Ladetechnologien Warum der Vergleich zwischen Schnellladen und AC-Laden hinkt

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Während ein Elektroauto an einer Schnellladestation mit bis zu 350 kW und damit in zehn Minuten für eine Reichweite von bis zu 300 km aufgeladen werden kann, geht es an der Wallbox zu Hause oder am öffentlichen AC-Ladegerät deutlich gemächlicher zu. „Wer schneller lädt, muss mehr bezahlen“, sagen die einen, während andere den Anbietern „Preiswucher“ vorwerfen. Dabei gibt es zwei Aspekte, die oft gar nicht berücksichtigt werden, aber essenziell für die unterschiedliche Preispolitik sind, wie Roland van der Put, Head of Charging Technology bei Fastned, in seinem Gastkommentar erläutert.

Roland van der Put: Head of Charging Technology bei Fastned.
Roland van der Put: Head of Charging Technology bei Fastned.
(Bild: Fastned )

Um in der Batterie eines Elektroautos genutzt werden zu können, muss der Wechselstrom (AC) aus dem Stromnetz in Gleichstrom (DC) umgewandelt werden. Während beim Laden an einer „langsamen“ AC-Ladestation die Umwandlung in Gleichstrom im Fahrzeug stattfindet, läuft dieser Prozess beim Schnellladen bereits in der Ladesäule ab. Bei dieser Umwandlung geht immer etwas Energie verloren. Der oder die Fahrzeughaltende zahlt jedoch für die gelieferte Energie, unabhängig davon, wie viel davon letztendlich im Fahrzeug ankommt. So zahlt er/sie die Energieverluste beim Wechselstromladen aus eigener Tasche, während die Verluste beim Schnellladen von den Ladeanbietern übernommen werden. Je nach Leistungsgrad und Effizienz der Ladesäule wird der Energieverlust üblicherweise auf zehn Prozent geschätzt. Beim AC-Laden muss also im Durchschnitt zehn Prozent mehr bezahlt werden, um die Umwandlungsverluste zu decken. Diejenigen, die gar nicht öffentlich laden wollen und das Privileg haben, zu Hause eine Wallbox installieren zu können, schwärmen von den scheinbar niedrigen Preisen pro kWh. Um einen fairen Vergleich anstellen zu können, sollten jedoch alle Kosten wie der Kauf der Station, die Installationskosten und die Abonnementgebühren für Service und Support miteinbezogen werden. Je nach Berechnung können bis zu 0,10 € pro kWh zu den bereits für das Laden zu Hause anfallenden Energiekosten hinzukommen. Um also wirklich alle Preise miteinander vergleichen zu können, müssen sie zunächst nach den oben genannten Punkten bereinigt werden – erst dann ist der Vergleich hier nicht länger der von Äpfeln mit Birnen.

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Link: Zu Fastned

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