Suchen

Kommentar Vorsicht, Ihr Smartphone und Fernseher hören mit!

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Martina Hafner

Tea, Earl Grey, Hot. Zumindest im englischen Original sagte das Jean-Luc Picard, Kapitän des Raumschiffs Enterprise, zum Replikator, um eine Tasse seines Lieblingsgetränkes zu bekommen. Wirkte das Anfang der 1990er Jahre noch etwas skurril, so reden wir heute ständig mit unseren Geräten.

Firmen zum Thema

„Die AGBs der Technik-Angebote müssen für die Anwender viel transparenter und einfacher werden“, fordert Hendrik Härter, Redakteur Elektronikpraxis
„Die AGBs der Technik-Angebote müssen für die Anwender viel transparenter und einfacher werden“, fordert Hendrik Härter, Redakteur Elektronikpraxis
(Bild: VBM-Archiv)

Sei es eine Konversation mit Siri von Apple oder mit Android und dem recht uncharmanten „OK, Google“. Unsere Technik hört ständig mit. Auf den ersten Blick eine angenehme Erleichterung. Schnell nach der Uhrzeit gefragt oder nach dem nächstgelegenen Restaurant.

Doch man muss sich bewusst machen: Die Anweisungen werden zum Anbieter übertragen und auf dessen Server ausgewertet. Und höchstwahrscheinlich gespeichert. Bei belanglosen Dingen wie der Uhrzeit ist das kein Problem. Bei persönlichen Angelegenheiten möchte wohl niemand, dass jemand Fremdes mithört.

Leider machen wir uns die negativen Seiten der modernen Errungenschaften eher selten bewusst. Als beispielsweise bekannt wurde, dass die Spracheingabe bei Samsung-Fernseher immer mithört, war die Empörung groß. Doch wer liest heute noch die AGBs oder setzt bei der schnell installierten Software die richtigen Häkchen, um der allzu großen Datensammelwut entgegenzuwirken?

Gerade wegen des leichten Zugangs zur Technik sollten die Unternehmen ihre Geschäftsbedingungen viel transparenter und vor allem einfacher gestalten. Es nutzt dem Anwender wenig, wenn die Daten verschlüsselt zum Anbieter übertragen werden wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass Dritte Zugriff haben.

Technik soll uns Menschen dienen und unser Leben erleichtern. Wird sie jedoch dazu missbraucht, noch mehr Informationen über unser Leben zu sammeln, dann profitieren nur sehr wenige davon. Wir müssen uns immer im Klaren sein, wozu Technik imstande ist und sie kritisch hinterfragen.

Vielleicht ist es besser, ab und an alle Geräte abzuschalten und die Zeit bei einer Tasse Earl Grey zu genießen.

* Hendrik Härter ist Redakteur der Fachzeitschrift Elektronikpraxis. Sie erreichen den Autor per Email unter hendrik.haerter(at)vogel.de

(ID:43266806)