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Warum es sich lohnt, in die Halbleiterelektronik zu investieren

| Redakteur: Margit Kuther

Schukat konnte in Zusammenarbeit mit Taiwan Semiconductor in den letzten drei Jahren eine Umsatzsteigerung von 90 Prozent verbuchen. Lesen Sie, welche Innovationen die Unternehmen vorantreiben.

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Thomas Biller, Schukat: „Wir bevorraten schon jetzt neue MOSFETs von TSC.“
Thomas Biller, Schukat: „Wir bevorraten schon jetzt neue MOSFETs von TSC.“
(Bild: Schukat)

ELEKTRONIKPRAXIS: Schukat und Taiwan Semiconductor (TSC) arbeiten seit über 15 Jahren zusammen. Welche Vorteile entstehen daraus für Entwickler?

Thomas Biller, Produktmanager Halbleiter bei Schukat: Schukat ist einer der größten Vertragsdistributoren von Taiwan Semiconductor in Europa. TSC ist mittlerweile zum absoluten Fokuslieferanten in unserem Halbleiterbereich geworden und realisiert für Schukat eine pünktliche und schnellstmögliche Belieferung. Da wir grundsätzlich Bauteile aus dem TSC-Programm als Lagerartikel führen und bevorraten, stellen wir die sofortige Verfügbarkeit auch in größeren Mengen in Europa sicher. Entwickler können durch unsere Zusammenarbeit aus einem breiten Produktspektrum auswählen und sich schnell und kostenoptimiert beliefern lassen.

Ralf Welter, Geschäftsführer Taiwan Semiconductor Europe: Wir haben in den vergangenen Jahren noch enger mit Schukat zusammengearbeitet und festgestellt, dass alle Beteiligten von dem regelmäßigen Austausch profitieren. Beide Unternehmen stehen unter der Leitung ihrer Firmengründer oder deren Familienmitglieder, was ein hohes Maß an Identifikation und Vertrauen schafft. Das wirkt sich nicht nur auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Kunden aus.

Wofür ist TSC bekannt, und wodurch unterscheiden Sie sich vom Mitbewerb?

Ralf Welter: Entwickler schätzen bei uns das breite Produktportfolio und vor allem unseren Service. Wir können sehr schnell reagieren und helfen. Durch unsere bewusste Produktplanung, die gute Verfügbarkeit und die kontinuierliche Verbesserung der Produkte sind wir in der Lage, Entwicklern die passende Lösung mit an die Hand zu geben.

Außerdem versuchen wir immer den Markt im Blick zu behalten. Das bedeutet, in vielen Fällen bieten wir Produkte an, zu denen es mindestens einen weiteren Marktbegleiter gibt. Das ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Risiko-Managements. Für den Entwickler ist es wichtig, unter Berücksichtigung von Versorgungssicherheit, Qualität und Kosten zuverlässige Lieferanten zu haben. Außerdem bieten wir eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung und Unterstützung und Flexibilität in Sachen applikations- und qualitätsbezogener Anfragen.

Thomas Biller: TSC liefert zuverlässige und qualitativ hochwertige Bauteile. Bei Schukat gab es in den letzten zehn Jahren keine einzige Kundenreklamation bei diesen Produkten. So hat sich TSC als qualitativ hochwertiger Hersteller etabliert und die Produkte werden besonders für anspruchsvolle Anwendungen in den Bereichen Automobil, Beleuchtung, Industrie und Telekommunikation nachgefragt. Maßnahmen wie eigene zertifizierte Fertigungsstandorte, regelmäßig Audits nach VDA6.3 und die Qualifizierung von circa zwei Dritteln der Bauteile nach AEC-Q10x haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Produktqualität sehr hoch geworden ist.

Welche Innovationen finden Entwickler derzeit im TSC-Portfolio?

Ralf Welter: Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei uns auf den Schottky- und TVS-Dioden sowie den MOSFETs – hier erweitern wir das Portfolio kontinuierlich. Einen starken Fokus legen wir darauf, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Gefragt sind Innovationen und stetige Produktoptimierung in vielen Segmenten, aber auch eine kontinuierliche und langfristige Versorgungssicherheit. Daher achten wir in der gemeinsamen Zusammenarbeit mit Schukat gezielt darauf, einerseits das Produktportfolio stetig auszuweiten und andererseits bestehende Produkte auch über einen längeren Zeitraum zuverlässig liefern zu können.

Thomas Biller: Schukat führt nahezu das gesamte Produktspektrum von TSC. Automotive-Entwickler haben mit den hochleistungsstabilen, unidirektionalen Load-Dump-TVS-Dioden im DO-218AB-Gehäuse nun eine zuverlässige Bezugsquelle mit Lagerkapazitäten und Logistikdienstleistung innerhalb Europas. Zudem erweitern wir unser Produktportfolio in 2019 um die neu entwickelten Low-Side-Konstantstromregler für die lineare LED-Ansteuerung in Fahrzeugbeleuchtungssystemen und um SMD-Brückengleichrichter im TBS-Gehäuse. Diese haben einen viel höheren Stoßstrom als marktübliche Standard-SMD-Brückengleichrichter. Bei den MOSFETs reagiert Schukat grundsätzlich sehr schnell und bevorratet schon jetzt einen Großteil der Produkte, die TSC erst kürzlich ins Portfolio aufgenommen hat.

Wie wichtig ist die Distribution und Deutschland als Absatzmarkt für TSC?

Ralf Welter, TSC: „Wir fertigen unsere Produkte immer nach der Zero-Defect-Philosophie.“
Ralf Welter, TSC: „Wir fertigen unsere Produkte immer nach der Zero-Defect-Philosophie.“
(Bild: Taiwan Semiconductor)

Ralf Welter: Die Distribution ist für uns sehr wichtig, da wir unsere Kunden nur mit loyalen, sehr gut im Markt vernetzten Distributionspartnern erreichen und auch vor Ort unterstützen können. Der deutsche Markt vereint Global Player in allen wichtigen Segmenten. Auch wenn die Bereiche Automobil und Industrie immer wieder hervorgehoben werden, so gibt es auch sehr erfolgreiche Unternehmen im Consumer-, Beleuchtungs- und Telekommunikationsbereich. Aufgrund der starken Diversifizierung können wir sehr viel aus dem deutschen Markt lernen und entsprechende Produkte entwickeln, die dann global eingeführt werden.

Thomas Biller: Für einen Hersteller, der in Fernost produziert, ist die Distribution insofern wichtig, da der Distributor im Idealfall das Lager des Herstellers darstellt, ab dem sofort geliefert werden kann. Bei uns trifft das zu, wir können derzeit über Tausend TSC-Produkte direkt ab Lager europaweit ausliefern. Diese Zahl soll sich mit den neuen Lagerkapazitäten in den nächsten Jahren noch deutlich erhöhen.

In welcher Form investieren Sie in die Zukunft?

Ralf Welter: Unsere Produkte werden immer nach der Zero-Defect-Philosophie gefertigt. Um das zu ermöglichen, haben wir in den vergangen Jahren über 100 Mio. US-Dollar in den Ausbau der Fabriken investiert. Reinräume, nicht nur im Front- sondern mittlerweile auch im Backend, gehören inzwischen zum Standard.

Thomas Biller: Auch Schukat hat in den letzten beiden Jahren stark in die Logistik und die Lagerkapazitäten investiert. Durch die Fertigstellung unseres neuen vollautomatisierten Kleinteilelagers stehen uns nun hocheffiziente Logistikprozesse und ausreichend Lagerplatz zur Verfügung, um unser Produktportfolio auszubauen. Mit der Einführung eines leistungsfähigen Product-Information-Management-Systems (PIM) können wir in absehbarer Zeit schnell, effizient und fehlerfrei eine große Anzahl neuer Produkte vom Hersteller direkt in unser System einspeisen. Entwickler versorgen wir so mit allen technischen, logistischen und rechtlichen Informationen rund um das Produkt über unsere Webseite.

Welche gemeinsamen Ziele gibt es für die nächsten Jahre?

Ralf Welter: In den vergangenen Jahren haben beide Seiten den Grundstein für die Ausweitung der Zusammenarbeit gelegt. Schukat besitzt durch das vollautomatisierte Hochregallager beste Voraussetzungen für eine schnelle und effiziente Warendistribution. In Kombination mit unserem erweiterten Produktportfolio und einer breiten Kundenbasis ist ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich durchaus realistisch.

Thomas Biller: Auch wir streben eine jährliche Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich für die nächsten Jahre an. Den Umsatzzuwachs wollen wir durch eine deutliche Erweiterung unseres TSC-Programms von über 1000 Artikeln auf 2000 bis 3000 Artikel erreichen. Die erweiterten Lagerkapazitäten und die Einführung unseres PIM-Systems machen das absolut realistisch.

Dieses Interview ist erschienen in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 21/2019 (Download PDF)

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