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3-D-Drucker Von der MP3-Datei zur Schallplatte

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Um die Grenzen der 3-D-Drucktechnologie auszuloten hat Amanda Ghassaei Schallplatten mithilfe eines 3-D-Druckers produziert. Das Ergebnis kann sich zwar „hören“ lassen – aber wie …

Entstehung einer Schallplatte im Kunstharz-Drucker Objet Connex500
Entstehung einer Schallplatte im Kunstharz-Drucker Objet Connex500
(Bild: Amanda Ghassaei)

Um die Grenzen der 3-D-Drucktechnologie auszuloten hat die US-amerikanische Bastlerin Amanda Ghassaei eine Methode entwickelt, mit der sich aus digitalen Audio-Dateien nahezu jeden Formats per 3-D-Drucker Schallplatten herstellen lassen, die auf jedem beliebigen Plattenspieler abgespielt werden können.

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Unebenheiten in der Rille lassen die Nadel vibrieren

Beim Abspielen einer herkömmlichen Schallplatte aus schwarzem Vinyl bewegt sich eine Nadel in einer Rille in der Plattenoberfläche. Die Umdrehungsgeschewindigkeit beträgt dabei 33,3 min-1 bei Langspielplatten und 45 min-1 bei Singles. Die Unebenheiten in der Rille versetzen die Nadel in Vibrationen, die in ein Audiosignal umgewandelt werden, das verstärkt und über Lautsprecher abgestrahlt wird, um Zuhörer auf die Beine und zum Tanzen zu bringen. Mit der Schallplatte aus dem 3-D-Drucker funktioniert das ebenso.

Berechnung des 3-D-Modells

Um eine Audio-Datei in eine Schallplatte zu verwandeln, nutzt Amanda Ghassaei die Open-Source-Programmierumgebung Processing, um die Audio-Datei in ein 3-D-Modell der Schallpaltte umzurechnen. Diese Daten werden dann als SL-File gespeichert und an den 3-D-Drucker übertragen.

Die Schallplatte entsteht auf einem hochauflösenden 3-D-Drucker

Die endgültige Schallplatte entsteht auf einem Kunstharz-Drucker Objet Connex500 mit einer Auflösung von 0,043 mm in x- und y-Richtung sowie 0,016 mm auf der z-Achse. Das mag für einen 3-D-Drucker eine durchaus beachtliche Ausflösung sein – aber eine so produzierte Schallplatte ist nicht gerade der Traum eines Audiophilen … sie bleibt klanglich weit hinter einer herkömmlich gepressten Vinylscheibe zurück, wie im folgenden Video gut zu hören ist:

Die Dateien im Beispiel auf dem Video wurden mit 11 kHz abgetastet und haben eine Auflösung von 5 bis 6 Bit (CD-Qualität ist 44,1 kHz/16 Bit). Damit ist die Ausgabequalität zwar niedrig, aber noch erkennbar.

Eine genaue Anleitung steht online

Eine genaue Anleitung zur Herstellung von Schallplatten aus Audiofiles hat Amanda Ghassaei auf instructables.com veröffentlicht, wo auch Links für den Download der benötigten Dateien zu finden sind.

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