Meilensteine der Elektronik

Vom Transistor zum 2D-Sensor mit integrierten Kondensatoren

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Firmenübernahme und Umbenennung in Micronas

1989 wurde in der Schweiz die Crosstec Engineering AG gegründet und durch sie der Grundstein für Micronas gelegt. 1992 übernahm eine Tochterfirma der Nokia Oy das Unternehmen Crosstec Engineering und führte die Firma als Micronas fort. Nach der Gründung der Micronas Semiconductor Holding AG 1995 in Zürich erfolgte der Börsengang des Unternehmens im Jahr 1996. 1997 übernahm Micronas die Intermetall in Freiburg.

Meilensteine der Entwicklung von 1996 bis 2015

In den 90er Jahren setzte Intermetall mit seinen Produkten zahlreiche Meilensteine, wie zum Beispiel mit dem ersten CMOS-Empfänger-IC für Autoradios. Bereits 1993 entwickelte Intermetall den ersten, integrierten Hall-Sensor in CMOS-Technologie und 1998 die erste programmierbare Version davon.

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Besonders im Bereich Audio- und Video-Chips für die Fernsehindustrie liefen die Geschäfte gut. In einem Röhrenfernseher wird das Fernsehsignal von der Elektronik innerhalb des Gerätes aufbereitet. In einer Braunschen Röhre werden Elektronenstrahlen erzeugt, die auf der Leuchtschicht durch Fluoreszenz einen Lichtpunkt erzeugen. Auf ihrem Weg innerhalb der Braunschen Röhre zur Leuchtschicht werden diese Elektronenstrahlen durch Magnetfelder abgelenkt. Dadurch kann an jeder Position auf dem Bildschirm ein Bildpunkt erzeugt werden.

Die Firma verfügte in der digitalen Signalverarbeitung und bei Integrierten Schaltungen (ICs), die sowohl analoge als auch digitale Komponenten enthielten (Mixed-Signal-ICs) über spezielles Knowhow. Obwohl die damalige Fernsehwelt noch analog war, ging man dazu über, Fernsehsignale mit Hilfe eines Mikroprozessors digital zu bearbeiten. Hierzu wurde das ursprünglich analoge Fernsehsignal zunächst in ein digitales Signal umgewandelt, bearbeitet und dann wieder als analoges Signal ausgegeben. Nun konnten Funktionen flexibel durch Änderung von Software geändert oder hinzugefügt werden.

Ende der 80er Jahre entwickelte Intermetall den Multistandard Audio-Prozessor MSP, der dann fast 20 Jahre lang weiterentwickelt wurde und schließlich praktisch sämtliche Fernsehton-Standards weltweit beherrschte. Der MSP konnte lange Zeit sehr erfolgreich vermarktet werden, da es praktisch kein vergleichbares Konkurrenzprodukt gab. Im Videobereich wurden zunächst Lösungen angeboten (DIGIT-2000/3000) die aus mehreren ICs bestanden. Sie übernahmen die Dekodierung des Videosignals, die Signalaufbereitung und die Steuerung der Elektronenstrahl-Ablenkung in den damaligen Röhrenfernsehern. Zusätzlich wurden noch optionale ICs, z. B. für Videotext und sogenannte Feature-ICs, zur weiteren Bildverbesserung angeboten. Die weitere Entwicklung brachte den Video-Controller-Text-IC VCT hervor, eine Ein-Chip-Lösung, die auch die Audioeinheit enthielt.

Im Jahr 2000 übernahm dann Micronas die Consumer-Sparte von Infineon Technologies. Durch den Zukauf standen nun neue Produkte und Technologien zur Verfügung, die benötigt wurden, um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch es vollzog sich ein Wandel. Der alte Röhrenfernseher sollte bald ausgedient haben.

Im Jahr 2003 bot Micronas 35 IC-Familien allein im Bereich Unterhaltungselektronik an und weitere 17 im Bereich Multimedia. Doch Röhrengeräte wurden in den 2000er Jahren zunehmend von Flachbild-TVs abgelöst. Hier kamen Geräte mit Flüssigkeitskristallanzeigen (LCD-Technik) und Plasmabildschirme (PDP-Technik) zum Einsatz. 2006 wurden in Deutschland erstmals mehr Flachbildgeräte verkauft als konventionelle Röhrengeräte. In der Fernsehtechnik fand damit ein Wandel von der Analog- zur Digitaltechnik statt. Die digitale Videosignal-Verarbeitung beherrschten aber auch die Hersteller von Grafikkarten-Chips. Nun musste sich Micronas zunehmend gegen neue Konkurrenz aus Fernost durchsetzen, die die Preise von Mikrochips für Consumer-Produkte zunehmend in den Keller trieb.

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