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Scrum im Management Warum agile Projekte einen Scrum Master brauchen

| Autor / Redakteur: Björn Radon / Dr. Gesine Herzberger

Bei der Planung und Kalkulation agiler Projekte ist es für viele Dienstleister schwierig, ihren Kunden den Nutzen eines Scrum Masters zu vermitteln. Die Rolle wird oft als ein reiner Overhead gesehen. Warum der Scrum Master weit mehr ist als das und wie er vielleicht auch Ihr nächstes Projekt bereichern kann, lesen Sie in diesem Beitrag.

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(Bildquelle: © milphoto - Fotolia)

„Warum sollen wir bei unserem agilen Projekt für jemanden bezahlen, der keinen unmittelbar greifbaren Wert beiträgt?“ Mit diesen oder ähnlichen Fragen werden sicherlich nicht nur wir bei Netpioneer von unseren Kunden konfrontiert. Tatsache ist jedoch, dass der Scrum Master eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben erfüllt und in seinen vielfältigen Rollen wesentlich zum Erfolg von Projekten beiträgt. Ein Scrum Master ist nämlich Trainer, Moderator Vermittler, Enabler UND Konfliktnavigator in einem! Ach ja, Mensch ist er natürlich auch noch.

Als Trainer vermittelt der Scrum Master Entwicklern, Product Ownern und allen weiteren Beteiligten im Unternehmen die agilen Grundlagen eines Projekts.
Als Trainer vermittelt der Scrum Master Entwicklern, Product Ownern und allen weiteren Beteiligten im Unternehmen die agilen Grundlagen eines Projekts.
(Bildquelle: Netpioneer © Aneta Radon)

1. Der Scrum Master als Trainer

Der Scrum Master bildet die Teammitglieder in den agilen Grundlagen aus und begleitet ein Projekt umfassend über einen längeren Zeitraum hinweg. Als Trainer betreut er die Entwickler, den Product Owner sowie alle weiteren Beteiligten des Unternehmens. Zu Beginn des Projekts stehen zunächst die Entwickler im Fokus. Ziel ist es, das Team zum regelmäßigen Liefern kompletter Features zu bringen. Dies geschieht hauptsächlich durch die Durchsetzung des Scrum Frameworks.

Der Product Owner wiederrum vertritt bei der Produktentwicklung nach Scrum die Businessseite. Er verantwortet Priorisierung, Releaseplanung, Kosten- und Risikoanalyse und hat das Recht, das Projekt betreffende Entscheidungen zu fällen. In vielen Unternehmen hat er dabei jedoch nicht die volle Kontrolle über die Ressourcen, die er benötigt.

Der Trainer hat hier die Aufgabe, sowohl dem Product Owner als auch den Personen, die ihn benennen, dessen Verantwortung bewusst zu machen und sicherzustellen, dass er über entsprechende Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse verfügt.

Ergänzendes zum Thema
Projektmanagement mit Scrum:

In Scrum gibt es drei Rollen: Entwickler, Product Owner und Scrum Master, die zusammen das sogenannte Scrum Team bilden.

1. Der Product Owner achtet darauf, dass das Scrum Team das Richtige entwickelt und entscheidet, welche Features als nächstes umgesetzt werden. Dadurch sorgt er dafür, dass das bestmögliche Produkt entsteht.

2. Aufgabe der Entwickler ist es, das Produkt richtig zu entwickeln. Sie müssen also in der Lage sein, das Produkt in der richtigen Qualität zu liefern. Was das konkret bedeutet, entscheiden sie in Abstimmung mit dem Product Owner.

3. Der Scrum Master achtet unter anderem darauf, dass das Produkt in der angemessenen Zeit entsteht.

In der Produktentwicklung muss man den Fokus gleichermaßen auf diese unterschiedlichen Aspekte legen, da sonst folgende Risiken bestehen: 1. Es wird am Markt vorbei entwickelt. 2. Es entsteht ein Produkt, das die Erwartungen nicht erfüllt und das nicht weiterenwickelt wird. 3. Es wird zeitlich am Marktfenster vorbei entwickelt (das Produkt ist zu spät fertig oder ähnliches).

Der Wert eines Scrum Masters als Trainer:

  • Er ist integrierter Bestandteil der Organisation und damit ein Zeichen für das Engagement der Organisation.
  • Den Hauptwert erzeugt er dadurch, dass er allen in der Organisation die agilen Grundlagen vermittelt.

Als Moderator sorgt der Scrum Master dafür, dass Meetings effektiv ablaufen und mit einem konkreten Ergebnis enden.
Als Moderator sorgt der Scrum Master dafür, dass Meetings effektiv ablaufen und mit einem konkreten Ergebnis enden.
(Bildquelle: Netpioneer © Aneta Radon)

2. Der Scrum Master als Moderator und Vermittler (Facilitator)

Oft lässt sich die Qualität von Meetings und Meeting-Ergebnissen verbessern. Als sogenannter Facilitator sorgt der Scrum Master beispielsweise dafür, die Sitzungen effizient zu gestalten. Er vergewissert sich, dass jeder Teilnehmer die Erwartungen an das Meeting kennt und kann fordern, dass das Meeting einen bestimmten Output generiert.

Während des Meetings beteiligt er sich in der Regel nicht aktiv an der Diskussion. Er fasst zusammen und stellt klärende Fragen. Obwohl er sich nicht inhaltlich äußert, folgt er den Diskussionen und achtet auf die Stimmung der Teilnehmer. Dabei ist es von großem Vorteil, wenn er als unparteiisch wahrgenommen wird. Er sorgt dafür, dass sich das Meeting im richtigen Rahmen bewegt, dass der Fokus stimmt und er stellt sicher, dass die benötigten Materialien in der richtigen Qualität vorliegen.

Der Wert eines Scrum Masters als Facilitator:

  • Er stellt sicher, dass Meetings mit einem verwertbaren Ergebnis enden – einer Entscheidung, zu erledigenden Maßnahme oder einem gemeinsamem Verständnis der Teilnehmer über einen bestimmten Aspekt.
  • Er sorgt dafür, dass keine unnötigen Reibungen entstehen.

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