymusFischer

Wer sagt denn, daß Zeitreisen auf (schul-)physikalische Weise erfolgen müssen? Schon mal was vom...  lesen
posted am 07.07.2017 um 12:01 von Unregistriert

Es gibt die Welt, die durch Physik und physikalische Gesetze bestimmt ist. Bisher hat der Mensch...  lesen
posted am 04.07.2017 um 09:00 von zizler

Für die Ordnung der Buchstaben sind Sie verantwortlich. Diese Ordnung hat mit Entropie nichts zu...  lesen
posted am 03.07.2017 um 14:44 von Unregistriert


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