Von IT-Sicherheit über TSN und Künstliche Intelligenz – das war der IoT-Kongress 2018

| Redakteur: Hendrik Härter

Jeder spricht von IoT, doch was steckt dahinter? Experten aus der Industrie diskutierten mit Teilnehmern auf dem zweitägigen IoT-Kongress in Nürnberg.
Jeder spricht von IoT, doch was steckt dahinter? Experten aus der Industrie diskutierten mit Teilnehmern auf dem zweitägigen IoT-Kongress in Nürnberg. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Zwei Tage lang trafen sich IoT-Experten in Nürnberg und diskutieren über unterschiedliche Aspekte der vernetzten Industrie: Immer im Mittelpunkt das Thema Sicherheit.

Wer sich mit IoT beschäftigt, der muss nicht zwangsläufig neue Infrastrukturen aufbauen. Auf dem IoT-Kongress der ELEKTRONIKPRAXIS zeigte Referent Peter Moster vom KIT Karlsruhe, wie sich vorhandene und sichere IT-Infrastrukturen auch für das IoT nutzen lassen. Im Kern geht es darum, die Netze langfristig zu nutzen und das sie von Seiten der Administrator pflegeleicht sind. IT-Infrastrukturen werden mindestens zehn Jahre betrieben. Sie haben Bestand. Allerdings rät Moster von Kabellösungen bei IoT-Anwendungen ab. Der Datenaustausch sollte über Funk laufen.

Was mit 140 x 12 Byte möglich ist, zeigte der Sprecher von Sigfox. Es lassen sich Waren und Dinge lokalisieren und ein Status abrufen. Dabei bietet das LPWAN-Netz einige Vorteile: Es lassen sich Daten von Geräten aller Art über Basisstationen an die Sigfox-Cloud und wieder zurücksenden. Dabei reicht das Signal sehr weit. In Europa wird wird im ISM-Band auf 868 MHz gefunkt.

TSN und ein Konzept zur IT-Sicherheit

Markus Weinländer von Siemens stellte in seinem Vortrag „Time Sensitive Network (TSN) die Frage: Datenturbo oder Kostenbremse? Durch den Einsatz von TSN entsteht letztendlich eine einheitliche Kommunikations-Infrastruktur, die sowohl für horizontale M2M- als auch für vertikale Sensor-2-Cloud-Kommunikation geeignet ist.

Ein sinnvolles Konzept zur IT-Sicherheit mit einem hochentwickelten OTA-Device-Update ist nach den Worten von Jürgen Fitschen, SSV Software aus Hannover, ein wichtiger Teil des Fundaments für jede IoT-Applikation. Sicherheitslücken müssen im Produktlebenszyklus korrigiert werden. Allerdings sagt er, dass Patches ein beliebter Angriegsvektor sind. Um Manipulationen zu umgehen, sind digitale Signaturen notwendig. Jedes Update wird vom Hersteller des IoT-Geräts in einer gesicherten Umgebung signiert. Danach kann das Update die Umgebung verlassen und über Update-Server im Internet an die IoT-Geräte verteilt werden.

Künstliche Intelligenz

Der zweite Kongresstag startete mit dem Thema Künstliche Intelligenz – Hintergründe, Techniken und Vorgehensweisen. Die Referenten Dr. Jan Paulus und Dr. Matthias Weidler von Astrum IT erklärten Künstliche Intelligenz und grenzten den Begriff von Deep Learning, Maschinelles Lernen und Expertensysteme ab. Ihr Vortrag zeigte, warum eine KI populär ist: Von der Idee Neuronaler Netze in den Jahren ab 1940 bis zum Durchbruch 2010.

Dem Thema Service-orientierte Architektur (SoA) widmete sich Dr. Jürgen Seyler von Automation of Things Europe. Warum hat sich SoA auf der Produktionsebene im Gegensatz zur IT noch nicht etabliert? Einen Grund sieht er in den besonderen Anforderungen der OT am Echtzeitverhalten und Robustheit der Kommunikation sowie der Einbindung von Feldbussen. In seinem Vortrag ist er auf die IEC-61499 eingegangen, um SoA-Prinzipien in die Steuertechnik zu übertragen.

Den Abschluss des zweiten Tages war zum Thema, wie sich Sensordaten mit wartungsfreien Sensoren sammeln und auswerten lassen. Am Beispiel der Produktion eines Kabelbaums für Fahrzeuge zeigte Andreas Schneider von EnOcean, wie eine IoT-Anwendung entwickelt wurde. Seinen Vortrag schloss er mit einen Ausblick ab, wie sich künftig verschiedene Funkstandards entwickeln werden und sich diese mit einer Cloud verbinden lassen.

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