Meilensteine der Elektronik

Von der Floppy Disk zur SSD

| Autor / Redakteur: Robert Herth * / Margit Kuther

DRAM-Modul von Siemens: Siemens gliederte 1999 sein Halbleiterwerk aus und daraus wurde Infineon
DRAM-Modul von Siemens: Siemens gliederte 1999 sein Halbleiterwerk aus und daraus wurde Infineon (Bild: MSC Technologies)

50 Jahre ELEKTRONIKPRAXIS – ein Speicherfreak sinniert über Datenspeicher. Sein Ergebnis: das Ende der herkömmlichen Festplatte naht.

50 Jahre ELEKTRONIKPRAXIS – als Speicherfreak gerät man bei solch einem Jubiläum und einen Rückblick auf 50 Jahre Elektronik und Elektrotechnik zum Teil ins Schwärmen, aber auch ins Grübeln.

Ins Schwärmen gerät man, wenn rückblickend die 50 Jahre und deren Technologiewandel betrachtet wird und ins Grübeln, wohin ein immer schnellerer Fortschritt in der Technologie noch führen soll. Da kommt die Frage auf: wann wird der Mensch von der Maschine bzw. Roboter gesteuert?

Bisher kann sich noch niemand vorstellen, dass Roboter in Zukunft solche elementare Fähigkeiten des Menschen annehmen können wie Kreativität verknüpft mit Intuitionen und Wissensdrang. Ich denke, bis es soweit ist, sofern es jemals geschehen wird, fließt noch viel Wasser den Rhein herunter.

Flaschenhals Arbeitsspeicher, heute wie vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren, also im Jahre 1966, erfindet ein Mitarbeiter von IBM das erste DRAM (Dynamic Random Access Memory). In der heutigen Zeit befassen wir uns mit der aktuellen Generation dieser Erfindung, dem DDR4-Speicher. Dieser erweist sich noch immer als Flaschenhals im Computer und hat nicht den richtigen Durchbruch in der Speichertechnologie gebracht.

Wen gibt es überhaupt noch von den vielen DRAM-Herstellern, die Milliarden verdient und Milliarden in den Sand gesetzt haben? Die Antwort lautet: Samsung, SK Hynix, Micron und Nanya. Ich habe in meiner Musterschublade DRAM-Module gefunden, die sogar Siemens als DRAM-Hersteller zeigen. Dies hatte ich schon fast vergessen, dass es ja einmal auch einen deutschen Hersteller gab.

Zu meiner Studienzeit in den 70er Jahren hantierten wir mit der 8“- und im Wesentlichen mit der 5¼“-Floppy-Disk und waren mehr oder weniger begeistert, dass wir Daten abspeichern und auf einem – damals handlichen Medium – transportieren konnten.

Vorsicht war beim Umgang mit der Floppy Disk geboten, da sich diese dünne und anfällige Scheibe leicht verkratzen und verbiegen ließ und damit die Daten nicht mehr lesbar waren. Witzig aus heutiger Sicht ist auch die Tatsache, dass zum Schreibschutz eine am Rande befindliche Aussparung mit einem dunklen Aufkleber zugeklebt werden musste.

Eine 5¼“ Floppy speichert 1 MB an Daten, eine 2,5" SSD 2 TB

Bild 2: 5¼“ Floppy Disk mit 1 MB Speicher (links) im Vergleich zur 2.5“-SSD mit 2 TB Speicher
Bild 2: 5¼“ Floppy Disk mit 1 MB Speicher (links) im Vergleich zur 2.5“-SSD mit 2 TB Speicher (Bild: MSC Technologies)

Das heißt, die heutige 2,5“-SSD speichert 2 Millionen mehr Daten als damals die 5¼“-Floppy-Disk!

Bei dieser Art der Datenspeicherung hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre sehr viel getan, speziell in den letzten zwei Jahrzehnten gab es einen gewaltigen Sprung nach vorne. Die Flash-Technologie wurde stetig verbessert und der Erfolg der Flash-Speicherung begann mit der Entwicklung des USB Sticks im Jahre 1996 von einem israelischen Ingenieur von M-Systems. SanDisk kaufte zehn Jahre später diese Firma für 1,6 Mrd. Dollar!

Flash ist ein Wort das für vieles stehen kann, aber im Speicherbereich die o.g. Disketten verdrängt hat, das Magnetband verdrängt hat und jetzt die Festplatten (HDDs) verdrängen wird.

Betrachte ich nur die letzten zwei bis drei Jahre, in denen ich mit vielen Entwicklern in Europa über das Thema SLC- und MLC-Flash gesprochen habe, gibt es heute nur noch wenige Entwickler, die noch der Meinung sind, SLC-Flash gehört in die Industrieanwendung und MLC-Flash in den Consumermarkt. Vor fünf Jahren hätten sich die wenigsten Entwickler diese rasante Entwicklung vorstellen können und schon gar nicht den Einsatz von TLC-SSD (Boot-Applikation) in industriellen Anwendungen.

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