Führungskräfte-Studie

Von Vorbildern, Leitlinien und guten Taten

| Redakteur: David Franz

Für die Studie wurden die Antworten von 443 Führungskräften verschiedener Branchen ausgewertet.
Für die Studie wurden die Antworten von 443 Führungskräften verschiedener Branchen ausgewertet. (Bild: Gerd Altmann, AllSilhouettes.com, pixelio.de)

Die Akademie für Führungskräfte (Überlingen/Bad Harzburg) hat ihre diesjährige Studie zum Thema „Verantwortungsvoll führen“ veröffentlicht. Erkenntnisse zum Verantwortungsbewusstsein und der Vorbildfunktion deutscher Führungskräfte kamen ebenso ans Licht, wie die Einstellung der Manager zum Unternehmen und Aktivitäten aus dem Bereich CSR.

Zentrales Ergebnis der Studie: 82,1 % der befragten Führungskräfte behaupten, bei der Arbeit „manchmal“ entgegen Ihrer persönlichen Überzeugung zu handeln. Ein gutes Drittel sieht darüber hinaus auch das Verhalten der nächsthöheren Hierarchieebene kritisch: 32,9 % geben an, ihr eigener Vorgesetzter verhalte sich ab und zu moralisch fragwürdig. 6 % beurteilen dessen Verhalten als überwiegend problematisch.

Führungskräfte müssen Vorbilder sein – aber sind sie es tatsächlich?

94,8 % der Befragten sagen von sich, im Berufsleben gerne Verantwortung zu tragen. Sogar noch mehr – 98,9 % – stimmen zu, dass eine Führungskraft ihren Mitarbeitern ein Vorbild sein sollte. Über 70 % glauben, diesen Anspruch selbst zu erfüllen.

Im Hinblick auf ihre Kollegen sind sich 44 % der Studienteilnehmer jedoch nicht ganz so sicher und meinen, dass sie selbst ihre Verantwortung ernster nehmen als andere Personen in vergleichbarer Position.

Skeptisch bei Corporate Social Responsibility-Projekten

Fast 80 % der Teilnehmer identifizieren sich stark mit ihrem Unternehmen und seinen Werten. Fast ebenso viele (76,6 %) sind jedoch skeptisch gegenüber CSR-Projekten für soziale Zwecke oder mehr Umweltschutz und halten diese teilweise für ernsthaft, teilweise für reine Show. 4 % gehen noch einen Schritt weiter und tun derartige Bemühungen von Unternehmen allgemein als „Propaganda“ ab.

Bei der Auswahl ihres Arbeitgebers hatte das Unternehmensimage für 34,5 % der befragten Manager keinen Einfluss auf ihre Entscheidung. Dagegen geben 36,1 % an, auch auf die Moral und Ethik ihres Unternehmens geachtet zu haben. Für 29,5 % war dieser Faktor immerhin „zum Teil“ wichtig.

Nur wenige prominente Vorbilder

In puncto Verantwortung fallen den befragten deutschen Führungskräften nur wenige Vorbilder aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben ein – sowohl bei der Frage nach vorbildlichen Persönlichkeiten als auch nach besonders verantwortungsvollen Unternehmen belegt die Antwort „Keiner“ den ersten Rang. Auf Platz Zwei schafft es bei den Persönlichkeiten Altkanzler Helmut Schmidt vor Angela Merkel.

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Mein letzter Chef hat mir, kurz nachdem er mich eingestellt hatte, unbewußt oder unbedacht seine...  lesen
posted am 08.11.2012 um 20:26 von Unregistriert


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