Trotz Corona Wago mit Rekord-Umsatz 2021: Die Milliarde geknackt

Von Kristin Rinortner

Die Wago Gruppe hat im Jahr 2021 einen Umsatz von 1,19 Mrd. Euro erzielt und kann damit ein neues Rekordergebnis mit einem Umsatzwachstum zum Vorjahr von 25 Prozent verbuchen. Ohne Lieferkettenprobleme wäre das Ergebnis noch höher ausgefallen.

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Freuen sich über ein Rekordergebnis: Die Wago Geschäftsführung (v. l.) Yannick Weber (COO), Dr. Karsten Stoll (CTO Interconnection), Jürgen Schäfer (CSO), Kathrin Fricke (CHRO), Christian Sallach (CMO/CDO), Dr. Heiner Lang (CEO) und Axel Börner (CFO).
Freuen sich über ein Rekordergebnis: Die Wago Geschäftsführung (v. l.) Yannick Weber (COO), Dr. Karsten Stoll (CTO Interconnection), Jürgen Schäfer (CSO), Kathrin Fricke (CHRO), Christian Sallach (CMO/CDO), Dr. Heiner Lang (CEO) und Axel Börner (CFO).
(Bild: Wago)

Bereits das Jahr 2020 hat die Wago Gruppe mit einen Umsatz von 950 Mio. Euro abgeschlossen und lag damals nur 0,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 954 Mio. Euro. Erwartet hatte man das nicht.

Ein noch besseres Ergebnis ist dem Anbieter von Verbindungs- und Automatisierungstechnik aus Minden für 2021 gelungen. „25 Prozent Umsatzwachstum im zweiten Jahr der Coronakrise mit all ihren Herausforderungen sind ein bemerkenswertes Ergebnis, das wir zu Jahresbeginn so noch nicht erwartet haben“, betont CFO Axel Börner.

Nicht nur die Milliarde wurde beim Umsatz geknackt, auch weltweit seien an allen Standorten zweistellige Wachstumsraten erzielt worden, betont CSO Jürgen Schäfer.

Während Deutschland mit einem Umsatzanteil von rund 27 Prozent traditionell den wichtigsten Markt darstellt, erreichte das übrige Europa 44 Prozent; ROW (Rest of World) liegt bei knapp 29 Prozent.

Wachstum durch Lieferkettenprobleme gebremst

Auch diesmal hat die Unternehmensführung auf die bewährte Strategie gesetzt: „Umsichtige Planung und Bestandsreserven haben uns die Herausforderungen in Bezug auf die Lieferkette meistern lassen. Gemeinsam mit der sehr guten Auftragslage hat das einen großen Teil zu diesem Wachstum beigetragen, das ohne die angespannte Materialsituation sicherlich noch deutlich höher ausgefallen wäre“, ist sich Börner sicher. „Aber in erster Linie haben wir die Umsatzmilliarde dem großen Engagement unserer Belegschaft zu verdanken.“

Dank einer zukunftsfähigen IT-Infrastruktur konnten weite Teile der Belegschaft in der Pandemie mobil arbeiten. „Ein Erfolgsmodell, das wir definitiv fortsetzen werden“, erklärt CEO Dr. Heiner Lang. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des hohen Personalbedarfs des Unternehmens – allein 2022 sind rund 350 Stellen zu besetzen – biete das auch neue Möglichkeiten im Recruiting neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Wir erweitern unseren Radius und können heute gezielt Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Deutschland ansprechen und individuelle Arbeitsmodelle anbieten“ so Lang. Die Zahl der Mitarbeiter ist mit rund 8.600 leicht gestiegen, davon sind ca. 4.000 in Deutschland beschäftigt. Zum Stichtag 31.12.2021 waren 232 Auszubildende und duale Studierende in Minden und 41 in Sondershausen beschäftigt.

Geplante Investitionen für 2022: 150 Mio. Euro

Auch wenn die Gruppe international aufgestellt ist, legt sie den Investitionsfokus aber weiterhin auf ihren deutschen Stammsitz in Minden/Westfalen und das Produktions- und Logistikzentrum in Sondershausen/Thüringen. Insgesamt wurden 70 Mio. Euro in 2021 investiert – in 2022 ist eine Summe von über 150 Mio. Euro geplant.

Nachwuchsförderung spielt dabei eine wichtige Rolle. Für rund 6 Mio. Euro entsteht in Minden ein neues Ausbildungszentrum, das im Juni dieses Jahres fertiggestellt werden soll. Auf insgesamt 3.500 m² Fläche finden technische und kaufmännische Auszubildende und duale Studierende eine gemeinsame Lern- und Aufenthaltsumgebung.

Zur barrierefreien Ausstattung gehören drei Labore, eine eigene Mensa und Mediathek, ein IT-Schulungsraum und acht Besprechungsräume. Am Stammsitz werden außerdem die Bereiche Spritzerei und Werkzeugbau erweitert.

Neues Logistikzentrum im Sondershausen

Größtes Investitionsprojekt für die kommenden Jahre ist der Bau eines neuen Logistikzentrums im thüringischen Sondershausen. Das Unternehmen investiert 40 Mio. Euro in ein modernes Hochregallager. Der Baubeginn ist für Herbst 2022 geplant, die Inbetriebnahme soll ca. zwei Jahre später erfolgen.

Auf einer Fläche von 11.000 m² entsteht ein modernes Hochregallager mit einem hochautomatisierten Kommissionier- und Lagerbereich und Büroflächen. „Der Fokus des Neubaus liegt auf einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung der Logistik – auch, um den Standort zukunftsfähig zu entwickeln und nachhaltig zu sichern“, so Börner.

Darüber hinaus spielen Energieeffizienz und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle. Aspekte wie nachhaltige Bau- und Dämmstoffe sowie eine effiziente Energieversorgung sind in die Planung integriert. „Nachhaltigkeit steht bei all unseren Bauprojekten im Mittelpunkt“, erklärt Börner. „Hier geht es um gezielte Investments, um nicht nur den Herausforderungen der Energiewende zu begegnen, sondern vielmehr einen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten.“

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Highlights der Verbindungs- und Automatisierungstechnik

„Wago kann am Markt mit dem größten Klemmenportfolio mit Hebel als Betätigungselement punkten“, weiß Schäfer. Das Angebot reicht von Installationsklemmen für die Bauwirtschaft bis hin zu universellen Lösungen für Service und Instandhaltung mit Reihenklemmen, Leiterplattenklemmen und Steckverbindern. „Hier können wir mit einfacher, sicherer, intuitiver und schneller Bedienbarkeit für echten Kundenmehrwert sorgen.“

Auch das Reihenklemmenportfolio punktet mit einer großen Auswahl und individuellen Kombinationsmöglichkeiten. Angeboten werden Reihenklemmen mit Betätigungsöffnung, mit Drücker und mit Hebel, die bei gleichem Zubehör und gleichen Beschriftungselementen sogar miteinander auf der Tragschiene kombiniert werden können.

Leitkongress zu Trends und Einsatz moderner Steckverbinder

Der Anwenderkongress Steckverbinder beleuchtet praxisorientiert technische Aspekte beim Design und Einsatz moderner Steckverbinder. In Praxis-Workshops und Seminaren vermitteln hochkarätige Experten elektrotechnische Grundlagen, spezifisches Knowhow und helfen bei der Auswahl des richtigen Steckverbinders.

Der Kongress ist eine in Europa einzigartige Veranstaltung, die sich den Themen rund um das Steckverbinder-Design, Design-in, Werkstoffe, Qualifizierung und Einsatz von Steckverbindern widmet.

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„Die neuen kommunikationsfähigen Netzgeräte, die einfach in die Automatisierungsinfrastruktur einzubinden sind und das zunehmend wichtige Monitoring als zusätzliches Feature bieten, sind überproportional stark gewachsen“, freut sich Schäfer. Die neuen Compact Controller, das I/O System Field, das IP67-Portfolio für die Feldebene und die neuen Edge Controller und Computer für Industrie-4.0-Anwendungen sind Highlights im Automatisierungsportfolios, die 2021 sehr positiv angenommen wurden.

Ausblick: Kundenorientierung hat Priorität

„Unser Erfolg im vergangenen Jahr ist auch auf unsere konsequente Kundenorientierung zurückzuführen, die für uns weiterhin oberste Priorität hat. Unsere Produkte haben eine große Fangemeinschaft, die wir durch Co-Creation-Ansätze stärker in die Entwicklung einbinden und deren Anforderungen wir durch neue digitale Angebote noch besser begegnen möchten“, zieht Lang ein Fazit des vergangenen Jahres.

Man verfolge die Lage in der Ukraine, der anhaltende Konflikt hätte aktuell jedoch geringe Auswirkungen auf die Lieferkette, aber man spüre als Folge erhebliche Preissteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Transport, so Lang.

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