Marktentwicklung

Warum die Distribution in Deutschland stärker wächst als die Elektronik- und Elektroindustrie

| Redakteur: Margit Kuther

Ingo Gürtler: "Rund 300 Distributoren und Händler tummeln sich auf dem deutschen Markt für elektronische Bauelemente"
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Ingo Gürtler: "Rund 300 Distributoren und Händler tummeln sich auf dem deutschen Markt für elektronische Bauelemente"

High Technology aus Deutschland ist weltweit gefragt. Davon profitiert die Elektronik-und Elektroindustrie in Deutschland aber auch die Bauelemente-Distribution.

Die Produktion elektrotechnischer Güter ist in Deutschland 2009 laut ZVEI wegen der Finanzkrise, um 17% eingebrochen, hat sich aber 2010 um 14% erholt.

Zwar klafft in absoluten Zahlen betrachtet, noch ein Abstand von 14 Mrd. Euro zu dem Ergebnis aus 2008, in dem elektrotechnische Güter in Deutschland im Wert von 144 Mrd Euro produziert wurden. Doch auf Grund der rasanten Entwicklung in den letzten zwölf Monaten, ist die Industrie optimistisch, diese Lücke spätestens 2012 wieder geschlossen zu haben.

Die deutsche Elektronik- und Elektroindustrie genießt weltweit hohes Ansehen

"Die Krise hat gezeigt, dass die deutsche Elektronik- und Elektroindustrie weltweit bestens aufgestellt ist und dass High Technology aus Deutschland global sehr gefragt ist", so Ingo Gürtler, Europartners Consultants Deutschland.

"Denselben Zyklus hat auch der deutsche elektronische Bauelemente-Markt durchlaufen. Allerdings konnten die Umsatzzahlen in 2010 im Vergleich zu 2008 um 6% gesteigert werden. Im Vergleich zu 2009 waren es satte 39%", fasst Ingo Gürtler die Ergebnisse der aktuellen Studie Worldwide Electronic Component Distribution Report 2011 von Europartners Consultants zusammen. Die Studie basiert auf Umsatzanalysen lokaler und weltweit operierender Distributionsunternehmen aus allen wichtigen Industriestaaten und repräsentiert ca.75% des DTAM (Distributable total available Market).

Es gibt viele Gründe zu spekulieren, warum der Baulemente-Markt prozentual und wertmäßig stärker gestiegen ist als die Produktion. "Zum einem ist festzuhalten", so Gürtler, "dass die Läger der Endkunden leer gefegt wurden als die Produktion Ende 2009 überraschender Weise schlagartig anzog."

Da die internationalen Bauelemente-Hersteller ihrerseits Ihre Produktionsstätten noch auf Standby gehalten oder nur zögerlich angefahren haben, wurde jede verfügbare Quelle der Warenbeschaffung genutzt, um einen Großteil der Auftragsbestände abzuarbeiten. "Zum zweiten hat auch die Knappheit zu Preissteigerungen geführt, die in die wertemäßige Steigerung mit eingeflossen sind."

Gewinner der letzten zwei Jahre war die Distribution

Seit dem 3.Quartal 2010 hat sich die Situation wieder bereinigt und die vorhandenen Produktionskapazitäten können wieder größtenteils die Nachfrage abdecken. Gewinner in den letzten zwei Jahren war die Distribution,wie die Analyse Die Top 10 Distributoren in Deutschland zeigt.

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Auf Grund der riesigen und verfügbaren Lagerbestände konnte der anfängliche Nachfrage-Boom abgefedert werden, da auch Endkunden, die normalerweise primär direkt beliefert wurden, die Distribution stärker in die Warenbeschaffung mit einbezogen haben.

Der DTAM erreichte ein Plus von 3,5% gegenüber 2008 – und im Vergleich zu 2009 sagenhafte 44%. "Bis zum 3. Quartal 2010 hatte es auch den Anschein, dass der DTAM zusätzliche Marktanteile übernehmen könnte. Allerdings wurde der Schein getrübt, nachdem die Hersteller wieder stärker in die Direktbelieferung eingetreten sind", so Ingo Gürtler.

"Der Anteil des DTAM betrug 2010 ca. 25% vom TAM (Total available Market) und hat sich nur geringfügig verändert. Das zeigt, dass die deutsche Elektronik- und Elektroindustrie noch einen hohen Stellenwert im Vergleich zu anderen Ländern wie Österreich oder die Schweiz in der Direktbelieferung und Betreuung durch die Hersteller hat, in denen der DTAM-Anteil 37% respektive 64% beträgt", fasst Ingo Gürtler zusammen.

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