Geänderte Verordnungen in der Elektronik-Fertigung

Von Energieeffizienz, EMV- und RoHS-Richtlinien

| Redakteur: Hendrik Härter

Testhaus: Das Product Compliance Center von Fujitsu gibt unter anderem Informationen zu geänderten EU-Energieeffizienzanforderungen.
Testhaus: Das Product Compliance Center von Fujitsu gibt unter anderem Informationen zu geänderten EU-Energieeffizienzanforderungen. (Fujitsu Product Compliance Center)

Verschärfte Anforderungen bei Computer und Computerserver, eine neue EMV-Richtlinie und eine Ausnahmeregelung bei bestimmten gefährlichen Stoffen. Wir geben einen Überblick.

Am 27. Juni 2013 wurde die Verordnung (EU) 617/2013 „im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Computern und Computerservern“ veröffentlicht. Ab dem 1. Juli 2014 gelten generell verschärfte Anforderungen an alle Produktkategorien im Geltungsbereich der ErP-VO 617/2013. Mit dieser Verordnung unterliegen Computer-Server mit maximal vier Prozessorsockeln erstmalig innerhalb der EU-Energieeffizienzanforderungen.

Ferner sind Hersteller nun verpflichtet, umfangreiche Informationen auf einer frei zugänglichen Internetseite zu veröffentlichen. Die Informationspflicht betrifft alle Produktgruppen. Sämtliche Inhalte sind in der Verordnung festgelegt. Für manche Produktgruppen kann aufgrund der Informationspflicht zusätzlicher Messaufwand entstehen.

Die europäische Kommission hat einen Leitfaden zur Umsetzung ErP-VO für Computer (EC-Nr. 617/2013) veröffentlicht. Hier gibt es in Artikel 2 eine Auslegung zur Gültigkeit/Anwendbarkeit beispielsweise für Industrie-PCs: „The Regulation shall not apply to control units which are not designed and not sold to be used as standalone or terminal computers, but are designed to be incorporated into or to be permanently connected to industrial machines/products/solutions“.

Neue EMV-Richtlinie ist ab 20. April 2016 bindend

Die neue EMV-Richtlinie 2014/30/EU ist jetzt gültig und anwendbar. Bindend ist sie ab dem 20. April 2016. Sie enthält unter anderem neue Festlegungen zur notwendigen Sprachenvielfalt der Bedienungsanleitungen. So heißt es in Artikel 7, Pflichten der Hersteller, Satz 7: „Die Hersteller gewährleisten, dass dem Gerät die Betriebsanleitung und die in Artikel 18 genannten Informationen beigefügt sind, die in einer vom betreffenden Mitgliedstaat festgelegten Sprache, die von den Verbrauchern und sonstigen Endnutzern leicht verstanden werden kann, verfasst sind. Diese Betriebsanleitungen und Informationen sowie alle Kennzeichnungen müssen klar, verständlich und deutlich sein.“

Die im Anhang III der EU-Richtlinie „zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“ (2011/65/EU) aufgeführten Ausnahmen habe eine begrenzte Gültigkeit. Ausnahmen ohne definiertes Gültigkeitsdatum laufen zum 21. Juli 2016 aus. Für eine Verlängerung muss mindestens 18 Monate vor dem Ablauf bei der EU-Kommission ein Antrag eingereicht werden.

Die Ausnahmeregelungen für Blei in Loten bei Server und Telekommunikationseinrichtungen und Blei in Legierungen wird aller Voraussicht nach nicht verlängert. Produkte oder Komponenten, die eine ausgelaufene Ausnahme in Anspruch nehmen, dürfen nach dem Ablaufdatum nicht mehr innerhalb der EU in den Verkehr gebracht werden.

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