Hannover Messe 2007 Vom Stahl zur Nanotechnologie: 60 Jahre HMI

Redakteur: Kristin Rinortner

Vom 16. bis 20. April 2007 finden zeitgleich 12 internationale Leitmessen der Industrie statt. Auf der 60. Hannover Messe präsentieren internationale Unternehmen technische Innovationen und Knowhow branchenübergreifend zu allen wichtigen Industriebereichen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Veranstalter der Hannover Messe – die Deutsche Messe – erwartet vom 16. bis 20. April 2007 rund 6150 Aussteller aus 68 Ländern in der Landeshauptstadt Niedersachsens. Genutzt wird eine Netto-Ausstellungsfläche auf 204 000 qm. Aus dem Ausland kommen 2900 Unternehmen, das entspricht einem Anteil von 47%. Nach Deutschland zählen Italien, China und das diesjährige Partnerland Türkei zu den größten Ausstellernationen.

Zentrale Themen sind die Industrieautomation, die Antriebs- und Fluidtechnik, Energietechnologien, industrielle Zulieferung und Dienstleistungen sowie Zukunftstechnologien, Forschung und Entwicklung. Auf der Messe werden nicht nur aktuelle Produkte vorgestellt, sondern auch deren Vernetzung und das Zusammenspiel untereinander gezeigt. Neue Technologien bildet die Veranstaltung vollständig und über komplette industrielle Prozessketten ab, sagt der Veranstalter.

Die Fischbrötchen-Messe: Erste Exportmesse 1947

Am 18. August 1947 schlug die Geburtsstunde der ersten „Exportmesse“ in Hannover, die später als „Fischbrötchen-Messe“ in die Annalen einging. Innerhalb weniger Jahre wurde die Investitionsgütermesse zum Symbol des deutschen Wirtschaftswunders, ein zuverlässiges Konjunkturbarometer, ein gepflegter Treffpunkt für die Spitzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Heute sind an die Stelle früheren Glamours nüchterne Zahlenspiele um weltweit wettbewerbsfähige Produkte, Aussteller und Messebesucher getreten. Die Öffnung der Weltmärkte zwingt die Unternehmen wie auch die Messeveranstalter zu Effizienz und Kreativität.

So bestimmen derzeit die internationale Diskussion zum steigenden Energiebedarf, zu Produktionsstandorten, zum Schutz vor Produktpiraterie und der Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften in der Industrie die Themen der Hannover Messe.

Beständiger Wechsel

Im Laufe von sechs Jahrzehnten hat die Hannover Messe ständig ihr Gesicht geändert. Wo einst an der „Stahlstraße“ die Stahlbarone in ihren eleganten Pavillons – angeführt von Krupp-Chef Berthold Beitz – die wirtschaftlichen Geschicke einer ganzen Republik steuerten, positionieren sich heute renommierte Unternehmen mit High-Tech-Produkten und Systemlösungen.

Vom Stahl zum Chip, von der 125 t schweren Lokomotive zu fast unsichtbaren Produkten in der Nanotechnologie – die Veranstaltung sei ein lebendiges Produkt, meint Messe-Chef Sepp D. Heckmann. Um die Ideenführerschaft für Technik und Innovation zu halten, werde sich die Deutsche Messe auch künftig am Markt orientieren. Denn, so Heckmann, „um Auslandsmärkte kostengünstig zu erschließen, braucht die Industrie Leitmessen, die eine komplette Branche abbilden und einen deutlichen Mehrwert für ausländische Besucher liefern.“ In enger Allianz mit der Industrie würden sich effiziente Konzepte schmieden lassen. Für beide Partner gelte der Slogan der diesjährigen Messe: „Get new Technology first!“

Türkei als starker Wirtschaftspartner

Mit der Türkei wurde ein Partnerland mit großem Markt- und Wachstumspotenzial, hoher Innovationskraft und industrieller Leistungsvielfalt gewonnen. Erwartet werden rund 6 000 Besucher aus der Türkei. Über 200 türkische Aussteller werden bis zu 6 500 qm Netto-Ausstellungsfläche belegen. Geplant ist eine Kombination aus einem Zentralstand in der Halle 26 und mehreren Gemeinschaftsständen in einzelnen Leit- und Fachmessen.

Deutschland ist für die Türkei ein wichtiger Handelspartner. Aber auch umgekehrt versprechen die verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten mit einem Land, das enorme Markt und Wachstumschanchen bietet, starke Impulse für die deutsche Wirtschaft.

Die Harting Technologiegruppe hat z.B. bereits im Jahr 2000 mit der Evaluation des türkischen Marktes begonnen. Als lokalen Vertriebspartner wählte man die in Istanbul ansässige Gökhan Elektrik Malzemeleri San.ve Tic.Ltd.Sti. Gökhan Elektrik bietet Elektro- und Elektronikkomponenten sowie –geräte für verschiedene Märkte an.

Kooperationen kontinuierlich ausbauen

Die beiden Unternehmen haben ihre Kooperation in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Gemeinsame Auftritte auf Messen und gemeinsame Kundenbesuche gewährleisten Kundennähe in der Produktentwicklung bei Harting. „Die Zusammenarbeit zeigt gute Erfolge“, konstatiert Sven Holtgrewe, Director Business Development bei der Harting Technologiegruppe in Espelkamp. Das ist ein Grund dafür, dass man die Kooperation auch in Zukunft weiter ausbauen werde.

Mikro- und Nanotechnik in Hannover

Über 50 Experten aus zwölf Nationen widmen sich auf dem Forum „Innovations for Industry“ während der Microtechnology (16. bis 20. April 2007) dem Thema der Mikro- und Nanotechnik. Die Referenten aus Wissenschaft und Industrie stellen unter anderem Innovationen aus den Bereichen Nanoelektronik, Bio-MEMS, Mikroproduktion und Lasertechnik vor.

Prof. Ahmet Öztarhan von der Ege Universität in Izmir wird Anwendungen von Mikro- und Nanotechnik in der Türkei, dem diesjährigen Partnerland der Hannover Messe, präsentieren. Die USA sind mit einer Messeneuheit vertreten: Louis Ross von Virtus Advanced Sensors spricht über die Kommerzialisierung von Multiachsen-Initialsensoren für die Unterhaltungselektronik. Die Entwicklungschancen von Sensoren beleuchtet auch Masao Kubo von der japanischen Firma Matsushita Electric Works. Zum Thema „Fine MEMS - the highly integrated MEMS“ berichtet Junji Adachi vom Micromachine Center in Tokio über die neuen nationalen Technologieschwerpunkte in Japan. Die Vorstellung Japans über Hightech von Morgen erläutert auch Prof. Masayoshi Esashi von der japanischen Tohoku Universität.

Zum Thema Atomlagenabscheidung, einem Verfahren zum Abscheiden von dünnen Schichten, steht Mikko Saikkonen von der finnischen Firma Beneq Oy Rede und Antwort. Die wachsende Rolle siliziumbasierter Bauteile thematisiert Markku Tilli von Okmetic Oyi, ebenfalls aus Finnland. Mehr Informationen und das Forumsprogramm zum Download finden Sie unter www.ivam.de.

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