Meilensteine der Elektronik

Von der Diplomarbeit in den Orbit via ELEKTRONIKPRAXIS

| Redakteur: Margit Kuther

ELEKTRONIKPRAXIS-Ausgabe vom Juni 1982: Manfred Schmitz, Firmengründer von MEN, präsentierte Auszüge seiner Diplomarbeit zum brandneuen EF 9365 Display-Prozessor von Thomson.
ELEKTRONIKPRAXIS-Ausgabe vom Juni 1982: Manfred Schmitz, Firmengründer von MEN, präsentierte Auszüge seiner Diplomarbeit zum brandneuen EF 9365 Display-Prozessor von Thomson. (Bild: ELEKTRONIKPRAXIS / MEN)

Wir schreiben das Jahr 1982. Manfred Schmitz von MEN stellte 1982 Auszüge aus seiner Diplomarbeit – eine Grafikkarte mit dem damals brandneuen EF-9365-Display-Prozessor von Thomson – in der „elektronik praxis“ vor.

Zu Zeiten von analogen Telefonen, meist in Grasgrün, dem aufkommenden Teletex, den ersten tragbaren Abspielgeräten von Sony (Walkman) und den ersten IBM-PCs, läutete dieser Vollgrafik-Controller die rasante Entwicklung weg von monochromer Grafik und grünleuchtender Textdarstellung hin zu einer vollfarbigen, vektorbasierten Anzeige mit immer detaillierterer Farbtiefe ein.

Die aus der Diplomarbeit entstandene Einfach-Europakarte E301 war später das erste Standardprodukt der MEN. Dank des Artikels in der ELEKTRONIKPRAXIS wurde die damals noch frisch gebackene MEN von Anfragen geradezu überhäuft. Um ihnen gerecht zu werden, sah man schnell einen Anrufbeantworter für alle Anfragen zur berüchtigten Kennziffer 402 als einzige Wahl.

Zeitzeugen berichten von tausenden Datenblättern, die alle ausgedruckt, gefaltet und eingetütet daraufhin den Weg zur Post fanden. Schon diese erste Karte brachte Vieles mit, was MEN heute noch auszeichnet: robustes und fortschrittliches Design auf einem standardisierten Formfaktor.

Fortschritt heißt bei MEN größtmögliche Flexibilität für Kunden

Fortschritt bedeutete bei MEN von Anfang an auch größtmögliche Flexibilität für den Kunden zu bieten – sei es durch Vielfältigkeit oder durch offene Standards. Kaum fünf Jahre nach Firmengründung erarbeitete die MEN ein Konzept, das genau das bieten sollte: die M-Module sollten den Bedarf an flexiblen Ein-/Ausgabe-Funktionen decken und werden so erfolgreich, dass sie der MEN den Ruf als Spezialist für Ein-/Ausgabe einbringen.

Zehn Jahre später werden die M-Module offiziell nach ANSI standardisiert und sind noch heute eine beliebte Mezzanin-Variante. Nach dem Gemeinschaftsprojekt mit Motorola und Greenspring zur Entwicklung eines weiteren Mezzanin-Konzepts – PC-MIP, unterschiedlichsten PowerPC- und Intel-basierten CPU-Karten in VMEbus, CompactPCI oder als eigenen COM-Standard, den ersten kompletten aber dennoch modularen Industrie-PCs, folgte eine stärkere Fokussierung auf sicherheitskritische und raue Märkte.

Bereits 2001 zählte ein Bahnkunde mit einem Projekt in Millionenhöhe zu den Top-5-Kunden der MEN, entsprechend entwickelte und qualifizierte Standardprodukte sorgten für viele weitere in diesem Bereich. 2009 folgte das erste anspruchsvolle, nach höchstem Sicherheitsstandard entwickelte Projekt aus der Luftfahrt. Die Spezialisierung auf extrem robuste und sichere Elektronik hat dazu beigetragen, dass knapp die Hälfte des Umsatzes in kritische Anwendungen fließt.

Trotz dieser Spezialisierung fernab von niedrigpreisiger Massenware ermöglicht das konstante Festhalten an flexibel konfigurierbaren Konzepten und Standards, dass MEN-Produkte in einem breiten Anwendungsfeld zu konkurrenzfähigen Preisen eingesetzt werden können.

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