Beschaffung Warenbestand ohne Betriebskapitalbindung

Autor / Redakteur: Ole Gerkensmeyer * / Margit Kuther

Der Distributor von heute ist mehr als nur ein Bauteilehändler. Distributoren übernehmen vielfältige Aufgaben für ihr Kunden, sorgen für Sicherheit in der Lieferkette und helfen Lagerkosten zu minimieren.

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Kran im Lager von Future Electronics: Da der Distributor für die Bevorratung der Bausteile sorgt, nimmt er die Betriebskosten für die Lagerhaltung auf seine Schultern.
Kran im Lager von Future Electronics: Da der Distributor für die Bevorratung der Bausteile sorgt, nimmt er die Betriebskosten für die Lagerhaltung auf seine Schultern.
(Bild: Future Electronics)

Im täglichen Betrieb erscheint die Funktion eines Distributors elektronischer Bauteile einfach: Bestellannahme für bestimmte Mengen von bestimmten Komponenten und den Versand dieser Bauteile an diejenigen Kunden, die sie bestellt haben. Auf dieser Ebene müssen sich OEMs und CEMs nicht selbst mit weiteren Fragen außer der Verfügbarkeit der benötigen Komponenten befassen.

Die Distribution nimmt darüber hinaus allerdings noch eine weitaus wichtigere Funktion ein, die für den gesamten Markt der Elektronikfertigung von Bedeutung ist: Sie stellt eine gigantische, branchenweite Sammelstelle für die Nachfrage dar. In Wirklichkeit ist das ein Nebeneffekt des täglichen Austausches von Geld gegen Bauteile, aber diese Funktion trägt zur effizienten Abwicklung der Lieferkette der gesamten Elektronikindustrie bei.

Die Distributoren sorgen für die Sicherheit der Lieferkette

Gäbe es keine Distributoren, müsste jeder OEM und CEM eigenverantwortlich für die Sicherheit seiner Lieferkette sorgen. Infolgedessen würde jedes Unternehmen Vorräte seiner gesamten Materialanforderungen anschaffen, um sich gegen das Risiko von Lieferengpässen bei jedem einzelnen seiner Komponentenlieferanten abzusichern. Würde man den Wert dieses Warenbestands, der dadurch ungebraucht in riesigen Lagerhallen der OEMs und CEMs liegt, über die gesamte Industrie hinweg aggregieren, könnte man verdeutlichen wie untragbar dieser Zustand wäre.

Die Distribution nimmt den OEMs und CEMs die Notwendigkeit der eigenen Lagerhaltung ab und glättet dadurch Tag für Tag und Woche für Woche Nachfrageschwankungen für bestimmte Bauteile über die Vielzahl der Kundenanforderungen. In der Folge ist die Gesamtheit des ungenutzten Inventars beim Kunden weitaus geringer als es ohne die Distribution wäre.

Für den einzelnen OEM und CEM bringt die Distribution einen sehr offensichtlichen Vorteil: Sie können ihre eigene Vorratshaltung verringern und sich mehr auf die Lagerbestände des Distributors verlassen. So lassen sich Kosten, die für das Inventar-Management, die Lagerung und das Risiko von eigenen Beständen, die unbenutzt veralten, verlorengehen oder beschädigt werden könnten, reduzieren.

Förderband im Lager Leipzig: Die Distribution stellt für den gesamten Markt der Elektronikfertigung eine gigantische, branchenweite Sammelstelle für die Nachfrage dar.
Förderband im Lager Leipzig: Die Distribution stellt für den gesamten Markt der Elektronikfertigung eine gigantische, branchenweite Sammelstelle für die Nachfrage dar.
(Bild: Future Electronics)

Weniger Warenbestand erhöht das Betriebskapital

Noch entscheidender ist, dass der einzelne Hersteller weniger Betriebskapital bindet: Warenbestand, der in einem Regal beim OEM oder CEM schlummert, braucht wertvolle Eigenmittel auf, die wesentlich produktiver für Anlagen, Gebäude oder Infrastruktur eingesetzt werden könnten. Alternativ kann die Reduzierung von Betriebskapital die Finanzierungskosten des Herstellers senken und damit den Verschuldungsgrad mindern. In der Gesamtsicht liefert die Distribution nicht nur eine effizientere Lieferkette, sondern sorgt auch dafür, dass weit weniger Warenbestand ungenutzt in den Lagern verstaubt.

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