Erinnerung an deutschen Computerpionier

Vor 30 Jahren starb Heinz Nixdorf

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Pionier in Sachen Bürorechner

Heinz Nixdorf (1984) in einer seiner Produktionsstätten: Über 30 Jahre lang bestimmte der Unternehmer persönlich die Richtung seiner Firma. Dem in den 80-er Jahren aufkommenden PC-Markt schenkte er dabei wenig Beachtung: "Wir bauen keine Goggomobile," soll Nixdorf hierzu gesagt haben.
Heinz Nixdorf (1984) in einer seiner Produktionsstätten: Über 30 Jahre lang bestimmte der Unternehmer persönlich die Richtung seiner Firma. Dem in den 80-er Jahren aufkommenden PC-Markt schenkte er dabei wenig Beachtung: "Wir bauen keine Goggomobile," soll Nixdorf hierzu gesagt haben.
(Bild: Heinz Nixdorf Museumsforum)

1959 verlegt Heinz Nixdorf sein „Labor für Impulstechnik“ in seine Geburtsstadt Paderborn. Dort entwickelt einige Jahre später der Entwicklingsingenieur Horst Hager den weltweit ersten elektronischen Tischrechner. Der „Conti“ genannte Rechner wird ab 1962 von den Wanderer-Werken in Köln produziert. Dort wurde einige Jahre später auch der erste auf Halbleitern basierende Kleincomputer, die Wanderer Logatronic, produziert: Nixdorf war es gelungen, hierfür den Entwicklungsingenieur Otto Müller von IBM abzuwerben. Der auf der Hannover Messe 1965 erstmals vorgestellte Tischrechner stellte für damalige Verhältnisse eine technische Revolution dar.

Auf Basis der Logatronic entstand schließlich 1967 der Universalcomputer Nixdorf System 820, der erste Kleinrechner mit Magnetkernspeicher, integrierter Schreibmaschine und Drucker zur Datenausgabe. Dieser frei programmierbare Computer wurde zu einem weltweiten Phänomen, der den Namen Nixdorf auch in den USA und in Japan bekannt machte. Als die Wanderer-Werke 1968 in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, kaufte Nixdorf das Unternehmen auf und übernahm fortan selbst den Vertrieb seiner Systeme: Aus dem „Heinz Nixdorf Labor für Impulstechnik“ wurde „Nixdorf Computer“ .

Während in den 60-er Jahren die meisten Computerhersteller wie IBM noch auf Großrechenanlagen setzten, die teilweise Anschaffungskosten in Millionenhöhe hatten, zielte Heinz Nixdorf gezielt auf den Banken- und Bürosektor sowie kleine und mittelständige Unternehmen. Dabei half, dass Nixdorf die Unternehmen vollumfänglich bedienen konnte - Hard- und Software stammten aus einer Hand.

Vor allem was die Netzwerkfähigkeiten betrifft konnten die Nixdorf-Rechner international überzeugen. Die Nixdorf-Terminalstationen konnten über hauseigene Emulationen via Nixdorf Communication Network (NCN) in IBM-, Siemens- oder Olivetti-Netzen betrieben werden. Vor allem für das Banbkwesen war dies interessant: Bereits 1974 ließ die nordische Scandinaviska Enskilda-Bank ihre Filialen mit Hilfe von 1100 Nixdorf-Terminals landesweit vernetzen. Als einer der weltweit ersten Computerhersteller bietet Nixdorf einen Service zur Ferndiagnose via Akkustikkoppler-Modem an.

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Das Unternehmen erfährt unter Heinz Nixdorf einen steilen Aufstieg: Erzielte das „Labor für Impulstechnik“ im Jahr 1966 noch einen Umsatz von 28 Millionen Mark, überschritt „Nixdorf Computer“ 1977 erstmals die 1-Milliarde-Mark-Grenze. 1985, kurz vor dem Tod Heinz Nixdorfs, lag der Umsatz bei knapp vier Milliarden.

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