Meilensteine der Elektronik

Vom Transistor zum 2D-Sensor mit integrierten Kondensatoren

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Am 1. Januar 1977 führte die Deutsche Bundespost eine Serie völlig neu konstruierter Fernsprechapparate ein: Das Gerätemodell FeTAp 75 ersetzte die klassische Wählscheibe des Telefons durch einen Tastenwahlblock. Für Tonfrequenz-Tastwahl-Schaltungen produzierte die Intermetall unter anderem den Baustein SBA 5089 auf Silizium-Basis in CMOS-Technologie.

Nachdem der Transistor entwickelt worden war und wenige Jahre später die ersten Transistorradios auf den Markt kamen, lag es nahe, diese Technologie auch in Fernsehgeräten anzuwenden. Der Transistor hat gegenüber der Elektronenröhre, wie sie bis dahin in allen Geräten der Unterhaltungselektronik verwendet wurde, Vorteile wie eine sehr kleine Bauform, einen weitaus geringerem Strombedarf und eine höherer Lebensdauer. Bis in die 70er Jahre waren Transistor-Fernseher teuer und galten als Luxusgut und Statussymbol.

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Die hohen Preise begannen zu purzeln als Ende der 60er Jahre Geräte aus Fernost auf dem Markt kamen, die z.T. nur noch halb so viel wie deutsche Geräte kosteten. Doch bereits damals waren solche No-Name-Geräte aus Asien von fragwürdiger Qualität. Diesem Preisverfall war es dennoch zu verdanken, dass Fernseher auch für die breite Masse erschwinglich wurden. Mit der Entwicklung der ersten integrierten Schaltungen für Fernsehgeräte stieg auch die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit.

Das von ITT Intermetall vorgestellte digitale TV-System, Digivision genannt, war eines der Hauptattraktionen auf der Electronica Messe 1982 in München. Die ersten Überlegungen, die digitale Signalverarbeitung im Fernsehempfänger einzuführen, entstanden bereits im Jahr 1973. Sechs Jahre später wurde mit der Hardware- Entwicklung (VLSI-IC) begonnen. Ende 1981 standen die ersten Muster zur Verfügung, mit der Serienproduktion wurde im ersten Quartal 1983 begonnen.

Unter dem Oberbegriff Digit-2000 fertigte Intermetall 1983 eine Serie von Schaltungen, die es ermöglichten, bessere Farbfernsehempfänger billiger herzustellen. Durch das DIGIT-2000-System konnten zusätzliche Funktionen kostengünstig realisiert werden, wie z.B. der Empfang eines digitalen Fernsehprogramms, Rauschreduzierung, flimmerfreies Bild, Unterdrückung von Reflexionen (Geisterbildern), Bild-im-Bild und Videotext.

Mit dem D2-MAC-Verfahren von Intermetall bis ins All

Die Geschichte des TV-Satelliten reicht zurück bis in die frühen achtziger Jahre. In der Aufbruchsstimmung am Beginn des Satelliten-Zeitalters wollten die Elektronikkonzerne die seit der Einführung des Farbfernsehens bestehenden technischen Hürden zwischen dem SECAM-System in Frankreich und dem PAL-System im übrigen Westeuropa beseitigen.

Das Ergebnis hieß im Techniker-Jargon „Multiplexed Analogue Components“, kurz MAC genannt. Das MAC-Verfahren konnte sich in Mitteleuropa (besonders Frankreich und Deutschland) nicht durchsetzen.

Lediglich in Skandinavien und bei einigen Bezahlfernsehsendern wurde es häufig mit dem für das MAC-Verfahren entwickelte Verschlüsselungssystem EuroCrypt eingesetzt.

Das technische Scheitern des TV-SAT 1 (wegen eines klemmenden Solarzellen-Segels), das Umschalten der meisten französischen Satelliten auf SECAM und die Konkurrenz der in PAL sendenden Kopernikus- und ASTRA-Satelliten führten schnell zum Scheitern der Norm. Das Magazin „Der Spiegel“ schreibt 1990: „Die Idee war gut. Sie wäre sogar ideal gewesen, wenn man sich auf eine einheitliche Norm hätte einigen können.“

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