Schnittstellen

Vor- und Nachteile des neuen Standards USB3 Vision

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Nicht nur Vorteile: die Kehrseite der Medaille

Ist USB 3.0 damit also die eierlegende Wollmilchsau für die Bildverarbeitung? Nein, denn der neue Standard bringt nicht nur Vorteile mit sich. „Als Nachteil ist unter anderem die beschränkte Kabellänge von nur wenigen Metern zu nennen, die je nach Anwendungsfall kritisch sein kann“, nennt Stelz einen Malus der Technologie, „nach derzeitigem Stand kann man sicher mit drei Metern Kabellänge rechnen. Längere Kabel von bis zu sieben Metern werden bereits im industriellen Umfeld getestet, sind jedoch nach aktuellem Stand noch nicht freigegeben. Mit aktiven Komponenten scheinen hingegen Kabellängen von bis zu 15 Metern realisierbar zu sein.“

Nach den Worten des Experten ist zu erwarten, dass hier wie auch schon bei CameraLink in Kürze so genannte Extender verfügbar sind, mit denen sich dann auch größere Strecken überbrücken lassen. Sicher ist, dass die Qualität des Kabels und der Stecker eine entscheidende Rolle spielen. „Realistischere Einschätzungen werden aber erst möglich sein, wenn eine größere Produktpalette von verschiedenen Herstellern verfügbar ist“, gibt Stelz zu bedenken.

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Faserbasierte Lösungen für USB 3.0 werden hier wohl schon bald neue Möglichkeiten bieten. Ob dieses Schnittstellen-Konzept dann auch im industriellen Umfeld praktikabel ist, muss sich jedoch erst noch zeigen. Generell existiert derzeit noch sehr wenig Praxiserfahrung mit USB 3.0 im industriellen Umfeld. Klar ist derzeit nur, dass erste Tests mit dieser Technologie sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert haben. In wie weit sich das kostengünstige Interface USB3 Vision nach der nun erfolgten Festschreibung des Standards auch in der Realität und im Einsatz beim Anwender bewährt, wird sich wohl frühestens in den kommenden Monaten erweisen, wenn die ersten Standard-konformen Produkte auf dem Markt und in Applikationen integriert sind.

„Einige Bildverarbeitungshersteller werden hier schon in Kürze neue Produkte mit USB3-Vision-Schnittstelle heraus bringen“, schätzt Stelz die Situation ein, „es wird dann sicher nicht lange dauern, bis aud dem Markt eine deutlich breitere Produktpalette für die Anwender verfügbar ist.“

Aber die Konkurrenz schläft auch nicht

Der Start von USB3 Vision wird auch von der Weiterentwicklung anderer Technologien begleitet, die das Feld nicht kampflos für den USB 2.0-Nachfolger räumen: Mit CoaXPress und 10G Base-T existieren mindestens zwei technologische Konkurrenten im Rennen um die meistgenutzte Bildverarbeitungsschnittstelle der Zukunft. CoaXPress startet mit etwas zeitlichem Vorsprung ins Rennen um die Gunst der Bildverarbeitungsanwender. So ist CoaXPress besser und anders skalierbar als USB3 Vision und erlaubt deutlich höhere Datenübertragungsraten. Auch bei den möglichen Kabellängen hat CoaXPress je nach Konfiguration mit bis zu 100 Metern die Nase deutlich vorne. Diese Vorteile erkauft sich der Anwender allerdings durch die Einschränkung, dass er bei CoaXPress immer einen Frame Grabber benötigt.

Auch der inzwischen weit verbreitete GigE-Vision-Standard entwickelt sich technisch weiter: Der eigentlich schon lange überfällige Schritt hin zu 10G Base-T rückt mittlerweile in greifbare Nähe. Eines der Hauptprobleme von 10G Base-T bestand bisher in der Wärmeentwicklung. Neue, kürzlich auf den Markt gekommene Chips reduzieren die Stromaufnahme nun jedoch deutlich und ermöglichen so Kabellängen von rund 30 Metern. Damit bleibt GigE Vision selbst bei den im Vergleich zu USB 3.0 höheren Kosten attraktiv und für die Zukunft gerüstet.

Die Welt der Standards bleibt weiterhin vielseitig

Aus den genannten Gründen wird die Welt der Datenübertragungsstandards in der IBV wohl weiterhin vielfältig bleiben. „Auf der anderen Seite ist die Branche mit den existierenden Standards auf dem besten Wege, die einzelnen Technologien zu abstrahieren, um so einen technologieübergreifenden Standard wie GenICam zu realisieren“, ist Stelz jedoch zuversichtlich, „wenn man z.B. das GenApi-Modul aus GenICam betrachtet, so kommt dieses nicht nur bei GigE Vision zum Einsatz, für das es ursprünglich entwickelt wurde: Es arbeitet auch in Verbindung mit FireWire, CameraLink und in Zukunft auch bei USB3 Vision.“ Ein vereinheitlichter Datenübertragungsstandard ist aus diesen Gründen also keine Utopie mehr.

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