Warum die Zuverlässigkeit elektrischer Kontakte wichtig ist

| Autor / Redakteur: Jürgen Heigl * / Kristin Rinortner

Kontakte für die Medizintechnik: Drahtfederkontakte sind der Garant für die Zuverlässigkeit von Magnetresonanztomographie-Geräten im Krankenhaus.
Kontakte für die Medizintechnik: Drahtfederkontakte sind der Garant für die Zuverlässigkeit von Magnetresonanztomographie-Geräten im Krankenhaus. (Bild: ODU)

Elektrische Kontakte bilden das Rückgrat des modernen Lebens. Am Beispiel des Drahtfederkontakts erläutert der Autor, wie man eine hohe Kontaktsicherheit gewährleisten kann.

Die elektrische Verbindungstechnik ist schon seit vielen Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden.

Die Verbindungstechnik steckt meist im Verborgenen und man schenkt ihr erst Beachtung, wenn sie einmal nicht mehr funktioniert. Ohne sie arbeiten weder Smartphone noch Kühlschrank, es fliegt kein Flugzeug und es pumpt keine Herz-Lungen-Maschine.

Allein diese Anwendungsbeispiele zeigen eindrucksvoll, dass Langlebigkeit und vor allem Zuverlässigkeit zu den wichtigsten Parametern zählen. Dafür braucht man hochzuverlässige Kontakttechnologien.

Mit der Erfindung des ersten Drahtfederkontakts vor 80 Jahren und späteren Patentierung hat Otto Dunkel (1891 bis 1971) seinerzeit Geschichte geschrieben. Unter dem Namen ODU ist aus dem von ihm 1942 in Berlin gegründeten, kleinen Forschungslabor ein weltweit agierendes Unternehmen mit rund 1850 Mitarbeitern geworden. Firmensitz ist mittlerweile das bayrische Mühldorf am Inn. Auch im 75. Jubiläumsjahr gehört der Kontakt mit Drahtfedertechnologie SPRINGTAC zu den erfolgreichsten Produkten des Unternehmens.

Was ein Reisigbesen mit Kontakttechnik zu tun hat

Um sich die Bedeutung von Dunkels Erfindung zu vergegenwärtigen, lohnt eine kurze zeitliche Rückblende. Als Kaufmann, Werkzeugmacher und Ingenieur für Elektrotechnik ausgebildet, wurde der gebürtige Ostpreuße 1934 Mitarbeiter der Deutschen Reichspost in Berlin.

Dort arbeitete man fieberhaft daran, die Live-Übertragung von Bild und Ton im neuen Medium Fernsehen zu perfektionieren. Dunkel war vor den Olympischen Spielen in Berlin 1936 maßgeblich daran beteiligt, Sendezüge zu entwickeln, die es erstmals ermöglichten, Fernsehbilder nicht mehr mit zwei Minuten Zeitverzögerung sondern direkt zu übertragen.

Im Winter 1937 beschäftigte sich der Ingenieur intensiv mit dem Bau der ersten Ionosphärensender. Diese sollten mittels Reflektion der Strahlung in der hohen Atmosphäre Nachrichten an andere Orte übertragen. Sendeversuche von Standorten in Berlin, Spanien und Italien schlugen allerdings aufgrund von „Kontaktstörungen“ der marktgängigen Modelle immer wieder fehl. Bei der Suche nach einer Lösung gelang Dunkel eine bahnbrechende Innovation.

Rückblickend erzählte er, dass er 1937 auf dem Hof des Reichspostamtes in Berlin einen Mann, der mit einem zusammengebundenen Reisigbesen Laub kehrte, beobachtete. Dunkel hatte daraufhin die zündende Idee: Statt auf ebenen Flächen teilte er einen Kontakt analog zu dem Reisigbesen auf verschiedene Linien, das heißt einzelne Kontaktfedern, auf.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44988347 / Verbindungstechnik)