Kommentar Warum das Elektroauto die Umwelt nicht retten kann

Redakteur: Kristin Rinortner

Als Dieselfahrer wird man heute an den Pranger gestellt, weil man für dicke Luft in den Metropolen und den Klimawandel sorgt. Der Heilsbringer ist das Elektroauto. Doch ökologisch gesehen ist das Unsinn. Denn „saubere Energie“ in Europa heißt Dreck für die Dritte Welt.

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(Bild: Pixabay)

In Deutschland plant Bundeskanzlerin Doktor Angela Merkel bis zum Jahr 2030 sieben bis zehn Millionen Elektroautos. Auch die Autobauer ziehen mit: EQ-Serien (MB), Taycan (Porsche), e-tron-Reihe (Audi), iNEXT/MNEXT (BMW) und e-up/ID.3 (VW). Das einhellige Statement lautet, die Zukunft sei elektrisch und ausnahmslos klimafreundlich.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI zeichnet ein anderes Bild: Im Vergleich zum Diesel bringt ein Elektroauto, über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet, mit einem relativ kleinen Akku mit einer Kapazität von 40 kWh erst nach 72.000 km einen Klimavorteil. Autos mit größeren Akkus brauchen noch länger, bis sie CO2-neutral fahren: 100.000 km (58 kWh) und 166.000 km (95 kWh).

Der Materialaufwand (also die Umweltzerstörung) beim Elektroauto ist etwa doppelt so hoch wie beim Verbrenner, was vorrangig an den Batterierohstoffen Kupfer, Cobalt, Nickel und Lithium liegt. Ökologisch gesehen ist der Kurs zum Elektroauto mit immer größerer Reichweite, sprich größerer Batterie, schlichtweg Unsinn.

Batteriegetriebene Mobilität zerstört die Umwelt im Lithium-Dreieck

Nun wird Lithium ja im Lithium-Dreieck Südamerikas vorrangig abgebaut, mit katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt. „Angesichts der Schäden, die an der Natur, an der Tierwelt und vor Ort bei vielen Menschen angerichtet werden, ist es vermessen zu glauben, dass wir mit batteriegetriebener Mobilität das Klima retten können. Und man muss sich die Frage stellen, wieso die Politik und namentlich die deutsche Politik da so dahinter steht und die ganze Zeit jubelt ,wir müssen alle elektromobil werden‘“, erklärt Professor Harald Lesch.

Er plädiert dafür, dass wir „nicht nur über die sogenannten Chancen, sondern über die Probleme, die damit verbunden sind“ diskutieren und die Politiker eine saubere und ordentliche Informationspolitik bezüglich der Risiken betreiben sollen.

Den Tank eines Verbrenners durch eine Batterie zu ersetzen, greift zu kurz. Wir brauchen neue Mobilitätskonzepte in den Städten: Mit „kleineren“ Elektroautos, weniger Straßenverkehr, besserer Abdeckung und kostengünstiger Angebote im öffentlichen Nahverkehr sowie höheren Recyclingquoten als die derzeit zehn Prozent für Lithium-Akkus kann die Elektromobilität zur Rettung der Umwelt einen Beitrag leisten.

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