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„2018 kann es mit den Abfindungen losgehen“ Vorerst keine Jobgarantie für Opel-Mitarbeiter

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Überraschend kam am vergangenen Freitag die Meldung, dass die Arbeitsplätze bei Opel vorerst gesichert seien. Weniger überraschend: Die Berichte wurden später dementiert. Branchen-Experten halten zudem übertriebene Hoffnung für Augenwischerei und befürchten weiterhin einen radikalen Stellenabbau.

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Für die Opel-Mitarbeiter geht das Bangen, Abwarten, Hoffen und Misstrauen weiter: Bisher gibt es keine verbindlichen Zusagen, dass ihre Jobs nach einer Fusion mit PSA erhalten bleiben. Das Foto zeigt die Opel-Konzernzentrale in Rüsselsheim.
Für die Opel-Mitarbeiter geht das Bangen, Abwarten, Hoffen und Misstrauen weiter: Bisher gibt es keine verbindlichen Zusagen, dass ihre Jobs nach einer Fusion mit PSA erhalten bleiben. Das Foto zeigt die Opel-Konzernzentrale in Rüsselsheim.
(Bild: Opel)

Für die Opel-Mitarbeiter geht das Bangen, Abwarten, Hoffen und Misstrauen weiter: Während einige Nachrichtenberichte vermuten ließen, die Arbeitsplätze wären während der Standort-Investitionszeit bis 2018 bzw. respektive 2020 gesichert, folgte am Sonntag die Ernüchterung durch das Bundeswirtschaftsministerium. Bisher gäbe es keine verbindlichen Zusagen seitens PSA.

Das Ministerium erklärte am Sonntag, dass die Gespräche mit PSA konstruktiv verlaufen seien. Mehr konnte nicht vermeldet werden. Frühestens in drei Tagen wird von PSA ein Statement erwartet, dass erste Aufschlüsse über die Zukunft von Opel zulässt.

Automotive-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht die Meldungen über eine angebliche Jobgarantie äußert kritisch. PSA-Boss Carlos Tavares habe gar keine andere Wahl, als den Mitarbeiterabbau nach der Fusion voranzutreiben. Dies sei für Tavares der einzige wirksame Kostenhebel.

Daran würde auch die von der IG Metall ausgehandelte Beschäftigungsgarantie bis 2018 und die Investitionszusagen für die Opel-Werke bis 2020 nichts ändern. „2018 kann es mit den Abfindungen losgehen“, so Dudenhöffer weiter.

Nach Dudenhöffers Prognose muss sich ein Drittel der 19.030 Opel-Angestellten in Deutschland auf eine Kündigung einstellen. Doch treffen wird der Abbau auch die britische Opel-Schwester Vauxhall. Nun muss sich Premierministerin Theresa May der Sache selbst annehmen – sie wurde von Tavares um ein persönliches Gespräch gebeten.

An den britischen Standorten Ellesmere Port und Luton sind 3.360 Menschen beschäftigt. Doch die beiden Standorte sind akut bedroht. Der britische Fusionsexperte John Colley, hält eine Schließung der beiden Produktionsstätten für sehr wahrscheinlich.

Gegenüber „Automotive Management“ analysierte er: „Die Schließung der deutschen Werke wäre mindestens dreimal so teuer wie die der britischen Produktionsstätten.“ Auch der Einfluss der Gewerkschaften in Deutschland sei stärker. Ein zentrales Problem sei zudem das Brexit-Votum.

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